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Eilfter Band.
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4,'>0 Das heutige Credit- und Bankwesen.

„gegen" Paris, so wird man von andern Platzen her Wechsel, die anf Londongestellt sind, nach Paris zum Verkauf schicken (also Sendung einer Waare auf einenMarkt, wo sie hoch bezahlt wird), um dann mit dem erhaltenen Metallgeld andereWechsel zu kaufen, womöglich solche, die einen niedrigen Metallpreis, den Curs ge-gen sich haben; oder man wird von andern Plätzen her in London die Wechsel aufParis aufkaufen lassen, sei es um sie anderwärts, wo die Wechsel auf Paris höherstehen, zu verkaufen (also Ankauf einer Waare an einem Platze mit niedermPreis zum Transport und Verkauf an einem Markte mit hohem Preis), sei es umdie fälligen eigenen Zahlungen nach Paris möglichst billig zu machen (Kauf a»billigem Marktplätze für die eigenen Verbrauchsbedürfnisse). Auch werden die pariserKaufleute schon des bloßen Curses halber aus London trassiren, während umgekehrtdie londoner den, Trassiren auf Paris möglichst aus dem Wege zu gehe» suchen wer-den. Diese Operationen durch Kauf von Wechseln an dem einen Orte, um mitGewinn dieselbe» an einem andern wieder zu verkaufen, nennt man Arbitrage.

Das Wechselgeschäft der Banken, unter welchem man den Kauf und Verkaufvon Wechseln, welche nicht an dem Wohnsitze der Bank zahlbar sind, versteht, ißnamentlich eine Spcculation auf die Cursschwankungcn. Dazu kommt dann ins-besondere noch das Bedürfniß der Bank, die von ihr selbst nach andern Plätzen hinzu machenden Zahlungen mit Wechseln zu bewirken, sodann eine Vermehrung ihrerBaarschaft herbeizuführen, und Gelder, welche sonst müßig liegen würden, zinstra-gend zu machen. Letzteres ist schon wegen des sogenannten Diskontogeschäfts derBanken hervorzuheben. Wechsel sind nämlich an sich keine zinstragenden PapiersAber gerade weil man im Gegentheil sagen muß, daß ein Wechsel, welcher nicht ausSicht, sondern z. B. erst »ach eine», Vierteljakr zahlbar ist, erst nach Verlauf des-selben zu seinen, vollen Ncnnwcrthc gleichsam anwächst, kann eine dritte Person u"vso auch eine Bank Geld durch Wcchsclankauf zinswerbcnd mache», weil sie die Zin-sen des von ihr dargebotenen Geldwerthes bis zum Verfalltage des Wechsels in Ab-zug bringen wird. Eben dieser Abzug heißt dann auch Wcchselzins, Escomp^Disconto. Obgleich nun auch im „Wechselgcschäft" der Banken, das auf den Han-del mit auswärts zahlbaren Wechseln beschrankt wird, eine Berechnung des Disco"t°und selbst die bestimmende Rücksicht auf denselben nicht ausgeschlossen ist, wird d»wunter Diskontogeschäft eben nur der Ankauf von Platzwechseln vor der Verfallzeit »nmit Abzug des Diskonto verstanden. Die öffentlichen Banken pflegen bei dem Disca"tiren weder eine weitere besondere Gebühr als Provision zu berechnen, noch eintnochmaligen Verkauf des Wechsels zu beabsichtigen. Beides dagegen geschieht nePrivatfirmen; denn diese können auf eine Mehreinnahme über den bei derüblichen Betrag rechnen, weil sie nicht an die Federung von zwei oder dreiUnterschriften auf dem Wechsel wie die Banken gebunden sind. Während desh^der Bankdiskont in der Regel etwas niedriger ist als der Privatdiscont, pfle^ ,jlDiskont überhaupt etwas unter dem landesüblichen Zinsfuß zu stehen, einmal ^er in der Regel Summen zugute kommt, die sonst müßig liege» würden,weil die baldige Rückerstattung der Summe sicher ist, das Capital also auchfür längere Zeit gebunden erscheint. Außerdem wird das Jahr bei der Zins^nung nur zu 360 Tagen angenommen und der Zinsfuß nach der im Wechßgegebenen Summe berechnet, während er eigentlich den ZinS für diese Sum»>t ^Abzug des Disconto darstellt. In der letzten Zeit haben wir übrigens se^tz-sselNwürdige und auf den ersten Blick vielfach widersprechende Erscheinungen amGebiete erlebt, und es lassen sich namentlich die bedeutsamen Differenzen in denwie in der Bewegung des Diskontosatzes, welche gleichzeitig' an den größte"päischen Handelsplätzen hervorgetreten sind, nur durch eine längere Aus""sctzung erklären, für die uns hier der Raum und dem Leser vielleicht auch dateresse fehlen würde. a»

Wir haben bemerkt, daß die Banken zum Ankauf von Wechsel", die 'dem Wohnsitze der Banken zahlbar sind, auch durch das Bedürfniß nach S