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Algerien.
leben. Im Ganzen bewohnt die europäische Bevölkerung 35 Städte und 101 Dörfer.Vergleicht man die Bevölkerungstafeln mehrer Jahre nacheinander, so findet man,daß die Bevölkerungszahl der Provinz Algier durchgchends stationär bleibt, währenddiejenigen der beiden andern Provinzen fortwährend steigen. Es kommt dies daher,daß im Anfang die europäische Einwanderung sich ausschließlich nach Algier wandte,bis die verhältnißmäßige Überfüllung eine Auswanderung nach den beiden andernProvinzen zur Folge hatte. Der Nationalität nach gab es Ende 1851 in der Pro-vinz Algier: 28548 Franzosen, 28553 Nichtfranzosen; in Oran: 21535 Franzosen,25285 Nichtfranzosen; in Konstantine: 15967 Franzosen, 11415 Nichtfranzosen, zu-sammen also 66050 Franzosen und 65233 Nichtfranzosen. Von der nichtsranzö-stschen europäischen Bevölkerung waren in der Provinz
Anglo-Malteser: Spanier: Italiener: Deutsche: Schweizer: Verschiedene:Algier. . . 2486 19816 2540 1211 1056 1424
Oran ... 157 20412 1674 786 170 2086
Konstantine 4664 1522 3341 857 419 612
Zusammen 7307 41750 7555 2854 1645 4122.
Vergleicht man da§ Verhältniß der französischen zur nichtfranzösischcn Bevölke-rung, so ergibt sich das Verhältniß von 66:65. Das Zahlenverhältniß der letz-ter» ist folgendes: 42 für die Spanier, 7 für die Malteser, 7 für die Italiener, 3für die Deutschen, 2 für die Schweizer und 4 für Diverse. Dem Geschlechte nachzählt die europäische Bevölkerung 53551 Männer, 38047 Frauen und 39885 Kin-der. Auf 100 Seelen kommen demnach durchschnittlich 41 Männer, 29 Frauenund 30 Kinder. Die Anzahl der Geburten betrug im Jahre 1851: 5612, undzwar 3016 für die französische und 2596 für die nichtfranzöstsche Bevölkerung. Eskommen demnach auf 100 Franzosen 4,s5 und auf 100 Nichtfranzosen 3,74 Gebur-ten. Die Sterblichkeit betrug im Jahre 1851: 6828 Seelen, wovon 4261 Fran-zosen und 2567 Nichtfranzosen. Das Sterblichkeitsverhältniß stellt sich somit fol-gendermaßen: bei den Franzosen 6,4S°/» und bei den Nichtfranzosen 3,sz"/». ImGanzen also kommt auf 19 Europäer 1 Sterbefall, während z. B. in Frankreicherst auf 39 Köpfe 1 Sterbefall kommt. Es wäre durchaus unrichtig, wollte mandiese größere Sterblichkeit in Algerien ausschließlich dem Klima zuschreiben. Sicher-lich sind Unvorsichtigkeit und ungeregelte Lebensweise der Europäer die Hauptur-sachen. Es scheint indessen, daß die Sterblichkeit unter den neugeborenen Kindernhier bedeutender ist als in Europa; ferner, daß die Lebensfähigkeit der spanischenEinwanderer die stärkste, die der deutschen die schwächste. Letzteres mag sich aller-dings dadurch erklären, daß der Spanier in Algerien so ziemlich das Klima seinerHeimat wiederfindet, während der Deutsche sich schwer an die trockene Hitze gewöhnt,zumal da er seiner gewohnten Lebensweise, besonders dem Genusse von Fleisch undalkoholischen Getränken nur mit Mühe entsagen lernt. Im Allgemeinen fehlt eSbisjetzt an sichern Anhaltepunkten über diese Verhältnisse. Ernährungssystem, Lebens-weise und Klima stehen in zu enger Wechselbeziehung, als daß bloße Ziffern in dieserFrage entscheiden könnten.
b) Die eingeborene Bevölkerung.
Die eingeborene Bevölkerung zerfällt zunächst in drei Classen: 1) AngesesseneBevölkerung der Städte; 2) nicht angesessene Bevölkerung der Städte, und cndlick3) die Stämme. Die Zahl der erster» beträgt 105865, die der zweiten 14429Köpfe. Von der angesessenen Bevölkerung sind in der Provinz:
Mohammedaner:
Neger:
Juden:
Zusammen:
Algier. . .
30492
33
7289
37814
Oran . . .
15708
1587
8892
26186
Konstantine
35129
1868
4868
41865
81329
3488
21048
I0S865.