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Eilfter Band.
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Norwegen.

ziehung der drei Reiche in der Zukunft, und würde überdies dem skandinavischen Nor-den ein eigenthümliches, selbständiges Gewicht in dem gcsannntcn Bildungsproecssedes germanischen Europa verleihen. Für diese Auffassung des Skandinavismus stehtaber freilich wieder dem Dänenthumc jener krankhafte Patriotismus entgegen, dersich selbst von dem Wesen des deutschen Geistes abzuschließen sucht — eine Richtung,die weder die Norweger noch' die Schweden einschlagen wollen noch können.

Einen ganz besondern Einfluß hat in neuerer Zeit die englische Geistesbildungund Nationalität in Norwegen gewonnen. Bon jeher ist zwar die kommerzielle Ver-bindung zwischen Norwegen und England, durch die gegenseitige Lage beider Reichebedingt, bedeutend gewesen, wenn auch jetzt mehr als früher; aber der lebhafte gei-stige Verkehr beider Länder hat sich erst in neuerer Zeit hergestellt. Außer der all-gemeinen Bedeutung, die sich das englische Wesen unter den gebildeten Nationen er-rungen, sind es noch mehre besondere Ursachen, welche zu diesem Verhältnisse mitNorwegen beigetragen haben. Es.ist zuvörderst in England mehr und mehr Sitttgeworden, Norwegen zu bereisen: alljährlich kommen und gehen Hunderte von Eng-ländern, entweder um zu fischen und zu jagen, oder um Materialien für Reisebcschrci-bungen einzusammeln, oder auch um höhere wissenschaftliche Zwecke zu verfolgen-Dadurch lernen sich die gebildeten Leute beider Nationen kennen, das angestammt!Gefühl der uralten Nationalvcrwandtschaft taucht wieder auf, die englische Sprachtwird allgemeiner bekannt und somit der englischen Literatur mehr Eingang gewon-nen. Ferner ist die kommerzielle Verbindung, in der Norwegen so lange mit Ha»''bürg gestanden, zum Vortheile Englands mehr und mehr locker geworden. Esvielleicht anfangs ein Misgriff der Hamburger, durch Einschränkung des frühesausgedehnten Kreditsystems eine große Menge der norwegischen Kaufleute zu bell"digcn: diese wandten sich nach England, fanden da ein bereitwilliges Entgegenkommtund einen billige» Markt, und die neue Richtung, einmal eingeschlagen, konnte hs'der vollen Zufriedenheit beider Parteien nicht leicht wieder abgeleitet werden. ^Aufhebung des englischen Navigationögesctzcs und die dadurch bewirkte große Ausdt'nung des Seeverkehrs mit englischen Häfen, endlich die Errichtung der erstenwegischen Eisenbahn durch eine englische Compagnie, wodurch wiederum viele E>'§.länder bewogen wurden, sich in Norwegen anzukaufen und förmlich niederzulasst^'hat vollends die Verbindung befestigt und englischer Bildung wie englischem U»llnehmungsgeist dauerhaften Eingang in Norwegen verschafft. Aus diesem Gru>'^,von der große» «»beschützten und unbcschühbaren Küstenstrecke Norwegens garzu spreche», würde ein Bruch und Krieg mit England für Norwegen jetzt vöundenkbar und unmöglich sein. .

Vielleicht steht dieser geistige und commcrziellc Einfluß Englands auch mit ^genauern Verkehr in Verbindung, den Norwegen zufolge häufiger Auswandere»'^in den letzten Jahrzehnden mit den anglo-amerikanischen Staaten angeknüpft ^Diese Auswanderung ist in der innern Geschichte Norwegens, ein gewichtigesziemlich auffallendes Phänom, svdaß wir darauf eingehen müssen. Eigentlichman glaube», und glauben auch die Meisten, daß es in Norwegen Raumgäbe für alle Eingeborenen, und daß der freie norwegische Bauer nicht leicht da-,,denken könnte, seine Lage mit einer ungewissen Zukunft in fremdem, weit.entfcr"^,,Lande zu vertauschen. Aber theils gestaltet sich das Leben manches norwegische" ^birgsbauers auch bei ziemlichem Wohlstände als ein so mühseliges, daß Al,nicht wundern darf, wenn er cS mit einem mehr gemächlichen zu vertausche» ^insbesondere wo er bei dem Tausche nichts von seiner politischen Freiheit »es" ^theils ist der Norweger, insbesondere der Gebirgsbewohner, aus alter Ecwoh'chs jhiHwenig arbeitsscheu und horcht daher umsomehr den Versicherungen Derer, d'tvom Schlaraffenleben in Amerika erzählen. Endlich ist er sanguinisch, >"»S -Alreiselustig, und, was ein Ausländer auf die bloße Behauptung hin vielleichtglauben wird: sein angeborenes Selbstgefühl und sein Stolz sind eben durch t»eVerfassung so gesteigert und entwickelt worden, daß er jetzt häufig nicht »»^