Östreich.
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blicks, bis die zunehmende Ermattung des Volks wieder eine größere Thätigkeit derRegierungen gestattete. Die demokratischen Bewegungen in Deutschland machtendem gutuntcrrichteten östreichischen Ministerium keine Sorge, desto mehr fürchtete esdas Übergewicht Preußens. Gerade dieses schien aber nach der Kaiserwahl als dasendgültige Resultat aus der deutschen Revolution hervorzugehen. Von diesen, Augen-blick an nahm die östreichische Politik eine andere Richtung, sie wurde offen feind-selig gegen die frankfurter Versammlung und entschieden abhold allen Einheits-bestrebungcn. Konnte die deutsche Kaiserkrone nicht für das Haus Lothringen zurück-erobert werden, welches nach der Ansicht aller einflußreichen östreichischen Staats-männer ein gewissermaßen erbliches Anrecht auf dieselbe besaß, so sollte der alteBundestag einfach und unverändert wiederhergestellt werden. Diesem Ziele steuertefortan Fürst Schwarzcnberg energisch entgegen. Die Aufstände im südlichen undmittlern Deutschland im Frühjahre 1849 vermehrten in hohem Grade die Schwierig-keiten der deutschen Frage für Ostreich. In Baden sowol wie in Sachsen warendie preußischen Truppen zur Wiederherstellung der alten Ordnung erfolgreich einge-schritten. Stieg dadurch schon an und für sich das Ansehen der preußische» Macht,so ka», »och der weitere bedenkliche Unistand hinzu, daß Preußen eine bleibende Be-setzung Badens beabsichtigte und auf diese Weise auf süddeutschem Boden selbst sichOstreich gegenüberzustellen drohte. Schwarzenberg verkannte keineswegs die Nach-theile, welche für Ostreich aus dieser Machtausdehnung des Nebenbuhlers im deut-schen Primat erwüchsen. Trotz der Truppennoth, welche im Kaiserstaat herrschte,ließ er dennoch durch die Vermittelung des Neichsverwesers die Mitwirkung eines östrei-chischen Corps an dem, badischen Feldzuge beantragen. An der Verwahrung Preu-ßens scheiterte dieser Plan. Nicht auf die Requisition der deutschen Centralgewalt,Andern auf das unmittelbare Ansuchen des Großherzogs sei das preußische Heer^geschritten, es könne daher die übernommene Mission nicht füglich mit einem an-°ern Staate theilen, und müsse Ostreichs Anerbieten zurückweisen. Schwarzen-berg's Antwort auf diese Note (22. Juli 1849): „man bedaure, daß die Theil-nahme der östreichischen Truppen an der Wiederherstellung der gesetzlichen OrdnungM Baden nicht gewünscht worden sei; das badische Oberland wäre dadurch vielenDrangsale» entgangen, die Führer des Aufstandes hätten sich nicht wie jetzt den,Arm der Gerechtigkeit entzogen, das Ausland hätte die Einigkeit von Preußen undOstreich daran erkannt", athmete jenen bittern Ton, welcher seitdem fast ununter-brochen im diplomatischen Verkehre zwischen den beiden deutschen Großmächten herrschte.
Die Nevolukionsbewegungen in, Frühjahre 1849 brachten für Östreich nicht blosEine nie wieder vergessene diplomatische Schlappe, sondern auch die Gefahr einer Ver-pflanzung demagogischer Keime in die nur nothdürstig beruhigten Erbländer. DieAufhebung des Reichstags, die Zurücknahme mannichfacher Märzerrungeuschaf-Eu hatte» keineswegs, wie man gefürchtet hatte, Volksbewegungen als WiderhallEinlaßt. Daß sich namentlich Böhmen dem stillen Wunsch, seiner ehemaligen Ver-, "er „icht fügte und für den Reichstag nicht zu den Waffen griff, hatte theilweise">en Grund in der Unzufriedenheit, welche sich in den radicalen Kreisen der Be-
ttung gegen den Reichstag regte. Man warf ihm vor, daß er durch sein zag-
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r?ftes Auftreten die Oktoberrevolution ihres sonst sichern Erfolgs beraubt, und die^ttessen der Freiheit stets den Einflüsterungen einer beschränkten nationalen Eiser-^Eht geopfert habe. Besonders unter den Slawen wurde in, Gegensatz zu dem frü-»ationalen Enthusiasmus der Ruf nach einer kosmovolitischen Auffassung desz ^slebens, nach einer Föderation aller Völker Europas laut und damit unter^ ^«Mittelung polnischer Emigranten und russischer Flüchtlinge die Einigung mitputschen Radicalen angebahnt. Um die Kräfte der Regierungen zu theilen undzu hindern, dem beabsichtigten allgemeinen Volksaufstandc in Deutschlandij^Efch entgegenzutreten, wurden die böhmischen Radicalen, vorzugsweise aus denftzä't ' ^r Studenten rekrutirt, zu einer bewaffneten Erhebung überredet. Bakunin,EE Röckel, kamen heimlich nach Prag, um den weiter« Plan festzustellen und