298
Norwegen.
das die nördlichsten mit Getreide versteht, bezieht man auch Körnerfrüchte aus denander» nordcuropäischcn Ländern. Fettwaarcn werden aus Dänemark, Holland undNorddcurschland bezogen, Colonial-, Manufaktur- und Fabrikwaaren aus Englandund Deutschland, zum Theil aus Belgien, Frankreich. Was Colonialwaaren betrifft,so führt man diese auch aus der Pyrcnäischen Halbinsel und aus Nordamerika ein.Salz, welches in frühern Zeiten, als Brennholz noch wohlfeil genug zum Sieden derSoolc war, zu den Exportartikeln Norwegens gehörte, wird jetzt besonders aus Spa-nien und Portugal eingeführt. Hanf, Segeltuch und Schiffsreepcn kommen haupt-sächlich aus Rußland.
Für die Herstellung der Lenchtthürme und für Seekarten ist seit der Emanci-pation Norwegens von Dänemark eifrig gesorgt worden. Vor 1814 gab es »ur45 festeFeuerbaakcn in Norwegen, meist Privatleuten gehörend und unbehülflich eingerichtet;auch waren die meiste» davon nur im südlichen Norwegen, während das nördliche,besonders Nordland und Finnmarken, ihrer ganz entbehrte. Seitdem hak der Staatdie Besorgung der Küstenfeucr und Küstenzcichen überhaupt übernommen und diesedie ganze Küste entlang systematisch und mit Benutzung aller technischen Fortschritteeingerichtet. Seit 1841 wird ei» besonderer Direetor des Leuchtthurmwcscns vomStaate besoldet. Man zählt gegenwärtig von Swinesund bis Nordcap nicht weniger als34 Feuerbaake», deren zwei doppelte sind; sie werden in Knstenbaakcn (um den Eingangzu den Föhrde» und Scgelstraßcn zu finden), Binnenbaaken (um den Weg in de»Föhrden oder Straßen selbst zu zeigen) und Hafenbaaken (um die Hafenplätze amzudenken) eingetheilt. Außerdem hat man etwa 60 Tagebaaken, um den Seefahrernbei Hellem Tage den Weg längs der inselrcichen Küste zu zeigen. In jedem Budget-termin wird die Zahl der Baakcn und Merken erweitert; das letzte Skorthing beschloßdie Errichtung von »och 15 Lcuchtthürme». Im Ganzen sind für das LcuchtthurM-und Baakenwcsen im laufenden Bndgettcrmin 56500 Svecies in Anschlag gebracht,wozu »och 1000 Species kommen, um an gewissen Stellen die Zahl der Ringe undanderer Befestigungsmittel für Schiffe zu vermehren.
Die hydrographische Vermessung der Küsten, schon im Jahre 1700 angefangen, ißjetzt geendet, und schöne, genaue Küstcnkarten von Trondhjcm bis nach der russische»Grenze in Finnmarken wurden herausgegeben. Für das südliche Norwegen, mit dessc»Küste man 1700 anfing, und Von welcher schon damals Karte» gestochen wurden,hat man eine Revision jener Arbeiten begonnen, und Küstcnkarten, in größerm Maß'stabe als die ältern und viel genauer, sind bereits über die Christianiafohrde u"ddie Küste bis nach Arendal erschiene». Die ganze Reihe der Karten wird rasch fo^gesetzt, bis man an den Punkt bei Trondhjcm gelangt sein wird, wo man die nörd'liehe Reihe der Karten begonnen hat. Das Lootscnwcscn Norwegens kann ein rresrliches genannt werden, doch, wie es scheint, mehr wegen des küprit üe evrps, d('sich traditionsmäßig bei den Lootscn erhalten hat, als wegen besonderer Vorzüglich^der Organisation. Von eigens angestellten Lootsen gibt es etwa 1000; an der Küßsind jedoch alle Bewohner seckundig, und sogar Frauen führen, in Ermangelung d^regulären Lootsen, solche Geschäfte mit gutem Erfolg'aus. Die Lootscn werdenmiitclbar bei Leistung ihrer Dienste von den Schiffern bezahlt. Außerdem werde /um jene für die Navigation nothwendigen Ausgaben des Staats einigermaßen du»Die, denen sie zugute kommen, ersetzt zu erhalten, von den Schiffen mehre Abgabstnamentlich Fcucrbaakengelder und Lastcngelder erhoben, beide »ach dem Kubikra»des Schiffes in Commerzlasten berechnet. Hierzu kommen noch einige geringeregaben nebst den Conjülargcbührcn, welche die norwegischen Schiffe, wie die aller adern Nationen, wenn sie auswärtige» Häfen löschen oder laden, zu zahlen ha^..
Als private Entreprisen für die Sicherung der Seefahrt müssen die in denten Jahren errichteten Secassecuranzvereine erwähnt werden. Es bestehen sechs ^
seitige Vereine und drei Assecuranzgcsellschaften. Die gesammte Versicherungssumme
in jenen sechs Vereinen gesicherten Schiffe betrug Ende 1850 mehr als 5,000000 Dp"'die Summe der Versicherungen in den drei Gesellschaften dagegen nur 404138 DP