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Eilfter Band.
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Schweden.

tags meist nur ein Bild langer Debatten und endloser Streitigkeiten, ohne daß dar-aus erhebliche Resultate hervorgegangen wären. Zahlreiche Preßprvcesse, welchedurch die Empfindlichkeit des Hofes hervorgerufen wurden, hatten außerdem im Som-mer 1838 Tumulte in der Hauptstadt des Landes zur Folge. Endlich schien eS,als wolle die Regierung des Königs selbst die Initiative zu einer Reform des Staats»Wesens ergreifen. Es wurden der Reichsversammlung von 1840 Entwürfe zur Ver-änderung der Nationalrepräsentation vorgelegt, die lange Verhandlungen und Strei-tigkeiten hervorriefen, aber, da sie keine Partei befriedigen konnten, ohne genügendeErfolge blieben. Karl XlV. Johann starb am 8. März 1844, und ihm folgte derSohn Oskar I. Die Liberalen des Landes hatten wol erkannt, daß sie, solange

Karl Johann regiere, keine Reformen durchsetzen würden; sie hatten daher ihreWünsche auf die Zukunft und auf den durch seine liebenswürdige Persönlichkeit wieseine treffliche Gesinnung ausgezeichneten und allgemein geschätzten Kronprinzen übertra-gen. Der Regierungsantritt Oskar's erfüllte darum das Land mit großen Hoffnungen,und manche Maßregeln der neuxn Regierung wurden sogleich von der öffentlichen Mei-nung laut gebilligt. Man äußerte Freude, daß das Gesetz aufgehoben ward, wel-ches bisher den Verkehr mit der vertriebenen Dynastie der Wasa verbot, und dasdie Ursache trauriger Nechtshändel gewesen war. Ebenso nahm man es sehr bei-fällig auf, als gleich nach der Thronbesteigung Oskar's in die Commission zur Ausarbei-tung eines neuen Gesetzbuchs (Lagberedningen) einige Männer aufgenommen wurden,die bei den Freunden des politischen Fortschritts in Ansehen standen. Die liberale Parteibegrüßte mit großen Erwartungen das neue Ministerium von, 18. Mai 1844> daSMänner wie Nordenfalk, Warn, Silfverstolpe, Faxe, A. Peyrvn in sich faßte, wäh-rend Diejenigen, welche, wie Ihre, Sta'el von Holstein, O. I. Fahraus, Munthe,aus dem alten Rathe beibehalten wurden, doch die Eigenschaften besaßen, die Staats-geschäfte mit Geschicklichkeit zu führen. Glänzend und vielversprechend war fernerdas Programm der neuen Regierung, welches die Thronrede am 20. Juli 1844 gab.Dieses Programm verhieß unter Andern, eine außerordentliche Neichsversammlung,mit welcher die Reformangelegenheiten geregelt werden sollten, die während der kur-ze» Zeit seit der Thronbesteigung nicht genügend hätten vorbereitet werden könnenDie Äußerung eines Ministers im Reichstage, daß die Frage von einer Reformder Volksvertretung „nimmermehr fallen könne", wurde als eine officielle Erklä-rung der Regierung betrachtet. Auch manche andere Maßregeln der Regierungtrugen zu ihrer Popularität bei, besonders die Genehmigung mehrer von den Reichs-ständen beschlossenen Änderungen in den Grundgesetzen. Dahin gehörte, daß dasRecht der Regierung, Zeitungen zu inhibiern, aufhören, daß der Reichstag jedesdritte (anstatt früher jedes fünfte) Jahr gehalten werden, daß im höchsten Gerichtdes Königs die Hälfte der Mitglieder nicht ferner aus Edelleuten bestehen soll u. s. w.Sodann erließ die Regierung an die Stände ein Gutachten über die Principien dergerichtlichen Strafen, welches, wie der König sich darin ausdrückte, „mit der fürdie gesellschaftliche Sicherheit nöthigen Strenge eine den Hähern Federungen der Re-ligion und Menschlichkeit angemessene Achtung vor der Menschenwürde vereinigt".Endlich versprach die Abschiedsrede des Königs an die Stände am 24. Mai 1845,daß seine Regierung stets auf der Bahn der Reformen vorwärtsschreiten werde.

Unter solchen Verhältnissen verschwand die Opposition, und die Minorität desAdels, welche früher eine Opposition gegen die Regierung gebildet, schloß sich nunAnfalls der Regierung an. Solange der Baron Nordenfalk an der Spitze derLegierung stand und sowol beim König wie bei der Nation Ansehen und Einflußs^hauptete, war auch die allgemeine Einigkeit gesichert. Als aber nach dem frühenAde Nordenfalk's Graf Posse im Mai 184Ü als erster Minister (der Justiz) m

Rath des Königs trat, und zugleich Chef des Hofstaats wurde, stritten sich fortan^ Staatsrathe zwei feindliche Elemente, und es kam zuletzt zu einer Spaltung.Ach stellte indessen das Ministerium die liberalen Tendenzen heraus, w«l dem Gra-" Posse, einem überdies talentvollen Manne, gar zu viel an der Gunst der offent»