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Thüringe«.
fie erfuhr die Masse Minderung des Bitumengehalts und verlor durch Bildungeiner anthracitartigcn Steinkohle an Güte: so bei Gehlberg, am Sachsenstein undam Mordfleck zwischen Ilmenau und Suhl. Einflußreicher war die Störung derLagerverhältnissc, die Verwerfung und Zerstückelung der Kohlenflötze unter massigemGestein. Trotzdem wird auf den höchstens 20 Zoll mächtigen Kohlenflötzen beiManebach nicht ohne Vortheil Bergbau getrieben und gegen 16000 Centncr Stein-kohlen werden sährlich gewonnen. Ob der benachbarte Bergbau auf Kohlen, beiCammerberg, mit Vortheil betrieben werden wird, hängt von der Vollendung einestiefen Stollens ab, welcher seit Jahren in Angriff genommen worden ist. Am wich-tigsten ist der Steinkohlenbergbau bei Neuhaus und Stockheim, wo die Ablagerungder Kohle weniger gestört ist, aber in der mächtigen Auflagerung des Todtlie-genden und der jünger» Flötzgebirgc ein neues Hinderniß fand. Der Kohlenflötzfindet sich, von 5—48 Fuß Mächtigkeit varürend, unter dem Nothliegenden, zu-meist von diesem 1200 Fuß hoch und darüber bedeckt, sodaß die Ausrichtungsbauesehr kostspielig werden. Kommt die Wcrrabahn zustande, so werden die Grubenunstreitig zu Kräften gelangen. Bisjetzt liefern sämmtliche Steinkohlengruben amThün'ngerwald 4—500000 Centncr Steinkohlen; doch ist die Produktion bei Stock-heim und Neuhaus im Steigen begriffen. Vorläufig suchen noch die zwickauerund neuerdings die Nuhr-Kohlen längs der thüringischen Eisenbahn Absah zu ge-winnen.
An Silber ist der Thüringerwald, trotz der Ähnlichkeit seines geognostischenBaues mit dem Harz, sehr arm. Dagegen findet sich im quarzreichcn Thonschie-fer seiner südlichen Hälfte Gold, wie der goldhaltige Sand der Schwarza beweist.Indeß sind die einst nicht unbeträchtlichen Werke von Steinheide und Reichmanns-dorf seit geraumer Zeit eingegangen, und statt der geschäftige» Sage und ihrenSchätzen länger zu vertrauen, gehen die Goldbcdürstigen des Landes besser nachCalifornien. Im Fürstenthum Reuß-Greiz hat sich dagegen ganz kürzlich, um denfrüher bebauten Silberberg bei Kleinreinsdorf wieder in Angriff zu nehmen, einBergbauverein gebildet. Die frühere Ausbeute bestand in Bleierzen, mit bedeuten-den« Silber-, auch etwas Gold- und Kupfergehalt. Da es an Poch- und Wasch-werken fehlte, so ginge» die Stufen nach Freiberg und Weimar, und namentlich hiersollen die „Amaliengroschen" aus dem gewonnenen Metall geprägt worden sein.Neuerdings kam man bei Nachforschungen nach Steinkohlen auf den Silberberg zu-rück. Die Untersuchung alter, im untergreizer Schloßgewölbe aufbewahrter und neu-gehobener Stufen hat auf 1 Centncr Erz folgendes Resultat ergeben:
1) 7,s Loth Silber 75 Pfund Blei
2) 5,s „ „ — „ „ nicht unbedeutende Spuren Gold,
3) 8,s „ „ 60 „ „ geringe Spuren Gold,
4) 3 „ „ 21 „ „ geringe Spuren Gold,
5) 2 „ „ 8 „ „4 Pfund Kupfer;
ein Resultat, welches die alsbaldige erste Einzahlung der Theilnehmer veranlaßte,um ein „Glückauf!" erschallen zu lassen. Der Bergbau im Gebiet des Kupfer-schiefers hat wegen seiner Geringhaltigkeit und infolge erhöhter Preise des Brenn-materials an Ausdehnung verloren; nur der musterhaft betriebene Kupferschieferbauim Mansfeldischen hat an Umfang und Ergiebigkeit zugenommen. Er lieferte inletztverflossener Zeit 650 — 800000 Ccntner Erz, aus welchem 22—23000 MarkSilber und 20—22000 Ccntner Kupfer gewonnen wurden. Dem seit langer Zeiteingestellten Bergbau bei Ilmenau, Kupfersuhl und Möhra hat neuerdings eineActiengescllschast ihre Thätigkeit zugewendet. Der Silberbergbau bei Camsdorf undSaalfeld hat sehr an Bedeutung verloren. Auch der Kobaltbergbau ist gegen frü-her gesunken. Die einst reichen Gruben von Glücksbrunn sind dem Erliegen nahe;die Grube von Kattcrfeld wurde schon mehrfach aufgegeben und weckt immer neueHoffnungen. Am Nothenbergr bei Camsdorf werden jährlich 5—600 Ccntner Ko-balterz gewonnen.