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Eilfter Band.
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277
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Norwegen.

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gar als ein Kunstprodukt ohne Wurzel in dem norwegischen Boden gezeigt, unddürfte wol jetzt als ganz abgestorben anzusehen sein.

lll. Die sociale Gliederung des Volks.

Seit dem Erlöschen der Sklaverei schon gibt es in Norwegen von Rechtswegennur eine Classe von Staatsangehörigen, bei denen freilich der größere oder geringereGrad von Besitz, Wohlstand und Bildung, wie wir soeben gesehen, einen socialen,nicht aber einen rechtlichen Unterschied macht. Einen einheimischen erblichen Lde! gabes in Norwegen nie. Die Einverleibung in Dänemark und die Gcmeinschaftlichkeitder Institutionen mit diesem Lande bewirkten jedoch, daß dänischer Adel auch Nor»

wegen als Adel galt, und dieselben Vorrechte hier wie in Dänemark genoß. MehreGlieder des dänischen Adels siedelten sich förmlich in Norwegen an und vererbten ihreBesitzungen auf Descendenten. Die Zahl dieser Descendenten von dänischen Ädels-familicn in Norwegen blieb aber im Ganzen sehr beschränkt, und weil die ganze Jn-ftitukivn nicht einheimisch war, trug man auch, wie schon erwähnt, im Jahre 1821kein Bedenken, den Adel ganz abzuschaffen. Es war dies umsomehr nothwendig, alsdas Grundgesetz das Princip der völligen Gleichheit geradezu ausspricht. Keine per-sönlichen Privilegien, heißt es, dürfen Irgendeinem zugestanden werden. Majorateund Fideicvmmisse dürfen nicht errichtet werden, um den Grundbesitz nicht auf ge>wisse Familien zu concentriren. Schon bisher traten alle Bruder gleichmäßig in dreErbschaft, auch von Ländereien, und vorn Storlhing wurde neuerdings sogar einGesetz angenommen, dem zufolge Schwester mit Bruder gleich erbt. Adelsrechtewerden nur den Descendenten der Adclsfamilien vorbehalten, die vor dem Gesetzevon 1821 geboren waren. Socialer Unterschied besteht daher jetzt nur wie früherzwischen Gebildeten und Ungebildeten. Ehedem konnte man zur Kategorie der Unze-bildeten alle Bauern, auch die bemitteltsten, rechnen; jetzt aber übt die einflußreicheStellung der Grundeigenthümcr überhaupt eine Rückwirkung auf das Betragen unddie Bedürfnisse der ländlichen Bevölkerung aus, sodaß die sogenannten weißen Bauernmit einigem Vermögen sich der gebildete» Classe mehr und mehr nähern. Die völligeAbwesenheit irgendeiner privilegirten Classe äußert auf das Selbstgefühl und den socia-len Ton des gebildeten Norwegers eine merkwürdig erhebende Wirkung. Denn die ganzegebildete Classe, indem sie das oberste Element der Gesellschaft ausmacht, tritt da-' durch in dieselbe sociale Stellung ein, die anderwärts der Adel hat, nimmt instinct-mäßig das Selbstgefühl, die Freiheit und die Sicherheit deS Adels beim äußernAuftreten an, und erhält sich frei von der Befangenheit und Kleinlichkeit, die inden Ländern, wo es eine höhere privilegirte Classe gibt, vielen Mitgliedern der initt- .ler» Classe so häufig ankleben. Zm Allgemeinen kann man sag«', daß d.e mc.stenBeamten, dir größer« Gutsbesitzer, die Kaufleute und die meisten Schiffssuhrer demhöher gebildeten Kreise des Volks angehören. Daß in den Städten auch ein Spieß-bürgerthum besteht, daß es auf dem Lande auch viele größere Grundeigenthumer gibt,die nicht als Gebildete anzusehen sind, noch ">it Gebildeten Verkehr Haben, ist natur-'ich und leicht zu begreifen. Vornehmlich sind es die reichen und fruchtbaren Land-, schaften, wo die Bauern oder Grundeigenthümer die Bildung und sonnt d,e Lebens-wech der höher,, Classen sich anzueignen angefangen; in den ubr.gm Theilen deS. Landes, wo der Wohlstand geringer ist und die städtische Bildung noch Nicht so durch-gedrungen, steht der Bauer gewöhnlich auf demselben geistigen Standpunkte und, fuhrt im Ganzen dieselbe Lebensweise wie der Häusler oder der Arbeitn: er gehörtfolglich der niedern Gesellschaftsstufe an. Als -in äußeres Merkmal oder wenigstens. als die Prätensivn, einer hohem Stufe anzugehören, könnte man es ansehen , wenndas Familienhaupt entweder eine» erblichen Familiennamen angenommen hat,

.-l f"ne Töchter nicht mit ihren Taufnamen, sondern „Jungfer" (oder Fräulein) 2 . -

' Scannt werden. Denn sonst trägt in Norwegen kein Bauer, und trugen m a, ern

. Leiten auch nicht einmal die Vornehmsten irgendeinen Familiennamen. Leocr ycscec

v nur an den Namen feines Vaters die Endung „son" (d. h- Sohn), und auch die