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Algerien.
Kindern. Unter diesen Schulen haben einige einen speciell konfessionellen Charakter.Unter den katholischen Schulen werden drei Knabenschulen von den Brudern vonSt.-Joseph de Manch ferner eine Privatknabenschnle zu Konstantine und vier Wai-senknabcnschulen von verschiedenen geistlichen Orden geleitet. Von den Mädchen-schulen werden 28, sowie sämmtliche Asylschulcn von den Schwestern von St.-Vin-cent dc Paul, der voolrius olirstwnno und der Zmuto-I'rinil.s geleitet. Protestan-tische Schulen gibt es nur zwei, beide in Algier. Israelitische Knaben- nnd Mäd-chenschulen bestehen in Algier, Oran und Bona: sie wurden im Jahre l85l von404 Zöglingen besucht.
Eine der schwierigsten und zugleich wichtigsten Ausgaben der französischen Re-gierung war ohne Zweifel die Organisation des Unterrichtswcsens unter den Einge-borenen. Hier waren religiöse Vorurtheile wie nationale Trägheit und Gleichgültig-keit zu bekämpfen. Die mohammedanischen Schulen unter türkischer Herrschaft wa-ren natürlich um nichts besser als diejenigen in der Türkei. Glücklicherweise mach-ten die darauf folgende» Kricgsjahre einigermaßen taduls rasa und die Franzosenerlangten nun wenigstens den Vortheil, daß sie nicht nöthig hatten, Bestehendes ein-zureißen: sie dursten von Grund ausbauen. Dies ist denn auch seit mehren Jahrenin der That geschehen. In den bedeutender» Städten sind zunächst Elementarschulen,oder wie sie officiell heißen, seolss arsbss - kran^aisss errichtet worden. An derSpitze einer jeden Schule steht ein französischer Lehrer, der aber in Allem, was ausden arabischen Unterricht Bezug hat, von einem mnsclmannischen Lehrer unterstütztwird. Letzterer soll gewissermaßen eine Bürgschaft für die Altern sein, daß nichtsgelehrt wird, was etwa die Religion ihrer Kinder gefährden könnte. Die Unter-richtsgegenstände in diesen Schulen sind: Lesen und Schreiben des Arabischen undFranzösischen, sodann die Anfangsgründe der Geographie, der Geschichte und desRechnens, endlich die Kenntniß des französische» Maß- und Gewichtssystems. EinAufsichkscomite, in welchem der Mufti oder der Kadi des Orts Stimme führt,inspicirt die Schule zu bestimmten Zeiten. Die Regierung thut alles Mögliche,um die Altern zu vermögen, daß sie ihre Kinder vorzugsweise in die französischenSchulen schicken. Arzte müssen die Kinder von Zeit zu Zeit untersuchen und die-selben sowie auch die Altern im Nothfalle unentgeltlich heile» und pflegen. Auchmacht man den fleißigsten Schülern monatlich Geschenke, meist in Kleidungsstückenbestehend. Außerdem finden jährlich feierliche Preisvertheilungen statt, denen alleBehörden und alle Notabel» der Localität beiwohnen. Diejenigen Schüler, welchesich am tüchtigsten bewähren, erhalten bei ihrem Abgänge Zeugnisse, auf Grundderen sie zu gewissen untern Beamtenstellcn, zu denen vorzugsweise Eingeborene ge-nommen werden, gelangen können. Andere erhalten Stipendien, um sich in prak-tischen Fächern, Handwerk oder Kunst ausbilden zu können. Diese Elementar-schulen haben sich in der That bereits großer Gunst bei der mohammedanischenBevölkerung zu erfreuen. Sogar mehre Mufti haben ihre Kinder dort hingeschickt.Für die mehr erwachsene Jugend, deren Erziehung vernachlässigt gewesen, bestehenbesondere Schulen, in welchen der Unterricht von französischen Professoren in ara-bischer Sprache ertheilt wird.
Noch viel schwieriger indeß war die Herstellung eines weiblichen Unterrichts. Hiergalt es nicht allein den Widerwillen der Ältern gegen christliche Lehrerinnen zu be-zwingen, sondern auch die Ältern zu überzeugen, daß das weibliche Geschlecht eben-falls des Unterrichts bedarf, im Interesse der Familie und der Erziehung der Kinder.Auch hierin sind sehr anerkennenswerthe Resultate erzielt worden. In den sonlesarslis8 für die Mädchen werden, außer den Untcrrichtsgcgenständen der Knabenschulen,Handarbeiten und Wirthschaftskenntnisse gelehrt. Neben jeder Schule ist ein Näh-atelier errichtet, wo die ältesten Schülerinnen, sowie diejenigen, welche den Schnlcnrsusdurchgemacht haben, Arbeit finden und somit ihren Lebensunterhalt verdienen können.
Endlich für den höher» Unterricht sind auf Staatskosten in den Städten Kon-stantine, Medeah und Tlemsen Schulen errichtet worden, in welchen die Candidate»