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nur auf meine Stimme; befolget Ihr sie, so wird das Wohlergehen aller Wesen ge-sichert sein; da« Volk wird fortschreiten und Ihr Name bis in die spätesten Zeitengenannt werden. Möge Gott Ihre Tage und die Ihrer Majestät der Kaiserin be-wahren, und möge er geruhen über die kaiserliche Familie seine Segnungen auszu-gitßen! Dies sind unsere Wünsche, Tire — die Wünsche eines jeden Haitiers, dersein Vaterland liebt."
Der Großschatzmcistcr, Graf de la Nouvelle-Tourainc, sprach im Namen derAdministration: „Sire! Ew. Majestät, in hoher Einsicht alle Staatsinteressen genauerwägend, haben erst kürzlich durch eine vollkommene Übereinstimmung in allen Ih-ren Erlassen den Finanzzuständen neuen Halt gegeben. (Die Finanzen Haitis sindaber in der größten Verwirrung.) Unbegrenzter Eifer und Ergebenheit der Admini-stration ist der beste Dank für diese nützliche Anordnung. Sirc! Seit Ihrer Thron-besteigung brachte jedes Jahr Verbesserungen in der öffentlichen Verwaltung, welchedie Grundlage ist zur Bildung eines Staates. Das Jahr 1855 verspricht uns wei-tere glückliche Ergebnisse. Möge Ew. Majestät uns gestatten, es durch die wärm-sten Wünsche für die Verlängerung Ihrer ruhmreichen Regierung einzuweihen. Dermächtige Herrscher über Alles aus Erden wird, so hoffen wir es, unsere Gbbete er-hören und Ew. Majestät noch lange erhalten, zur festen Stütze der Ehre und desRuhmes unserer Nation."
Hierauf folgten die Neujahrsgratulationen der Hofdamen an beide kaiserlicheMajestäten. Abends wurde das Fest durch 2t Kanonenschüsse vom Fort Alexanderherab verkündigt. Am folgenden Tage, 1. Jan. 1855, wurde Morgens 3 UhrGeneralmarsch geschlagen und bei Sonnenaufgang wurden abermals 21 Kanonen-schüsse vom Fort Alexander abgefeuert. Um 6 Uhr waren die kaiserliche Garde unddie Tarnisonstruppeu auf dem Platze Psrion in Schlachtordnung aufgestellt. Amwestlichsten Ende des Platzes befand sich das kaiserliche Artilleriecorps. Der Gesetz-gebende Körper und die öffentlichen Beamten versammelten sich um 6'/, Uhr imkaiserlichen Palaste. Um 6^/, Uhr erschien das große Cortege Sr. Majestät aufdem Platze Pe'tion. Der Landcsaltar, mit Fahnen und Flaggen in den National-färben geziert, war von Sr. Majestät dem Kaiser eingenommen, dann von de»kaiserlichen Prinzen, den Ministern, dem Großkanzlcr, den Großmarschällen und demständigen Aueschuß des Senats.
Der Kaiser hielt hieraus folgende Anrede: „Haiticr! Dieser Tag, den zu feiet»wir hier sind, ist der zweiundfunfzigstc Jahrestag unserer Unabhängigkeit. Laßt u»§schwören, unsere Nationalität für immer zu bewahren, und die civilisirten Natione»-Welche Haiti besuche» und sich mit ihm verbrüdern, ehren. Laßt uns untereinanderund mit der ganzen Welt in Frieden leben. Laßt u»S unser nationales Bestehe»durch Arbeit, Unterricht und durch Alles, was einem freien Staat Ehre bringt, be-festigen. Go.tt und unser Muth werden das Übrige thun. Lange lebe unsere U»'abhängigkeit und Freiheit! Lange lebe die Konstitution! Lange lebe die Nation! La»^lebe unsere Vereinigung!"
Diese Worte wurden mit vielem Enthusiasmus aufgenommen, welcher durch dc»Donner der Kanonen und die Rufe: „Lange lebe der Kaiser!" noch gesteigert warb'Dann zog das große Cortege, welches im „dlonitsur" mit allen seinen Titeln, Na»s'stufen aufgeführt wird, zur Hauptkirche, vor der es sich in zwei Reihen theilsh'rwurch schritt hieraus majestätisch die Majestät, die von dem Abbs Monjf^dem Pfarrer des Sprengels und der gcsammte» Geistlichkeit an der KIrchthürpfangcn mard^ Beim Eintrittc wurden von der auf der Terrasse aufgestellten Garbs*artillrrie 21 Schusse abgefeuert. Unter dem Vvrantritte des ObersttercmonienMk''sters, des Obcrstkammerers und der Minister begaben sich Se. Majestät zum ThrA''Hinter der Estrade standen die Flügcladjntanten dcS Kaisers; nahe bei seinemfchemcl der Obcrstkammercr. Der Eeremonicnmeistcr wies Jeden an seinenDie fremden Consul» wohnten der Feierlichkeit ebenfalls bei. Der Herr Abbe ""dritte die Messe mit großem Pomv, wozu auch die Orgel und die Musikabtheil«"»