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Zehnter Band.
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410 Algerien.

enthalt jedoch nicht ganz gesund wegen der bösen Ausdunstungen der nahen Ge-wässer. Milianah war früher die Residenz des Bei von Titeri und eine der bedeu-tendsten Handelsstädte der Regentschaft. Der Ort hat heute große militärische Wich-tigkeit, da in der Nähe mächtige Stämme wohnen.

Die Provinz Konstantine hat den Ort gleiches Namens zur Hauptstadt. Kon-stantine, das 6ista der Alten, liegt am Rummel, 10 Meilen südlich von Philippe-ville und 18 Meilen südwestlich von Bona. Sie ist auf einem felsigen Plateau er-baut, ihr südlichster Punkt liegt 1473 Fuß, ihr nördlichster Punkt 1932 Fuß überdem Meere. Der Rummel fließt hart am Fuße der Südostseitc der Stadt in einemtiefen Felsenschlunde, begleitet sodann ihre Nordostseite zum Theil unterirdisch undsetzt hierauf seinen Lauf in westlicher Richtung fort. Konstantine ist von einer etwa30 Fuß hohen Mauer mit vielen Vorsprüngen und Thürmen in maurischem Stilumgeben. Die dunkelgrau angestrichenen Häuser geben der Stadt etwas Düsteres,die Straßen sind schmuzig, jedoch etwas weniger eng als die von Algier. Der frü-here Palast des Bei, sowie eine Menge Moscheen treten aus dem Häusergewirre her-aus. Die Kasbah ist ein altes, weitläufiges Gebäude, das seinen Ursprung denRömern verdankt. Konstantine ist einer der wichtigsten Waffen- und HandelsplätzeAlgeriens. Die Gewerbthätigteit ist außerordentlich groß, bedeutend aber namentlichder Handel mit dem Innern von Afrika. Die Einwohnerzahl belauft sich auf etwa20000, worunter 3000 Juden und 1200 Europäer. Nach Konstantine gilt Setif,das Sltitls evloiüa der Römer, als die bedeutendste Stadt im Innern der Provinz.Die Stadt liegt 17 Meilen südwestlich von Konstantine in einer weiten, fruchtbarenEbene. Aus den alten römischen Befestigungen haben die Franzosen ein Fort ge-schaffen. Zu erwähnen ist im Innern der Provinz noch Milah, vier Meilen nord-westlich von Konstantine, eine Stadt von etwa 2000 Seelen, schlecht gebaut abermit schönen Gärten umgeben und mitten im Walde gelegen.

An der Küste der Provinz Konstantine trifft man, von Westen nach Ostengehend, zunächst das Städtchen Dellys, elf Meilen östlich von Algier. Der Ortist unbedeutend, treibt aber bedeutende» Gctreidehandel mit Algier. Zwölf Meilenweiter östlich liegt die Stadt Bugia, das Sslclss der Alten, in der nordwestlichenEcke einer sechs Meilen breiten Bucht, zwischen den Caps Carbon und Cavallos. DieRhede von Bugia ist in der guten Jahrszcit viel sicherer als die von Algier oderBona. Vier Forts und mehre Blockhäuser bilden die Vertheidigungswerke derStadt. Die Zahl der Einwohner beträgt etwa 1000, meist Europäer. DerHafenort Dschidschelly, drei Meilen östlich vom Cap Cavallo, bietet den Schiffeneinen guten Ankerplatz dar, ist aber sonst unbedeutend. Collo, unweit des CapBugaroni, war früher ein bedeutender europäischer Handelsplatz, ist ein trefflicherHafen mit gutem Ankergrund und liefert das meiste Holz zum Schiffbau in Al-gerien.,, Vier Meilen östlich von Collo liegt der Hafen von Stora, wo man nochviele Überbleibsel der römischen Herrschaft findet. Es ist gewissermaßen der Außen-hafen von Philippeville, welches 1'/- Meile südwestlich liegt. Philippeville hat näm-lich keinen Hafen, weil die Küste dort fast eine gerade Linie bildet. Militärischwichtig ist Philippeville, weil es auf dem geradesten Wege nach Konstantine liegt.Die Franzosen haben es deshalb auch mit detachirten Forts stark befestigt. Die Stadthat gegen 5000 Einwohner, meist Europäer. Unweit vom Cap Garda liegt dieStadt Bona, auf der Westseite der gleichnamigen Bucht und nahe bei der Mün-dung des Seybus. Bona hat keinen Hafen, sondern nur eine Rhede, die ziemlichsicher ist. Die Ufer sind hoch und steil. Die Stadt bildet ein unregelmäßiges Viereckund wird durch eine Citadelle und mehre Forts vertheidigt. Die Stadt selbst hatenge und krumme Straßen; die Einwohnerzahl beträgt gegen 9000, wovon zweiDrittel Europäer. Das genueser Fort auf dem Cap Garda ist von den Franzosenwieder hergestellt, auch ist dort ein Leuchtkhurm errichtet worden. Am äußerstenöstlichen Ende Algeriens, wenige Meilen von der tunesischen Grenze, liegt der kleineOrt La Calle, der schon früher eine französische Colonie war. La Calle ist gegen-