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Eilfter Band.
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Östreich.

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chie Stufe nach Stuft erklommen, war nicht unmittelbar aus dem Privatleben indas Ministerhökel gewandert. Freiherr von Bach stand schon vor der Revolution alsvielbeschäftigter Advocat dem Beamtenstandc nahe und besaß mannichfachc Verbin-dungen in den höchsten Kreisen. I» Bruck kam jedoch zum ersten mal die rein prak-tische Tüchtigkeit, die blos geschäftliche Bildung zur höchsten Anerkennung. Daß Jahr1848 halte dieses einflußreiche und verdiente Mitglied der triester Llohdgcscllschaft alsAbgeordneten in die deutsche Nationalversammlung nach Frankfurt geführt. Schmuhier im Interesse der östreichischen Regierung erfolgreich thätig, wurde er im Herbstvon dem scharfblickenden Fürsten Schwarzenberg auserschen, das östreichische Handels-wesen zu leiten. Nichtig suhlte der Ministerpräsident, daß seine Stellung auf dieLänge unhaltbar würde, wollte er sich der Mitwirkung frischer Kräfte und im freienWeltverkehr gewonnener Erfahrungen entschlagen. Er hielt Bach in seiner hohenStellung fest, obgleich derselbe in den Kreisen, in welchen Schwarzcnbcrg bis dahingelebt, nur als Barrikadcnminister bezeichnet worden; er zog Brück herbei, obgleiches die im Bureaudienste Ergrauten für unmöglich hielten, daß ein Nichtbeamter mitErfolg einem Ministerium vorstehen könne. Schwarzenberg's Scharfblick hatte sichglänzend bewährt. Gerade die beiden Männer, deren Eintritt in das November-ministerium man mit Achselzucken betrachtete und nur als ein vorübergehendes Zuge-ständnis, an die noch nicht beruhigte öffentliche Meinung ansah, sind die Stützen desneuen Östreich geworden. Bach's Energie verdankt der Monarch die Durchführungdes Ccntralisationssystems, die kräftige und dauernde Unterdrückung aller Oppositions-gelusie, Bruck s unverdrossener Thätigkeit verdankt der Staat fast Alles, was ergegenwärtig an materiellen Hülssgucllen besitzt.

Die ersten Monate seiner Amtsthätigkeit hielten Bruck noch in andern Wir-kungskreisen gefesselt. So führte er namentlich das italienische Fricdenswerk durch.Kaum aber war die äußere Lage des Staats beruhigter und der Waffenlärm ge-ringer geworden, so begann auch Bruck's großartige Neformthätigkeit. Das Haupt-ziel seines Strcbens war auf die Anbahnung einer östreichisch-deutschen Zoll- undHandelseinigung, auf die Errichtung eines mitteleuropäischen Zollvereins gerichtet;dabei wurde aber, was gewöhnlich übersehen wird, die politische Seite dieser Planeebenso scharf in das Auge gefaßt, als man die materiellen Vortheile berücksichtigte.Schwarzenberg's siegreiche deutsche Politik hatte an Bruck's Planen den eifrigstenund wirksamsten Bundesgenossen.

Bereits am 26. Nvv. 1849 brachte die officielle „Wiener Zeitung" eine vorläufigeAnzeige der beabsichtigten Gründung eines östreichisch-deutschen Zollverbandes. DerBeifall darüber war in den östreichischen Kreisen wol geringer als in Deutschland^lbst, welches mit Recht im Gefolge des Handclsbundcs den Sieg des deutschenBftsens in Östreich erblickte. Diese Meinung theilte auch „daS östreichische Mini-sternim, nur daß es noch wciterblickcud das gcrmanisirte Östreich an der Spitzeb°n Deutschland schaute. Es war also der Handclsbund gleichzeitig gegen das imbisherigen Zollvereine vorzugsweise großgewachsene preußische Primat gerichtet.' KeinAnschluß an den Zollverein, in welchem Preußen den Vortritt hatte, sondern seineVerwandlung in einen mitteleuropäischen Handelsbund, wo Östreich den Ausschlagbab, bildeten das Ziel der Bruck'schen Entwürfe. Preußen fand es natürlich seinenInteressen nicht angemessen, das Projcct in seiner Tragweite zu fördern. Es faßteSache auf, als ob blos von einem Handclstractate zwischen Östreich und demZollvereine die Rede sei, und instruirte seinen Gesandten am wiener Hofe, Grafeng "nstorff, dem kaiserlichen Eabinete die Bereitwilligkeit Preußens für diese commcruclleAnnäherung zuzusichern. Diese Auffassung der östreichischen Projccte zwang den Flir-rn Schwarzcnberg in einer'Depesche an die kaiserlichen Bundescommissare in Frank-'»rr (26. Jan. 1850) sich deutlicher auszusprechen. „Unser Streben kann nicht bloseine kommerzielle Annäherung an den Zollverein gerichtet sein. Das Ziel. wel-wir uns nach reiflicher Überlegung vorgesetzt haben, ist ein viel höheres, die^e Gegenwart. XI.