Norwegen.
können, und man darf auch der definitiven Gutheißung dieser Änderung in nicht langerFerne entgegensehen, weil die öffentliche Meinung sich schon für sie mit überwiegen erMehrheit erklärt hat. Welche Folgen diese Änderung für die Zukunft tragen wird, istfreilich noch nicht zu ermessen. Dem Wahlsystem hat man vorgeworfen, daß es die ^Be-dingungen des Stimmrechts zu beschränkt und zum Vortheil der hohern ^lassen fest-setzt, indem nicht nur die Proletarier, sondern auch die Hintersassen und kleinen Leute,sowie alle noch so gebildeten und bemittelten Männer ohne Stimmrccht bleiben, wennsie nicht Grundeigenthümer, Stadtbürger oder Beamte sind, oder auf dem Lande auffünf Jahre oder länger liegende Gründe nach den ältern Gesehen, wodurch sie öwml'ch unabhängig werden, gepachtet haben. Diese Ausschließung H'ntersasse» wieüberhaupt der arbeitenden, liegende Gründe nicht besitzenden Classe ist besonders beiden Arbeiteragitationen, die neuerdings in Norwegen stattfanden, vielfach besprochenworden. Doch darf nicht übersehen werden, daß die eben erwähnte, liberale Be-
stimmung, wodurch auch dem fünfjährigen Pachter Stimmrecht zugesichert wird, Ge-legenheit genug darbietet, auch dem unbemittelten Arbeiter, wenn es dannErnst ist, Stimmrecht zu verschaffen. Ferner hat man gerügt, daß die Wahlennicht in directcr Weise vor sich gehen, indem die Urwähler eine bestimmte AnzahlWähler (auf dem Lande in den Städte» ihrer eigenen Zahl) ernennen,
denen erst die Besugniß zusteht, die Repräsentanten zu wählen. Es dürste aber
eben diese Maßregel sein, die Norwegen bisher vor den Excesse» der Wahlagitationenbewahrt und ungcbührendem Einfluß einzelner Parteien auf die Wahlen bis zu einemgewissen Grade vorgebeugt hat. Was vielleicht am meisten bei der WahlordnungNorwegens zu tadeln ist, dürste die Bestimmung sein, welche die Erwählung einesRepräsentanten an sein Domicil knüpft, sodaß Niemand außerhalb seines Land-districts oder seiner Stadt erwählt werden kann. Dadurch wird nämlich dieIntelligenz in den Städten und besonders in der Haupt- und Universitätsstadt,wie Mehre dafürhalten, ungebührlich von der Repräsentation ausgeschlossen, währendauf der andern Seite mehre Communen Schwierigkeit genug haben dürften, tauglicheRepräsentanten zu finden. Die große Ausdehnung Norwegens macht es jedoch un-bedingt nothwendig, daß aus jedem Districte, besonders .den entferntesten, sachkun-d'g° Repräsentanten erscheinen, und dem eben erwähnten Ubclstande konnte ganz em-fach durch Freigebung einer oder zweier Repräsentantenstellcn von den Vieren, welchejeder Distel gewöhnlich zu besetzen hat, abgeholfen werden, wenn es sich sonst nöthigi"Sen möchte. Die JUiberalität, die man den Stiftern der norwegischen Constitutionvorwarf, judcm die Juden von politischen Rechten ausgeschlossen blieben, war nichtAuen, die nur schon längst geltende Bestimmungen aufnahmen, sondern der frühernRegierung beizumessen: von der ganzen Sache ist jetzt nicht mehr die Rede, da die3udcn durch einen Storthingsbeschluß vom Jahre 1st5I politische Rechte erlangten.Endlich hat man es auch getadelt und hat die königliche Gewalt es früher durchmehre Vorschläge zu ändern gesucht, daß die Verfassung dem Könige kein absolutesVeto, sonder» nur ein beschränktes einräumt, sodaß ein Gesetzvorschlag, von dreinacheinander folgenden Storthinge» unverändert angenommen, auch wenn der Königjedesmal seine Zustimmung verweigert, dennoch ohne diese Gesetz wird; allein dieGarantie, ivelche diese Verfügung der Selbständigkeit Norwegens gegenüber seinerUnion mit Schweden gewährt, ist so wichtig, ja sogar so unentbehrlich, daß dieNorweger darüber wie über ihrem bedeutendsten Palladium wachen. Überhaupt um-fassen aber tue Norweger ihre Staatseinrichtungen mit einer Liebe und haben sich
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so in sie eingelebt, daß diese als in ihre Herzen scschneb . ö s/. den ^ d>egibt auch wenige Verfassungen, die so segensreiche Fruchte g g ^ ^ Gering-norwegische, und deren herrliche Wirkungen für Jedermann, l > . der Freiheit
sie», so handgreiflich hervorgetreten sind. Es ist nicht nur d" ^ während
im Allgemeinen und die Aushebung des Drucks des Pr°vwz> (^Mung seinerder Verbindung mit, Dänemark auf Norwegen ruhte und w > und gar
Kräfte hemmte, sondern auch der Geist der Verfassung s ,