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Eilfter Band.
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232 Westindien.

übrig, namentlich in Betreff des öffentlichen Unterrichts, wozu kaum gute Anfängevorhanden sind. Die dänischen wie die andern Antillen haben während der letztenJahre durch Naturereignisse und Krankheiten, durch Erdbeben, Geldes Fieber undCholera viel gelitten. Die Neger, die herbeigezogenen Ostindicr und Chinesen wur-den vorzüglich ergriffen und sind massenhaft gestorben. Die Arbeitskraft ward hier-durch vermindert und die Nothstände stiegen. „ Dies kann und wird nimmer aufhö-ren", sagen die Nordamcrikaner, welche Westindien nach allen Richtungen durchstrei-fen, „bis alle diese herrlichen Inseln eingefügt sind unserm Staatcnbundc, bis Dan-kee-Arbeit, Yankee-Verstand und Yankee Capital sie umwandelt, wozu MutterNatur von jeher sie bestimmt hat, in die fruchtbarsten und reichsten Gegenden derErde. Ware Jamaica, wären die andern Inseln unserm Staatcnbundc eingefügt,sie würden trotz der Emancipation und des Zuckergesetzeö bald fruchtreicher und kostbarer sein als die Länder ähnlichen Umfanges in Nordamerika. Unter europäischerHerrschaft ist dies unmöglich. Die Europäer achten Ackerbau zu gering. Die Ar-beit dünkt ihnen allenthalben herabwürdigend, am meisten aber in jenen Colonicn,wo man gewohnt war, blos den Neger arbeiten zu sehen. Das Gegentheil bei uns!Arbeit ist der Stolz der Amerikaner, vorzüglich der Ackerbau. Hierauf beruht daswunderbare Wachsthum, der große Reichthum und die Kraft unsers freien Landes."

III. Die selbständigen Staaten: Haiti und Dominica.

Die Unfähigkeit zur Freiheit und Selbstrcgicrnng der Neger und Farbigen, na-mentlich der von Romanen und Katholiken erzogenen — die unter dem Schutze derVereinigten Staaten von Nordamerika stehende Republik Liberia gibt ein besseresZeugniß für die Schwarzen — liegt klar am Tage in der wechsclvollen und anblutigen Ereignissen so reichen Geschichte der Insel San-Domingo, welche, bald nachErklärung der Unabhängigkeit (am 20. Nov. 1805), wieder mit ihrem vor der An-kunft der Spanier gebräuchlichen Namen Haiti genannt wurde. Man hat hieralle möglichen Staatsformen versucht, alle erdenklichen Cgnstilutionen gegeben: siesind sämmtlich, gleichwie in dem Lande, wovon die Haitier ihre Erziehung erhielten,nochmals und nochmals zum Despotismus zerronnen. Nur dieser zeigte und zeigteinige Lebenskraft, mag er auch unter den lächerlichsten, dem europäischen Despo-tismus, wie es scheinen könnte, zum Spotte, nachäffenden Formen hervortreten.Jeder General, jeder Präsident findet, unter den müßiggehcndcn genußsüchtigen Mas-sen der Farbigen und Neger, „vcrihicrte Söldlinge" genug, welche ihm zur unum-schränkten Gewalt verhelfen und für gute Bezahlung so lange darin erhalte», bis einAnderer auftritt, der ihnen höhere Löhnung bietet. Hierzu kommt noch die »»vertilg-bare Feindschaft zwischen den Farbigen, den Mischlingen und den Negern, welche denStaat fortgesetzt in einer Art Aufregung erhält. Sind nämlich die Behörden ausder einen Nace, so sinnt die andere auf deren Untergang, auf Erhebung ihrerStammverwandten. Sieht die Staatsbehörde auf Zucht und Ordnung, will sie deinerschlaffenden schwelgerischen Müßiggang steuern und die Leute zur Thätigkeit undArbeit anhalten, so macht sie sich unangenehm und lästig und schreitet sicherlichihrem Untergänge entgegen. Wackere Männer der Art werden verlassen und nichtselten, wie zur römischen Kaiserzeit geschehen, ermordet.

Die einheimischen Haitier, wie der Neger Vcaubrun Ardouin, ehemals Justiz'

Strzdienministcr, dann Gesandter seines Vaterlandes in Frankreich, bringen jetztdie Insel nach der geographischen Richtung, »ach den moralischen Eigenschaften undNeigungen ihrer Bewohner unter drei Abtheilungen. Im Norden, sagen sie, herrschtaristokratischer Sinn: die Bewohner sind dem Müßiggänge ergeben und huldigen z"jeder Zeit dem Absolutismus. Den Süden hält eine unruhige, oppositionellenffrcbungen ergebene und zu psijhljche,, unüberlegten Aufständen schnell schreitend^Masse. Im Gegensatze zu diesen Extremen erfreut sich der Westen einer große"Zahl aufgeklarter im freisinnigen StaatSwcsen erfahrener Männer. Diese Hervor-ragung des Westens wird dann auf die Mulattenpräsidenten Pclion lind Boyer