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Die große und kleine Industrie.
Am wenigsten bedroht von der Cvncurren; der Fabriken sind diejenigen Hand-werke, deren Produkt einem, für jeden einzelnen Fall wechselnden Bedürfnisse, local oderindividuell angepaßt werden muß. Dahin gehören unter Anderm die Nepararurgewerbe;sodaß z. B., troh aller Gewehr- und Uhrenfabriken, in jeder Mittelstadt handwerks-mäßige Büchsenschäfter und Uhrmacher nöthig bleiben. Eine große Fabrik wird sichnicht füglich auf die Reparatur, selbst ihrer eigenen Producte, einlassen können: dieRücksicht hierauf ist dann für manche Käufer ein Grund, sich die reparaturbe-dürftige Waare von vornherein lieber durch Handwerker machen zu lassen. Ich erin-nere ferner an die Gewerbe des localen Anbringens, wie bei Glasern, Ofensetzern, Schlos-sern u. s. w.; des localen Neinigens, wie bei Schornsteinfegern. Gemacht könnendie Schlösser freilich auch in Fabriken werden; es geht aber mit der größern Ein-förmigkeit der Producte , welche das fabrikmäßige Modellicsystem herbeiführt, geradebei Schlössern eine größere Unsicherheit vor Dieben, also Unzweckmäßigkeit, Hand inHand. Die rein persönlichen Dienste des Barbiers, Friseurs u. s. w. sind fürdie Fabrik natürlich ganz ungeeignet. Nicht viel mehr die Arbeiten, welche der täg-lichen Consumtion schnell vergängliche Nahrungsmittel liefern, .wie bei Fleischernund Bäckern. Von den Gewerben des individuellen Maßnehmens, wie sie derSchneider und Schuster betreiben, glaubte man früher Dasselbe; jedoch haben dieneuern Kleidermagazine durch eine sehr große Auswahl der verschiedenartigsten ferti-gen Producte den, handwerksmäßigen Vortheil der persönlichen Bestellung mit demfabrikmäßigen des Lagerarbeitens auf Vorrath zu verbinden gewußt. Gewöhnlichwurden solche Magazine von einzelnen hervorragenden Meistern, an die sich namentlichfremde Käufer vorzugsweise zu wenden pflegten, allmälig gebildet; heruntergekom-mene Meister, arbeitslose Gesellen u. s. w. fingen hernach an, die Beschäftigungdurch sie als eine Zuflucht zu ergreifen. So wcirde beiden Extremen des Hand-werkerstandes geholfen, und das Gewerbe im Ganzen brauchte wenigstens nicht noth-wendig darunter zu leiden, weil die Magazine vorzugsweise für den Handel, fürdurchreisende Fremde und ähnliche, früher kaum denkbare Absatzgelegenheiten bestimmtsein konnten. Die Geschäfte des Maurers und Zimmermanns werden dem Hand-werke wol stets verbleiben, aber die Meister durch Capitalreichthum und Speculationimmer zahlreichere Gesellenscharen unter sich vereinigen, sich durch höhere Bildungimmer mehr von diesen unterscheiden, und somit wird das Ganze einen immer fabrik-ähnlichern Charakter bekommen.
Die vor den Fabriken mehr oder weniger gesicherten Handwerke haben dochimmer noch eine recht breite Grundlage im Volksleben. Ich wähle absichtlich alsBeispiel einige Länder mit besonders hoch entwickelter Fabrikthäligkeit. So zählt dasKönigreich Sachsen nur 135328 selbstthätige Personen in den Fabriken; dagegen inden handwerksmäßigen Gewerben, die sich mit Herstellung und Beschaffung vonNahrungsmitteln, Anfertigung von Kleidern, Herstellung und Ausstattung von Woh-nungen beschäftigen, 228326. Die belgische officielle Statistik hat für die hand-werksmäßigen Gewerbe der Nahrung, Kleidung, Bauten und Möbeln 296379 Ar-beitende, für die Fabriken 336447. Freilich mit dem großen und charakteristischenUnterschiede, daß hier auf nur 3696 Herren 332751 Diener kommen, dort hingegenauf 102762 Herren 193617 Diener. In Großbritannien endlich, wo sich dieLaien der Statistik zu denken pflegen, daß Alles von Fabrikarbeitern wimmele, gabes 1841 auf ungefähr 1 Million Fabrikarbeiter blos an Bäckern, Fleischern, Schu-stern, Schneidern, Maurern, Dachdeckern, Steinmetzen und Pflasterern, Zimmerleutcn,Tischlern, Tapezierern, Rademackern, Drechslern, Glasern, Schlossern, Schmie-den, Uhrmachern, Sattlern, Mühlbauern und Müllern ----- 1,047077 beschäftigteMänner.
II. Häusliche Manufactur.
Eine höchst interessante. Mittelstufe zwischen der eigentlichen Fabrik und demHandwerke ist die für den Handel arbeitende Hausindustrie, oder wie ich sie vor-