Das heutige Credit- und Bankwesen. 449
einen zweiten u. s. >v. Dieser erste und dann auch ein zweiter, dritter Ver-käufer wird Indossant genannt. Es ist namentlich wichtig, daß nach Wech-selrecht dem Nemittenten der Aussteller wie nach erklärtem Accepte der Bezogenehaftet, daß bei Indossament dem Inhaber nicht nur der nächste Vormann, son-dern auch in springendem Regreß die frühern Jndossaten haften, daß keinerlei Ein-rede gegen die Zahlungsort Kindlichkeit gilt, welche vielmehr nur aus dem Wech-sel, nicht etwa aus dem Geschäft, infolge dessen der Wechsel ausgestellt ist,hergeleitet wird u. s. w. Die großen Dienste, welche die Wechsel dem Verkehrs-stande leisten, liegen offen vor. Vor allem tritt die Ersparung der kostspieligenünd doch unsicher» Geldsendung von Ort zu Ort hervor, und die Wechsel sind des-halb in dem Grade nützlicher, als der Transport edler Metalle größere Einbuße undstärkeres Risico bringt. Entweder stehen Handelsorte in dircctem Verkehr mitein-ander, oder es läßt sich durch Heranziehung dritter Plätze stets eine Erfüllungder Foderungsverbindlichkeiten so weit durch Wechsel realisiren, daß nur die even-tuellen Überschüsse in der Gestalt von baarer Münze zur Versendung zu gelangenbrauchen. Auch die Wechsel sind eine Waare, ein Gut, sie sind anerkannt Befrie-digungsmittel für das Bedürfniß, eine Geldsendung in wohlfeiler und rascher WeiseU'achcn zu können. Ebendeshalb haben sie einen Preis, der mit dem Zu- und Ab-Uehmen dieses Bedürfnisses an dem einzelnen Orte und nach bestimmten andern Ortenhtu steigt oder fällt: sie haben einen schwankenden Curs. Dieser Wechselkurs zwischen^vei Plätzen bewegt sich bald über, bald unter dem „Pari", durch welches Work hierdas Verhältniß zwischen zwei, an den beiden Orten üblichen Münzsortcn ausgedrücktwird, welche man als gleich in Bezug auf den Gehalt von Gold oder Silber ansieht.
wird das Pari zwischen Wien und Paris durch 100 und 259,8 angegeben, weil>00 Gulden des 20-Guldenfußes und 259,8 Francs gleich viel Silber haben. Intn Listen der einzelnen Plätze, welche die Wechselkurse veröffentlichen, wird in der-stegel die eine Münzsumme als feststehend (die feste Valutä) im Sinne behaltenund das Schwanken des Curses nur nach der andern, der veränderlichen Vakitaangegeben, wobei es kommen kann, daß die einem Cursausdruck zugrunde gelegteWahrung gar nicht geprägt wird, oder daß auch das Prcisverhältniß zwischen Goldrmd Silber auf den Wechselkurs influirl, nämlich wenn an dem einen PlatzeGoldwährung, an dem andern Silberwährung herrscht. Hiervon abgesehen, wirdder Paristand eintreten, wenn die Nachfrage und das Angebot von Wechseln nach^nem Orte gleich stark ist und nicht ganz specielle Verhältnisse Unterschiede bringen.«9 an einem Orte die Nachfrage nach Wechseln, z. B. nach Paris stärker als dasZugebet, so wird sich der Curs über Pari heben: er steht dann „für" Paris oder"günstig" für Paris. Weil man Wechsel kauft, um einen Gewinn zu machen, sou«n sich in gewöhnliche» Zeiten und zwischen Plätzen, die ihre Münzen gegenseitig."uchmen, der Wechselkurs höchstens um den Betrag der Fracht- und Assecuranzkosten.Es Baarsendung steigern, bei einem Verbot der Geldausfuhr dagegen natürlich weit°der. Selbstverständlich ist hierbei für sich der Unterschied von Wechseln zu beherzigen,q^che gleich bei der „Präsentation", „auf Tickt" zahlbar sind, und solchen, welche^» Zahlung zu einer bestimmten Zeit nach dem Ausstellungstcrmin (clat«) gestellt sind.
dann ist selbst der an den einzelnen Handelsplätzen gültige rmo (eignes) nichtsch versehen, nach welchem eine nicht überall gleiche Zahl von Tagen überhaupt zwi-Auszahlung und Ausstellung oder (wie in Hamburg bei deutschen Wechseln)tz Mutation der Wechsel zu verlaufen hat. Sobald aber, abgesehen von der WirkungH dergleichen Verhältnissen, die Wechselcurslisten eine erheblichere Abweichung vom^chselparistande zwischen zwei Handelsplätzen erkennen lassen, so treten größtentheilsHz voller Analogie mit den Handelsmanipulationen für Kauf und Verkauf andererdie an verschiedenen Orten einen erheblich verschiedenen Preis haben) Ge-vcin,^ ^rvor, welche zu einer Ausgleichung der Preisdifferenz führen. Stehen'>ch die Wechsel z. B. zwischen Paris und London „günstig" für London undGegenwart. XI. 29