Nor-srcsscsteht, der!ung,
düngVer>ieiche^ gci-: all'
» cr>
! mitSitteEng'
chrei-
>lge»'
mnüt
wach^
nvo"'
haw°
>w'<
üh-e"
belc>'
m"-"
te b''§,!
isdeh'
E»^
aste"'
>nl
vo
B
I de>l
h-'
^ ""ge'z
K
?s
Norwegen. 275
politischer Freiheit allein, sondern auch nach gesellschaftlicher Gleichheit strebt. Dienatürlichen Vorrechte der höhern Bildung und bessern Erziehung werden ihm darumunerträglich, und da sich diese Vorrechte selbst in einem constitutioncllen Staatslebenauf mancherlei Wegen geltend machen müssen, so sieht er am Ende gar die Verfassungseines Vaterlandes mit unzufriedenem Auge an. Nimmt man hierzu noch die un-aufhörlichen Einflüsterungen der Reiselustigen, die lockenden Beschreibungen bereitsemigrirtcr Verwandter und Freunde, so mag man sich wol erklären, wie der norme-gische Bauer auf die Auswanderung verfallt. Und je mehr die Auswanderung umsich greift, desto mehr wird sie eben dadurch auch erleichtert; denn die Sprache, vwfrüher den Auswanderungslustigen Besorgnisse erregte, ist kein Anstoß mehr, stit-dem so viele Tausende in der neuen Heimat schon die Sprache Norwegens reden.So ist es auch früher hergegangen, als Island colonisirt wurde; und wenn mandie Berichte der alten Sagen über das Naisonnemcnt, das damals von den Emttgrauten geführt wurde, liest, sollte man glauben, einen jetzigen Auswanderer nachAmerika zu hören. ^
. ^ Die Answanderungslistcn der fünf Jahre von 1846 - 50 zeigen folgende Zahlen:1846: Nil, 1847: 1001, 1848: 1360, 1849:2513, 1850: 2357 Kopfe. DieseVerhältnisse beweisen das allmälige Steigen der Auswanderungen. Hierzu kommt über-dies für dieselbe fünfjährige Zeit eine Zahl von 2457 Auswanderern, die zumeist mden letzten der genannten Jahre ihr Vaterland verließen, sodaß die Steigerung nochmehr hervortritt Vertheilt man die Totalsunime von 10779 Individuen auf diefünf Jahre, so' ergibt sich als die Mittelzahl der Auswanderungen für jedes Jahr21»6: eine nicht unbeträchtliche Zahl für ein so volksacmes Land w,e Norwegen.Doch muß hier auch bemerkt werden, daß die meisten Auswanderungen nur aus dendrei südlichen Stiften Norwegens stattfanden, während aus dem Stifte Trondhiem>wr 87, und aus Nordland und Finnmarken sogar Niemand auswanderte. Dies er-y°ht »och mehr die Proportionszahl, die, nach der ganzen Bevölkerung genommen,^twa ein Sechshundertel, „ach der Bevölkerung der Landschaften, in welchen Aus van-derungen stattgefunden, ein Fünfhundert« beträgt. In den Jahren seit 1850, vondenen man noch keine genauen oder geordneten Angaben hat, waren sogar die ckuS-Wrnderungen noch viel bedeutender, geschahen aber immer nur aus dem südlichenNorwegen zumal aus der Hauptstadt und ihren nächsten Umgebungen. Wie langesolche Auswandcrungsltist herrschen und wachsen wird, ist schwer vorauszusagen. Es«leicht diese Bewegung allen andern Tageslcidenschaften, und nicht einmal die reichste,überströmende Fülle im Lande selbst würde den Hang hemmen können. Im Ganzen">ag vielleicht auch diese Erleichterung von Übervölkerung den südlichern, wohnbarernEggenden des Landes wohlthun. Die Ansiedelung von Südländern in den nord-üchern Gegenden, wo »och viel Raum unbenutzt daliegt, gehört annoch z^ denSeltenheiten, und kommt eigentlich nur in einer Landschaft Norwegens, in den Dster»chalern (den obern Gegenden des Glommen) in größerm Maßstabe vor.
Neben der Auswanderungssucht möchte man auch gewissermaßen die Unruhe derArbeiter und Häusler als ein analoges Phänomen bezeichnen, die wie die Auswan-derung nicht wirklich in den Verhältnissen begründet ist, sondern theils durch die bloßeWirkung des Beispiels vom Auslande, theils auch durch künstliche Agitationen nn-öelner Individuen, mit denen die ganze Sache lebt und stirbt, erweckt worden. Die«"fachen agrarischen Verhältnisse Norwegens, die wir später genauer erörtern werden,Sestattm nicht oder machen es wenigstens schwer, daß hier ein eigentliches Proletanat«ustehcn könnte. Majoratserbschaften und große Anhäufungen von Landgütern, die^ besitzlose Masse hervorbringen möchten, welche nur auf Handverdienst angewiesen!?"re, und in Fabriken und Handwerksbetrieb in den größer» Städten Unterkommen>"Hen müßte, sind in Norwegen nicht vorhanden. Die Landgüter werden zw-Iche»«'Geschwister", oft sogar zu viel, getheilt; von Fabriken gibt es >'»r w°nche
Nahrungslostgkeit gewährt übrigens die in stetem Wachsen begriffene Versah«,
18 *