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Eilfter Band.
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262 Norwegen.

einige Übersetzungen von. Neue» Testament und einige RcligionSlchrbücher nicht an-gesehen werden.

Die eigentlichen Norweger, deren Gesammtzahl jetzt etwa 1,400000 Individuenumfaßt, gehören, wie schon erwähnt, dem germanische» Stamme der indo - europäi-schen Race an. Stellt man, was sicherlich das Nichtigste sein mag, für den ger-manischen Stamm drei Hauptzweige auf: den nordgermanischen, den mittelgerma-Nische» und den sndgermanischcn, so werden die Norweger dem ersten beizugesellensein. Dieser theilt sich wiederum in zwei Hauptablheilungen: i» den nördlich-west-lichen, dem die Norweger, und dem südlich-östlichen, dem die Schweden und Dänenangehören. Im südlichen Schweden und besonders in Dänemark sind indessen die nord-germanischen Elemente mit den daselbst früher befindlichen mittelgermanischen so ver-schmolzen, daß man daselbst kaum mehr den reinen nordgermanischen Stamm antrifft;von derselben Verschmelzung finden sich sogar im südöstlichen Norwegen Spuren,zumal in den Städten, wo überall mehr fremdartige Elemente zusammenkamen.Als rein kann man daher das norwegische Volk nur auf der Westseite der Gebirgeund an der Ostseite i» den vom Meere wenigstens fünf bis sechs Meilen entlegenenGegenden ansehen; wie auch das schwedische Volk nur im Norden der großen Scen-rcihe als unvermischt anzusehen ist. Im südöstlichen Norwegen wie im südlichenSchweden oder dem Göthalande find gothische und gautische Elemente noch bemerkbar.Im Ganzen genommen ist der Norweger von hohem oder mittler»! Wuchs, stark ge-baut und dauerhaft, nicht so blond wie der Schwede oder der Norddeutsche, mitentschieden germanischem Gepräge. Der Nationalcharaktcr des Norwegers ist Ehrlich-keit und Redlichkeit, Besonnenheit, die nicht selten in ungebührliches Zögern, Nach'denklichkeit, die bisweilen in melancholisches Brüten, und Wißbegierde, die öfters inNeugierde übergeht. Von Natur und durch die Verhältnisse conservariv, ist der Nor-weger allen Änderungen und Neuerungen ohne genaue Prüfung abhold. Vielleichthängt er sogar in seinem täglichen Treiben und der häuslichen Wirthschaft zu vielan der alten Lebensweise; im öffentlichen Leben hat er jedoch jetzt gelernt, Schritt mitder Zeit zu halten. Die Lebensweise der Norweger bis zu den letzten Jahren warso einfach und foderte so wenige Vorbereitungen, daß man den Werth der Zeit n»rwenig schätzen lernen konnte: was verrichtet wurde, geschah mit Bedacht und zicimlich langsam. Ei» Engländer oder Amerikaner würde daher den Norweger vielleichtfahrlässig oder arbeitsscheu nennen. Doch wenn er einmal einsieht, daß es zu eile»gilt, kann er eS mit dem Abgehärtetsten und zur Arbeit Gewöhntesten aufnehme»'Und jetzt hat man wirklich auch in Norwegen einsehen gelernt, daß Zeit Geld iß'Die angeborene Freiheitsliebe des Norwegers gibt sich in seinem ganzen Wesen unkWirken kund, und zwar in einer derben Weise, die auf einen Fremden anfangs de"Eindruck von Hochmüthigkeit oder Schroffheit machen möchte, bis er sich daran ge'wöhnt hat. Es fehlt den Norwegern nicht an guten Anlagen zu allerlei Wisse"'schaften und Künsten; doch scheint es, als ob insbesondere der Sinn für bilden^und mechanische Künste im Volke vorherrschend sei. Norwegen hat bekanntermaßenin den letzten Zeiten eine nicht unbedeutende Airzahl trefflicher Maler hervorgebrachtb>e sich alljährlich vermehrt, und unter den Bauern findet man viele mechanisch*Talente, die, meist nur als Autodidakten, Arbeiten liefern, welche mit den beß^ausländischen verglichen werden können. Obgleich in stetem Kampfe mit einer sch'"**ö" "bjwmgenden, wenig freundlichen Natur begriffen, findet der norwegische Laustdoch Zeit zum Lesen und überhaupt zur Erweiterung seiner Kenntnisse; wie denauch andererseits die'ssvlirte Lage seiner Wohnung, die großartige Natur, dieumgibt, die langen Winterabende, wo nichts außer dem Hause vorgenommen wer^kann, ihn zum ^ achsinnen und zur Beschäftigung des Geistes anregen müssen. Lcid^,herrscht i» manchen Gegenden von Norwegen der Hang zum Trunk, doch er »in»merkbar ab, und die gute» Wirkungen der Mäßigkcitsvcrcine sind in diesem Pu"nicht zu verkennen. Obgleich der Norweger von jeher religiösen Grübeleien nickst *.geben war und vielleicht sogar in frühern Jahrhunderten dem Jndifferentismus