Norwegen. WI
den hauptsächlich auf eine Nuderflotte an, und die Kanonenboote machen daher dasHaupttheil der Marine aus. Diese Kanonenboote sind theils größere Boote oderSchaluppen, jedes mit zwei schweren Bombenkanouen nebst einigen Carronaden, theilskleinere oder Jollen, jedes mit einer schweren Bombenkanone bewaffnet. Von Scha-luppen hat man etwa 90, von Jollen 50. Die Flotte von Segelschiffen umfaßt:
1 große Fregatte, mit 26 OOpsündigen Bomben außer dem Verdeckgeschüh, 1 Schrau-beucorvette mit 6 OOpsündigen, 3 Segelcorvetten mit je 20, 18 und 10 Bom-benkanonen, 1 Brigg, 5 Schoner, 4 Näderdampfschiffe. In Arbeit begriffensind eine große Schraubcndampffregalte, beinahe von der Größe eines klei-nen Linienschiffs, und eine Dampfcorvette. Die Kriegsschiffe werden hauptsächlichdurch Ausschreibung der sogenannten See-Enrollirten bemannt. Die in den Küstcn-distrietcn und Seestädten geborenen jungen Leute verzeichnet man nämlich für denSeedienst in einem Alter von 16 — 30 Jahren in die Hauptrolle, und in einemAlter von mehr als 30 Jahren in die Extra- oder subsidiäre Rolle, um sie dann,sobald das Bedürfniß eintritt, einzuberufen. Die in der Hauptrolle stehenden Per-sonen sind alle verpflichtet, fünf Seeexpcditionen mitzumachen, wenn sie einmal ein-gestellt worden. Nur wenn die Hauptrolle nicht ausreicht, darf man zu der Extra-rolle Zuflucht nehmen. Dieser Fall wird jedoch wol nicht leicht eintreten, denn schondie Hauptrolle enthält ungefähr 50000 wirkliche Seeleute oder wenigstens mit der^ee vertraute junge Männer. Die Extrarolle umfaßt etwa 32000 Individuen.Norwegen würde demnach eine weit größere Flotte, als es unterhält, bemannenkönnen. Für die .Marine sind für die Jahre 1854— 37 an 393000 Species aufdas Jahr ausgesetzt.
VIII. Das Geldwesen des Landes.
3ur Zeit der Losirennung Norwegens von Dänemark befand sich das ganzedano - norwegische Geldsystem in einem kläglich zerrütteten Zustande. Das von derdänischen Courantbank während der Kriegsjahre 1807 —12 massenweise ausgegebenePapiergeld theilte beinahe das Loos der französischen Assignaten. Eine königliche Ver-ordnung vorn 5. Jan. 1813, durch welche die sogenannte dänisch-norwegische Reichs-bank errichtet wurde, mit dem Recht, Papiergeld zu emittiren, suchte die Sache aufeuren bessern Fuß zu bringen, doch bei der Finanznoth des Staats vergebens, indemsich die Regierung genöthigt sah, die Reservefonds der Bank zu benutzen. Baldnachher ward eine norwegische Abtheilung der Reichsbank in Christian!» errichtet, dieauch in der ersten Zeit nach der Unabhängigkeitserklärung von 1814 fortfuhr als 'selbständige norwegische Staatsbank zu wirken, und in kurzer Zeit eine Masse von25 Millionen Neichsbankthalern an Papieren emittirte, deren CurS in zwei Jahrenso sank, daß ein Reichsbaukthalcr in Papier im Jahre 1816 in der Wirklichkeit nur/-> Thaler in Silber oder 12 Schillinge galt. Diesem Übelstande radical abzuhelfen,Kurde eine neue norwegische Bank am 14. Juni 1816 fundirt, mit einem Grund-fonds von zwei Millionen Species, wie schon oben bemerkt, durch gezwungene Ein-schüsse herbeigeschafft, und mit der Befugnis, den zweifachen Betrag des Silberfondsk Papicrscheinen auszugeben. Diese Bank, nach der Fundation eine Anleihe-, Giro-u«d Depositenbank, ist zwar eigentlich als eine private Institution anzusehen, wirdlcdoch durch Dirigenten geleitet, die das Storthing ernennt. Obschon nach der ur-sprünglichen Bestimmung die Bank keine Anleihen gegen Jmmobilieuhypothek bewilli-
durfte, sah man sich doch durch die Umstände genöthigt, diese Regel zu übe»*rten, und seitdem waren die meisten der ausstehenden Bankcapitaüen durch Jm-kvbiliarhypotheken gesichert. Erst seit 1842 fing die Bank an, mehr durch Diskonto-lüschäfte zu wirken, und seit 1851, wo das Storthing eine eigene HypothekbankAnleihegeschäften auf Immobilien fundirte, sind die Geschäfte dieser Art erst zum. heil auf das neue Institut übergegangen. Die norwegische Bank hat in Trondhiempren Hauptsitz und Filialabtheilungen in den übrigen Stiftsstädten, sowie m emigen
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