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Zehnter Band.
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Thüringen. 465

Der Bau auf Eisenstein wirft einen jährlichen Gewinn von 110—120000Centner Roheisen ab, und zu dieser Masse liefern die Gruben in der Nähe vonSchmalkalden etwa 45000 Centner, die von Camsdorf gegen 24000 Centner unddie von Gräfenthal und Sonneberg gegen 20000 Centner. Auch läßt sich, wiewolman jetzt auf die Rotheisensteingänge bei Friedrichrode und Elgersburg, am Greifen-berge bei Oberhof und namentlich am Domberge und Dellbcrge bei Suhl wenigerals früher hält, noch manches Eisensteinlager lebhafter nutzen und die Produktiondurch rationellen Betrieb der Werke bedeutend steigern. Die bei Wirbach undSchmiedefeld eröffnete» Eiscnsteingruben versprechen eine reiche Ausbeute. Braun-stein wird in bedeutender Mächtigkeit am Rumpelsberge und Mittelbcrgc bei Elgers-burg gefunden und der Gewinn betrug nach einem Durchschnitt der letzten Jahre26000 Centner; das Örenstocker Feld bei Ilmenau gab in den letzten Jahren 6—8000 Centner und der Gottlob bei Friedrichrode 5000 Centner.

Die Schieferbrüche von Lehesten und Sonneberg liefern alljährlich 65000 Cent-ner Dachschiefer, 40000 Schock Schiefertafeln, 91 Millionen Stück Schieferstifteund 4500 Schock Wetzsteine. Der Anbau dieser Schieferbrüche ist sehr alt. DieGüte des Products, seine lavendelblaue bis blauschwarze Farbe, seine Feinheit biszum Goldprobirsteine und Streichstein für Mechaniker und Uhrmacher und seineDauerhaftigkeit werde» von keinem andern Schieferbruche übertreffen. Nicht minderwichtig sind die Griffelschieferbrüche bei Stcinach. Wenn im Jahre 1855: 5615 Cent-ncr Schiefertafeln und fast ebenso viel Schieferstifte nebst 85 Centner Wetzsteinenaus Deutschland nach Nordamerika ausgeführt wurden, so kamen dieselben aus ebengenannten Gegenden. Der Alaunschiefer von, Wetzstein wird im dortigen Alaun-werk, Vitriolschiefer in den Vitriolhütten zu Garnsdorf, Schmiedefeld und Arnsbergausgebeutet, sodaß die dortigen Hütten im Jahre 1846 gegen 1000 Centner Alaunund Vitriol darstellten.

Für die zahlreichen Porzellanfabrikcn Thüringens (die erste 1760 zu Limbach)sind die Kaolin führenden Sandsteinschichten in der Formation des bunten Sand-steins, besonders bei Steinheide, dann aber auch bei Tabärz, Elgersburg und Mar-tinrode von großem Werth. Von Skeinheide allein werden jährlich mehr als 1600Fuder abgefahren. In den Masscnmühlen wird jenes Mineral ausgezogen, währendder zurückbleibende Quarzsand bei der Anfertigung der Kapseln Verwendung findet.Bei Nasephas im Altenburgischen finden sich reiche Lager von Porzellanerde, dievon hier nach Gotha, Gera u. s. w. abgeführt wird.

Die Gegend von Lütsche und Crawinkel im Gothaischen liefert einen porösenPorphyr mit einliegenden Quarzkörnern, der sich zu Mühlsteinen vorzüglich eignet.Jahrhunderte versorgte man sich von hier aus. Gegenwärtig macht zwar die Stahl-walze als Zermalmen» beträchtliche Concurrenz, aber dennoch hat der Absatz derMühlsteine von Crawinkel in den letzten Jahren zugenommen.

Indem der Spiegel der Saale bei Naumbnrg etwa 500 Fuß, die höchsten Kuppendes Gebirges aber (der Jnselsberg 2856 Fuß, der Finsterberg 2956, der Schnee-kopf 5049, der Bcerberg 5064 Fuß) sich wenig über 5000 Fuß über der Meeres-fläche erheben, tritt innerhalb dieser Seal« die Pflanzenvegetation Thüringens nir-gends aus der von Mitteldeutschland überhaupt heraus. Die Buchenregio» wirdkaum überstiegen und die Alpenflora bleibt ausgeschlossen. Der köstlichste Waldbedeckt die meisten Höhenzüge. Weiter hinunter hat der Forst vielfach dem FeldePlatz machen müssen, wie noch die Flurnamen Birkich, Lindenberg, Eichih, Föritz,Sichelreuth und manche Klimaveränderung andeuten. Außerdem ist das Nadelholz imletzten Jahrhunderte von Osten nach Westen vorgerückt, um den Laubwald zu ver-dränge». Aus dem Kohlensandstein von Klcinschmalkaldeu, am Tennebergc und beiTabarz gedeihe» sowol Buchen wie Fichten, und jene bringen es bis 70, diese bis95 ,Kubikfuß jährlichem Zuwachs auf dem Morgen. In üppigster Pracht stehen dieFichten und Weißtannenwaldunge» auf dem Porphyr- und Conglomeratgebirge vonDie Gegenwart. X. 30