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Eilfter Band.
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Das heutige Credit- und Bankwesen. 445

die Perpetuirlichkeit, anderntheils die allgemeine Verbreitung solcher an sich mißlichenCreditinstitute hemmen. Für den Gewerbtreibenden selbst ist es unter allen Um-ständen von größtem Belang, daß die Rückzahlung leicht und namentlich auch inmehrfacher Weise, zu länger» und kürzern Terminen möglich gemacht werde. Einerbesondern Erörterung über die Crcditerlcichterungseinrichtungen, welche speciell fürdie in dem Handel thätigen Erwerbskreise bestimmt sind, können wir uns hier ent-schlagen, da dieselben sich unmittelbar aus der Darstellung des Bankwesens ergebenwerden, zu welcher wir nunmehr übergehen.

Die Banken in Bezug auf den kaufmännischen Verkehr.

Der Name Bank ist dadurch entstanden, daß auch die Geldwechsler, Leute,welche das wol älteste und heutzutage ganz in den Hintergrund getretene Bankge-schäft: die einen Münzsorten gegen die andern umzutauschen, betrieben, gerade sowie Kaufleute, Fleischer u. s. w. eine „Bank", einen Tisch oder eine Bude fürdie öffentliche Darbietung ihrer Geschäftsarbeit an Marktplätzen, Straßen aufstellten.Fallirte der Wechsler, so wurde ihm seine „Bank" von der Obrigkeit zu einer „zer-brochenen" — lmnoo rotto, b-ingus routo (Bankrott) gemacht. Heutzutage verstehenwir in Deutschland unter einer Bank schlechthin ein Institut, welches der Staatentweder gegründet (Staatsbank) oder für eine Gesellschaft von Actionären conces-sionirt und mit gewissen Privilegien für den Betrieb von Wechsel- und Geldgeschäf-ten versehen hat, also immer nur in dem Sinne eine öffentliche Bank, daß ihr diePrivatbankgeschäfte der einzelnen für eigene Rechnung allein arbeitenden Geschäfts-männer und Firmen gegenüberstehen. Im Allgemeinen lassen sich neben den Staats-banken und den concessionirten und autorisirten Privatbanken auch ganz freie Privat-banken unterscheiden.

Für eine Darstellung der geschichtlichen Entstehung und Entwickelung des Bank-wesens muß man die Geschichte der Bankgeschäfte von der Geschichte der Bank-institute unterscheiden. Über die erstem sind wir noch weit mehr im Ungewissen alsüber die leHtern, die wir auch nur lückenhaft zusammenstellen können. So weitist indessen doch die eine Geschichte mit der andern verbunden, als es gerade für dieeinzelnen Bankgeschäfte besondere Bankinstitute gegeben hat und theilweise noch gibt.Wir stehen hier natürlich von einer abgesonderten Vorführung der Geschichte der Ban-ken und der Bankgeschäfte ab, wollen es uns dagegen angelegen sein lassen, durchEinschaltung geschichtlicher Bemerkungen dem Leser ein allgemeines Bild von derzeitlichen Entwickelung dieser Gegenstände darzubieten.

Es ist zunächst festzuhalten, daß die ersten Bankinstitute und die ältesten Bank-geschäfte entschieden den Zweck hatten, ein Hülfsmittel für die Handelsthätigkeiten«u sein, daß sie ein Werkzeug waren für den Verkehrsstand, und nicht ein Unter-Uehmen mit einem auf sich gestellten Selbstzweck. So traten zuerst das Deposit-"ud das (alte) Girogeschäft nebst Aufstellung einer besondern Bankvaluta hervor.

Vergegenwärtigt man sich einen „Cirkel" (girn) von Kaufleuten, welche in°>nem lebhafter» Waarenaustausch untereinander stehen, sodaß z. B. ^ heute an v'we Summe geben muß, die dieser nach einiger Zeit von jenem zu beziehen hat,L an S einen Betrag gibt, den dieser an 6, 6 an D und v an ^ zu zahlenso wftd „E gleich finden, daß da Geldumsätze eintreten, die durch eine Um-^reibung der Werthe vermieden werden können. Letztere statt jener Zahlungen ein-zn lassen, muß Vortheilhaft sein, weil das häufige Zählen und Verpacken Zeit-^."Ust, die Versendung Gefahr und Kosten und selbst die Abnutzung der Münzen"bußx bringt. Dazu kam die vielfache Gefahr einer vcrsplitterten Aufbewahrung^°ver Summen an einer Menge einzelner Plätze und der Umstand, daß an dentz» "^^splätzen nicht nur eine große Menge verschiedenster Münzsorten zu circulirenRein^"' deren Werth der Handelsstand nur nach dem an sich durchaus »»sichernan edelm Metall abschätze» durfte, sondern daß auch die wirklich vondus vollwichtigen Münzen durch Abnutzung im Laufe der Zeit oder durch