Algerien. 401
scheint sich am besten für das algerische Klima zu eignen. Die Schweine dieserArt werden nicht sehr groß, hingegen außerordentlich fett; man sieht deren, welchebis zu 360 Pfund wiegen. Im Allgemeinen kommt die Schweinezucht mehr demHandel und der Industrie als der Alimentakion des Landes zugute, indem der Ge-nuß dieses Fleisches, frisch oder gesalzen, in den Monaten Mai bis October der Ge-sundheit überaus schädlich ist.
Bergbau, Steinbrüche und Mineralquellen.
Der mineralische Reichthum Algeriens ist durch wissenschaftliche Untersuchun-gen als sehr bedeutend erkannt worden. Natürlich ist die Ausbeute bei weitem nochnicht diesem Reichthum entsprechend, was auch sehr begreiflich erscheint in einemLande, wo es an Arbeitskräften fehlt. Die Entwickelung des Bergbaues wird stetsmit der Colonisation im Allgemeinen Schritt halten. Je mehr sich die Zuständein der Colonie befestigen und die Sicherheit des Besitzstandes zunimmt, desto mehrwerden sich auch europäische Capitalien dieser lohnenden Industrie zuwenden. MitAusnahme von Gold finden sich im Schosse der algerischen Gebirge alle Arten vonMetallen. Namentlich aber sind Eisen und Kupfer in großer Menge vorhanden.
Folgendes ist die Übersicht der im Jahre 1853 gewonnenen Mineralien:
Provinz Algier
Erzausbeute:
/Eisen-u. Kupfermine von Muzai'a bei Medeah: 1,268000 Kilogr.,„ „ „ „ Ued-Allelah beiTenes: 315450 ,,
„ „ „ „ Ued-Tafsilcs „ „ (unbekannt)
„ „ „ „ des Cap Tenes,, „ (unbekannt)
Außerdem sind noch verschiedene Eisen- und Kupferlager von geringerer Bedeu-tung ausgebeutet worden. In der Provinz Oran sind bisjeht keine Minen concessio-nirt, doch hat man zahlreiche Lager von Eisen-, Blei-, Kupfer- und Manganerzen,ferner Braun- und Steinkohlenlager, mehre Salinen, sowie Lager von Puzzolan-,Gips- und Porzellanerde entdeckt, welche nur die Hand des Bergmanns erwarten.Die Provinz Konstantine ist besonders reich an Blei, Kupfer, Zink, Antimon.Auch hier fehlt es bisjetzt noch an gehöriger Bearbeitung. Mehre Bergwerkscon-cessionen, die vor einigen Jahren ertheilt wurden, sind nach und nach aufgegebenworden, da die Gesellschaften schlechte Geschäfte machten. Die einzige Mine von Be-deutung ist die von Kef-Um-Tebul, wo aus Blei- und Silbererz gebaut wird.Die Ausbeute betrug im Jahre 1853: 3,112516 Kilogramm.
Das größte Hinderniß, welches dem erfolgreichen Betriebe der Bergwerke entgegen-steht, ist jedenfalls die Mangelhastigkeit der Verkehrsstraßen. Von der Vermehrungund Verbesserung dieser letztem hängt überhaupt die industrielle Zukunft Algeriensab. Derselben Ursache ist auch die minder erträgliche Ausbeute der Steinbrüche zu-zuschreiben, an denen Algerien bis zum Überfluß reich ist. Quadersteine, Sand-steine, Ziegelerde, Gips, Kalk und Töpferthon findet man überall in Menge. In derProvinz Konstantine, in der Umgegend von Bona und Philippeville finden sich auchsehr schöne Marmorarten. Südlich von Bona liegen Mühlsteinlager, die künftig,wenn die Verkehrsmittel sich bessern, der Industrie des Landes außerordentlich zustatten kommen werden. In der Provinz Algier wurden im Jahre 1852: 60 Stein-brüche bearbeitet, welche 175630 Meter Bausteine und 30150 Centner Gips lie-ferten. Über die Erträge der Steinbrüche in den beiden andern Provinzen ist nichtsBestimmtes bekannt.
Auch an Mineralquellen fehlt es in Algerien nicht, und die Ruinen von Bade-bassins und Tempeln, welche man in der Nähe dieser Quellen häufig antrifft, deu-ten darauf hin, daß die Römer schon deren Wirkungskraft gekannt haben. Auchdie Eingeborenen benutzen heute viele dieser Quellen, sodaß gewisse BrunnenorteDie <Lege»wart. X. 26