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Eilfter Band.
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306
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306 Ostreich.

nachdem auch eine im April 1850 veröffentlichte Denkschrift ohne Wirkung blieb,in ein gezwungenes Schweigen.

Man sollte glauben, ein Ministerium, welches den Magyaren so feindlich ge-genüberstand, eine Verfassung, welche bei dem herrschenden Volke in Ungarn ein sogroßes Missallen erregte, hätten bei den Gegnern der Magyaren, bei den slawischenVölkern, eine freundliche Theilnahme gefunden. Auffallenderweise trat das Gegen-theil ein und standen alle slawischen Stämme auf der Seite der Opposition. Nochehe die octroyirtc Verfassung in den ungarischen Landern prvclamirt worden war,richtete (am 1. Aug. 1819) der kroatische Banalrath an den Banus Jellachich fol-gende Vorstellung: „Da alle daS drcicinige Königreich Kroatien, Slawonicn undDalmatien betreffenden Angelegenheiten verfassungsmäßig einzig und allein auf demLandtage dieser Königreiche verhandelt werden sollen, so kann der Banalrath die ioctroyirte Verfassung ohne den gesetzlichen Landtag nicht kundmachen, und zwar um- !sowcniger, als dieselbe nicht nur in die Grundrechte der Nation eingreift, sondernauch die kroatisch - slawonische Militärgrcnze von derselben trennt." Bekanntlichgehörte die Vereinigung der Grenze mit dem Provinziale, die Aufhebung der admi-nistrativen Selbständigkeit der erster» zu den frommen Wünschen des Jahres 1818.Der Widerstand des Banalraths war von keinem Belang. Seine Vorstellungwurde vom Banus in scharfen Worten abgewiesen: „Die alte Constitution Kroatiensmit ihrer Feudalgrundlage und ihrer Behandlung der Bürger und Bauern alsunsers oontriduons plsks sei jetzt unhaltbar, der Banalrath eine bloße vollziehendeBehörde, die Marzversassung unbedingt kundzumachen." Sie wurde am 10. Dec.mit blos officiellem Sauge und Klänge in Agram publicirt. Bald aber erlitt dieRegierung von slawischer Seite einen neuen Angriff. Palacky veröffentlichte in denWeihnachtstagen in der böhmischen „Nativnalzcitung" seine berühmten Grundzüge derFöderativversaffung Östreichs. In dürren Worten wurde die nothwendige Gliede-rung Östreichs in selbständige nationale Gruppen auseinandergesetzt, in der Sprachedes Gesetzgebers der Wirkungskreis der Landtage, welche jenen Gruppen vorstehensollen, die AmtSsphäre des Bundesraths und der wiener Centralbehorden fest'gestellt. Der Plan Palacky'S lief aus einen Bundesstaat mit einer monarchische"Spitze hinaus. Erst durch die Übersetzung in die deutsche Sprache gelangte er z»rallgemeinen Kenntniß, erregte aber dann das größte Aufsehen. Die Autorität desVerfassers, die apodiktische Weise, in welcher daS Programm vorgetragen wurde,erschien der Regierung bedenklich genug, um ihre unmittelbare Einmischung in denKampf und dessen gewaltsamen Abschluß zu rechtfertigen. Der Unterstaatssecretä" >Helfert erhielt den Auftrag, Palacky'S Ansichten mit literarischen Waffen.anzugreifen IDa aber dieser Wortkampf zu keinem Resultate führte, die ungeschickten Entgegnu"'gen der regierungsfreundlichen Presse das Gefecht nur zu Gunsten des Feindesterhielten, so nahm das Ministerium zu erfolgreichern Mitteln seine Zuflucht. Da"Drgan der czcchischen Partei, die böhmische „Nativnalzcitung", wurde unterdrückt, P"!lacky ein unbedingtes Stillschweigen bei schwerer Verantwortung geboten. Diesigscharfe Verfahren der Regierung ward durch die zahlreichen Sympathien für ,

lacky's Programm auch in außerslawischen Kreisen erklärt. Der schroffe Pro"'.zialstolz, welcher besonders in den kleinern deutschen Kronländern, wieSalzburg herrschte, fand in Palacky'S Föderationsplane größere Garantien f"sSelbständigkeit auch der kleinsten östreichischen Landschaft als in dem ministe""Centralisationsplane. So wenig freundlich man auch sonst in diesen Kreisen vonslawischen Bestrebungen dachte, in dem einen Punkte billigte man dieselben undschloß in der BerfaffungSfrage gemeinsam mit der föderalistisch gesinntenbevölkerung vorzugehen. Kein Wunder, daß die Regierung' sich beeilte, den Kaim Keime zu ersticken. KauM ruhte aber der Streit über Palacky'S Programm, ^tauchte, und zwar abermals am flämischen Horizont, eine neue Wetterwolke am-Die Natur der Sache brachte eS mit sich, daß trotz aller verheißenen G e^berechtigung der Nationalitäten die deutsche Sprache als die Geschäftssprache