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Die Auswanderung.
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Wo dies Doppelziel klar ins Auge gefaßt wird, muß es auch zu erreichensein. Die bisherigen Erfahrungen der Colonialpolitik aller Völker der Neuzeit aber Z
haben gezeigt, daß man sich dasselbe in dieser Weise nie klar gedacht hat, im Gegen- §
theil überall in Viclregiererci, in Übcrbevormundung der Colonien durch die Regie- ^
rung des Mutterlandes verfallen ist, und hierdurch fast überall Zustande hervor- d,
gerufen hat, welche, wenn sie überhaupt irgendeinen Vortheil für das Mutterland g,
trugen, nach einigen Jahren reicher „Beute" — denn anders darf der Gewinn, tz
den die Mutterländer bisher meist aus den Colonien zogen, nicht genannt werden— st,
die Colonien aussagen und verarmten, oder, wo die Natur der Colonie und des Co- jg
lonistcn zu gesund und stark dazu war, sie zu den erklärten Feinden des Mutter- Ilandes machten. v<
Wie die Auswanderung im Wesentlichen die Zustände des Mutterlandes, diesie hervorgerufen haben, nicht unmittelbar ändert, wie also der Auswanderer selbst al
direct nur seine eigene Stellung verbessert, so ist auch die ganze Auswanderung in F
der Neuzeit wesentlich Sache des Einzelne«, eine Privatangelcgenheit, geworden. Als a>
Privatangelcgenheit aber findet sie vereinzelt oder in großem Gemeinschaften statt. d«
Die vereinzelte Auswanderung, die massenhaft, wie gegenwärtig auS vielen Ländern di
nach Amerika, vorkommen kann, hat, sobald dem Einzelnen ein festes Ziel zur Aus- g,
Wanderung in ein vortheilhaftcs Neuland vorleuchtet, die größere Bürgschaft des Er- vc
folgs, wenn dem Auswanderer sonst die nöthigen Mittel zur Erreichung seines Zie- dc
lcs und zur ersten Einrichtung, oder auch als Arbeiter nur gesunde Arme, nicht fehlen.
Unter gewissen Bedingungen kann die gemeinsame Auswanderung, die Associa- w
tion, freilich noch viel vorthcilhafter als d^e glücklichste Einzelauswanderung sein. Die di
erste der nöthigen Bedingungen des Erfolgs aber ist hier, daß die Association eine d<
höhere Bürgschaft des festen Zusammenhaltcns als die des Sondcrnuhens in sich 8trage. Eine solche bieten vor allem die Bande eines gemeinsamen religiösen oder w
politischen, jung aufblühenden und begeisternden Glaubensbekenntnisses, die, um m
recht fest zu halten, überdies die Probe der gemeinsamen Verfolgung überstanden m
haben mußten. di
Alle andern Associationen habe» sich bisjcht in keiner Weise als fördernd bei su
der Auswanderung bewährt. Das liegt in der Natur der Dinge. Jeder, der seinaltes Vaterland verläßt, hofft mehr oder weniger goldene Berge in dem neuen zufinden. Da er sie nun nicht findet, da er im Anfange regelmäßig mehr Müheund Arbeit in der neuen Welt zu überstehen als er in der alten zurückgelassen hat; g<
und da Jedermann in Noth und Unbehagen sich selbst zuletzt, alle Andern aber vor- ui
her für die Ursache seines Unglücks hält: so macht der unbehagliche und Unglück- V
lichc Auswanderer seine Mitgenossen und die ganze Genossenschaft für alles Unglück, H
das ihm begegnet, verantwortlich. DaS dauert so lange, bis alle Genossen allein T
stehen, und dann selbst verantwortlich sind, sich selbst anklagen, und selbst alle A
Sehnen anstrengen müssen, um die Hindernisse der ersten Einwanderung und Nie- di
derlassung zu überwinden.
Die unheilvollste Association aber ist in der Regel die, wo der Arme sich mitdem Reichen, der Mittellose sich mit dem Mächtigen verbündet, jener auf diesen h
hofft, dieser auf jenen speculirt. Die pompösen Versprechen aller AuswanderungS- f<
gesellschaften, wie sie nach und nach in England und auch auf dem Continent auf- 1
getaucht sind, haben stets damit geendigt, einige Häupter der Association, einige g
große Kaufhäuser, welche die Sache in Gang brachten, anfangs zu bereichern, z>
dann diese selbst — wenn sie sich nicht zeitig zurückgezogen hatten, was in der 8
Regel der Fall war — in den Ruin mit hineinzuziehen, den die Association über a
alle Theilnehmer derselben Herabrief. *) Dennoch haben fast alle diese Associationen 1
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*) So die großen englischen Colonialassociationen, so in neuester Zeit der Deutsche Verein L
der Fürsten und Adeligen zur Auswanderung nach LeraS, so in Belgien die compagnis h
del8<r <lo colonisstion, und so wahrscheinlich in näherer oder fernerer Zukunft auch Associa-