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Algerien.
Querthäler hinabsenkt, sodaß der ganze Weg bis zum Paß ein unaufhörliches Stei-gen und Senken ist. Der eigentliche Paß liegt 2880 Fuß hoch, der Gipfel desMuzaia aber 4700 Fuß hoch über dem Meere. Hier bilden zwei spitze, zuckerhut-ähnliche Felsen ein förmliches Thor, so schmal, daß kaum vier Mann nebeneinandermarschircn können. Rechts befindet sich ein Gewirr von liefen Felsenschlünden undlinks eine Art Durchbruch durch die Bergkette, die hier gänzlich zerrissen ist. Sosteil wie die Straße zum Paß hinaufführt, so steil führt sie jenseit wieder herunter.Im Allgemeinen ist die Richtung von Nordwest nach Südost und erst jenseit desPasses wendet sie sich nach Süden. Auf ihrer ganzen Länge liegen zwar steileAbgründe zu beiden Seiten, allein nicht ganz so tief wie die größere Schlucht, anderen Rand die Straße entlang führt, noch ehe man den Gipfel erreicht. Diesersteht wie ein Riesenkegel neben der Straße. Von da abwärts gewinnt der Wegeine schreckenerrcgende Gestalt, und die Eingeborenen haben diese Lage zu wiederholtenmalen benutzt, um der französische» Armee bei ihrem Durchmärsche großen Schadenzuzufügen. Die heutige Straße ist für Fuhrwerk aller Art gangbar.
Ganz verschieden in Form ist das Dschurdschuragebirge. Nicht allein ist dasselbehöher als alle übrigen Gebirge im Norden von Afrika, sondern es hat ausgezackteKegelberge, die man außerdem gar nicht antrifft. Die Höhe des Dschurdschura istnoch nicht gemessen, soll aber zwischen 6000 und 7000 Fuß betragen. Das Ge-birge ist sehr metallreich, weshalb es von den Römern ksrrstus HIons genannt wurde;die besten arabischen Klingen werden aus Dschurdschura-Eisen geschmiedet. Die Schluch-ten der Abhänge bis zur halben Höhe, sowie der Fuß des Gebirgs sind trefflichculkivirt. Der Berg Uannagah im Süden des Dschurdschura entsendet einen unbedeu-tenden Qucllenfluß des Summam, den Buheton, der das schon erwähnte Thorbilden hilft. Neben diesem Flüßchen läuft nämlich ein wilder felsiger Bergrücken innördlicher Richtung, durch welchen die Natur eine schmale Spalte gebrochen hat,die an einzelnen Stellen nur vier Fuß breit ist. Diese Spalte ist das Eiserne Thor.Die Berge bilden an dieser Stelle senkrechte Felsenwände. Ei» reißender Bach mitsalzigem Wasser, welcher der Ued-Biban heißt, hat sich hier ein tiefes Bett durcheine schwarze Kalksteinmasse gebahnt, deren Wände sich zu beiden Seiten über 100Fuß erheben. Der Weg durch dieses Felsenthor geht im Flußbette selbst und wirdhäufig durch große Steinblöcke gesperrt; ist aber der Biban vom Regen angeschwol-len, so wird der Durchgang ganz unmöglich. Hier war es, wo die französischeArmee unter „Führung des Herzogs von Orle'ans am 28. Oct. 1839 durchmarschirte.Bonaparte's Übergang über die Alpen steht an Kühnheit weit hinter diesem Durch-marsch zurück. Die Türken passirten hier niemals, ohne den anwohnenden Stäm-men Tribut zu zahlen, und von den römischen Legionen soll keine dort durchgedrun-gen sein. Mitten im Paß, in einer Höhe von 120 Fuß, liest man in riesigen Buch-staben: „Die französische Armee, 1839." Größere Ebenen finden sich, außer derbereits erwähnten Metidscha in Algier, nur in der Provinz Oran: es sind dies dieEbene Tlclat, die Ebene der Habra und des Sig und die Ebene Eghres.
Die Ebene Tlelat breitet sich an der Südostseite des Sabgha aus, ist etwa 2 Meilenlang und 1'/, Meile breit, und hängt im Westen mit der zwar bei weitem größer»Ebene Meleta zusammen, die sich längs dem ganzen Südrande des Sabgha hinzieht,von der aber nur wenig bekannt ist. Die Ebene Tlelat ist wenig fruchtbar, mitMorästen und dichtem, unausrottbarem Buschwerk überzogen. Die Ebenen der Habraund des Sig hängen unmittelbar zusammen und jede derselben liegt auf beidenSeiten des Flusses, der ihnen den Namen gibt. Sie reichen im Süden bis an denFuß der Gebirge und im Norden bis an die Bucht von Arzew in einer Breite vonetwa 3 Meilen; ihre Länge von Ost nach West beträgt etwa 5 — 6 Meilen. ImWesten grenzt die Ebene des Sig an den Wald von Mnley-Jsmael, der sie zugleichvon der Ebene Tlelar scheidet. Die beiden Ebenen der Habra und des Sig werdenauch häufig die Ebene Ceirat genannt. Dieselben gewähren den Anblick eines un-übersehbaren grünen Gefildes und gehören zu den fruchtbarsten Theilen der Provinz