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mehr wie das jeht der Fall ist, durch den aus Runkelrüben ersetzen, so mochten dieColonien Nachtheile erfahren, wovon sie sich kaum erholen könnten. Das französischeGuiana hat während der letzten Jahre durch die vielen Tausende der dahin depor-tirten Verbrecher und durch jene Verbannten, zum Theil tüchtige Männer, welchesich dem Staatsstreiche vom 2. Dcc. 1851 widersetzten, eine traurige Berühmtheiterhalten. Es waren, als die Unglücklichen letzterer Art dahin kamen, keine Vor-kehrungen zu ihrer Aufnahme getroffen: sie sind massenhaft zugrunde gegangen.Nach dem amtlichen Berichte des Statthalters („Uouiieiw" von, 24. Nov. 1854)starben in dem einzigen Monat September 1853 von 2540 Transpvrtirtcn 55 undin demselben Monat des folgenden Jahres, wo für die Leute besser gesorgt war, von2819 blos 2l Personen. Freilich muß hinzugefügt werden, dasi der September inGuiana der ungesundeste Monat ist.
L. Niederlande. Für keine» Staat sind seine Colonien, oder richtiger,seine außereuropäischen Besitzungen, von solcher Wichtigkeit wie für Holland. Dieganze Bedeutung der Niederlande, ja die Erhaltung dieses, im Verhältniß zu seinerBevölkerung am meisten verschuldeten Landes auf Erden, als selbständiger Staat,hängt an jenen ferne» Besitzungen. Sie stehen, nach einem Artikel der Constitution,unter der unmittelbaren Regierung der Krone, welche dcu Stände» jährlich einen insEinzelne gehenden Bericht vorlegt, und werden soviel als möglich zum Vortheil desMutterlandes ausgebeutet. Hierin allein besteht, jetzt noch wie in frühern Jahrhun-derten, die ganze Colonialpolitik der Niederländer. Die Heranbildung der Einge-borenen zur Einsicht und Selbstregicrnng wird systematisch gehindert; selbst die Ver-breitung des Christenthums ist Hemmnissen unterworfen. Hiermit ist naturgemäßdas Geheimnißwcsen verbunden, in welches die Holländer ihre Colonialzustände hül-len. In Ostindien wird dieses veraltete, der neuen britischen Weise ganz entgegen-gesetzte Verfahren immer unhaltbarer. Die dort hcrumschweifcnden Engländer, injüngster Zeit auch die Amerikaner, brechen eine Schranke nach der andern, und dieinfolge des Druckes zahlreichen Ausstände im Innern bringen die ganze großevstittdische Herrschaft der Holländer in Gefahr. Man ist sich, wie die Verhandlun-gen in den niederländischen Kammern zeigen, dieser Gefahr rücksichtlich der ostindischenColonien wohl bewußt, und sucht ihr durch Reformen zu begegnen. Anders verhältes sich mit den westindischen, dem Weltverkehr beinahe gänzlich entrückten Besitzungender Holländer, die nur geringe Vortheile gewähren und deren Verwaltung nicht selteneine halbe Million Guildcrs mehr kostet als sie tragen, welcher Verlust dann von denÜberschüssen der ostindischen Besitzungen bestellten wird. Die holländischen Besitzungenin Wcstindien sind von keiner Seite gefährdet, von wenigen Kauffahrern besucht. DieHolländer können hier ungehindert nach Belieben schalten, nach Belieben einen dichtenSchleier über jene Länder ziehen. Wir wissen von diesen Besitzungen soviel odersowenig wie von Rußland, und besitzen nur vereinzelte Angaben, die jeder nähernBegründung entbehre» und zum Theil unverständlich und nichtssagend sind. DieHolländer selbst haben nur äußerst geringe geographische Kenntnisse von ihren eige-nen westindischen Besitzungen. „Das Innere des niederländischen Guiana oder Su-rinam", sagt Baron Melvillc de Carnbce, der eine Karte der westindischen Besitzun-gen verfertigte ( „bloniteur äos Iinios-orionlolos ol »ooitloillale!!", Haag 1847/Nr. 7), „wurde niemals untersucht. Das von Europäern angebaute Land erstrebsich kaum vom Mccresufer 30 Meilen landeinwärts, weiter reichen unsere Kennt-nisse nicht." Die Holländer unterscheiden ihre amerikanische» Besitzungen nach z">e'Abtheilungen, eine kontinentale und eine insularische- Die erste, das niederländise^Guiana oder Surinam geheißen, erstreckt sich 1'/--«° nördlicher Breite, da'"'33/, 37 /, westlicher Länge. Der Lauf des Marowyneflusses trennt das La"''
vom französischen Guiana; jener des Corantym vom englischen. Sein Umfang be-trägt 2500 Quadratmeilen (nach Andern nur 1815), mit einer Bevölkerung65000 Seelen, wovon die Sklaven 52000. Von den 12000 Weißen besteht bei-nahe die Hälfte aus Juden. Die Lände-erzeugnisse wurden in den letzten Jahren a"l