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Die neuere Physiologie rc.
für den Bauplan der Wirbetthierrmbryonen. Unter dem Schuhe einer äußer» Zcl-lcnschicht, die sich zuerst hautartig diffcrenzirt, entsteht vor allem die Uranlage desCentralnervensystcms in Gestalt einer voru erweiterten Furche, die nach und nach zueinem Rohre sich umbildet, welches dem Kopfe entsprechend mehre blasenförmigeAnschwellungen oder Erweiterungen zeigt, in denen die einzelnen Abtheilungen desGehirns sich ausbilden. Die Nervensubstanz selbst lagert sich an den Seitenwan-dungen dieser Nückcnröhre und Hirnblasen ab, und wuchert allmalig so nach innenzu vor, daß der Kanal nur allmalig ganz ausgefüllt wird. Das Gehirn besteht stetsaus drei ursprünglichen Blasen: dem Vorderhirne, welches in die Geruchsnerven sichfortsetzt und bei den hohern Thieren das bedeutendste Übergewicht über die beidenandern Abtheilungen erhält; dem Mittelhirne, als dessen Ausstülpungen die beidenAugen erscheinen, die ursprünglich hohle Blasen darstellen, welche durch einen hoh-len Stiel, den Sehnerven, mit der innern Hirnhöhle zusammenhängen; endlichdem Hinterhirne, neben dem die beiden Ohrblasen sich entwickeln. Dieser ganze Bil-dungsgang des auf der Nückenseite gelegenen Ccntralnervensystems wiederholt sich beiallen Wirbelthieren ohne Ausnahme, wenn auch mannichfaltige Modifikationen dar-bietend, und kein anderes Thier hat nur entfernt ähnliche Vorgänge in seiner Ent-wickelung nachzuweisen.
Ebenso charakteristisch ist die Ausbildung des Skelets. Als erste Grundlagederselben erscheint ein cylindrischer Achsenstrang, aus Zellen gebildet, die sogenannteWirbelsaite, in deren Scheide die Wirbelkörper in Form von seitlichen Platten odervon Ringen entstehe», welche nach und nach den ursprünglichen ungegliedertenAchsenstrang gänzlich überwuchern und verdrängen. Nur bei den niedersten Wir-belthiercn, namentlich bei den Fischen, bleibt die Wirbclsaite als zusammenhängenderStab das ganze Leben hindurch bestehe»; bei allen übrigen wird sie entweder ganzoder doch größtenkheils durch die Ausbildung der Wirbelkörper verdrängt. Dieseganze Uranlage des Skelets, die ganze Umhüllung des Centralnervensystcms durchknorplige oder knöcherne Gebilde, welche den Schädel oder die Wirbelsäule darstel-len, die Ausstrahlung der knöchernen oder knorpligen Stützen der Extremitäten vondiesem Wirbelsysteme aus ist vollkommen charakteristisch für alle Wirbelthiere ohneAusnahme und kann nur bei diesen gefunden werden.
Die Entwickelung des Gefäßsystems bietet besonders in dem frühen Erscheinendes Herzens eine charakteristische Eigenthümlichkeit dar, die indessen nicht so durch-greifend ist als diejenigen Besonderheiten, welche das Nervensystem und das Skeletbetreffen; doch findet sich die Schlauchform des Herzens, aus der später die ver-schiedenen Abtheilungen durch Windungen, Abschnürungen und Verwachsungen ent-stehen, bei keinem andern Thiere in derselben Weise und in derselben frühen Zeitdes Embryonallebens wieder. Und ebenso ist die Entstehung des periphcrischen Blut-gefäßsystems mit seinem Inhalte ein den Wirbelthicren wol ziemlich eigenthümlicherProceß.
Bei dem Darmsystem und seinen Anhänge» finden wir eine Menge von spe-ciellem Eigenthümlichkeiten, welche die Wirbelthicrembryonen vor allen andern aus-zeichnen. Das Entstehen von Spalten und bogenförmigen Gebilden sogenannter Kie-men- oder Visceralboge» am Halse, die bei den nieder» Wirbelthieren entwederbleibende oder vorübergehende Kiemenzotten tragen und dort wirklich der Akhmungdienen, während sie bei den höher» nur vorübergehende Organe darstellen und nie-mals eine Beziehung zur Respiration weder der Frucht, noch des ausgebildetenThieres besitzen; das Auftreten von besondern Harnorganen, den sogenannten Wolfsi-sehen Körpern, welche bei den höher« Wirbelthieren ebenfalls nur eine vorüber-gehende Existenz haben, bei den Fischen aber bleibend das ganze Leben hindurchfungiren, dürften zu den besonders vorstechenden Eigenthümlichkeiten des Bauplansder Wirbclthiere in dieser Richtung gehören.
Wenn so die Wirbelthiere in ihrem Bauplane als ein Ganzes sich darstellen,so liefert die Entwickelungsgeschichte weitere Fundamcntalverschiedenheiten in der Aus-