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Das heutige Credit- und Bankwesen. 457
Angebots derselben gleichzeitig ein, so wird die entsprechende Papiergeldemission demSteigen der Waarenpreise in Geld entgegenwirken, das aus vielen Rücksichten er-wünschte Gleichgewicht zwischen den übrigen Waaren und Geld aufrechterhalten. Daßbei alledem die Interessen der einzelnen Privatwirthschasten auf das lebhafteste be-theiligt sind, liegt auf der Hand, aber man wird auch schon hier die einfache Fol-gerung machen können, daß man nicht berechtigt ist, ganz im Allgemeinen von gutenoder schlechten Folgen der Papiergeldemission zu reden: es kommt Alles auf die con-treten Bedingungen an, unter welchen sie erfolgt, und auf das Maß, in welchem siezu dem veränderten Bedürfniß nach Circulationsmitteln steht. Kein verständigerMensch wird behaupten wollen, daß eine Vermehrung des Angebots von Kartoffelnnicht durchaus erwünscht und segcnbringend sei, wenn sich die Nachfrage nach den-selben so gesteigert bat, daß sie mit dem bisherigen Angebot nicht mehr zu befrie-digen steht. Ebenso wenig darf man sich der zwar eventuellen, aber dann auchdurchaus parallelen Folgerung für die Vermehrung des Angebots von Circulations-niitleln durch- eine Ausgabe von Papiergeld entziehen. Denn hier kommt eS zunächstnicht in Frage, ob man bei der erfahrungsmäßig erfolgten Ausgabe von Papiergeldsich wirklich an jene Rücksicht und Einsicht gebunden, oder ob man nicht vielmehr inden Tag hinein gewirthschaftet habe, sodaß etwa gerade dann die stärkste Papiergeld-ausgabe erfolgte, wenn man ihrer überhaupt am wenigsten bedurfte.
Eine zweite und dritte Folge geht aus dem Unterschiede des Metallgeldes unddes Papiergeldes hervor. Das eine wie das andere ist allerdings Circulationsmittel.Metallgeld hat aber einen Tauschwerth, der nicht blos auf der Nachfrage nach Cir-.culationsmikteln, sondern auch auf dem edeln'Stoff beruht, aus welchem es hergestelltwird; bei Papiergeld ist Letzteres eben nicht der Fall. Wie nun auswärtige Staatenschon nicht einnial die Erhöhung des Metallwerths in der Münze durch die Präge-k°sten anzuerkennen, sondern die fremden Münzen nur nach ihrem Gold- oder Sil-dergehalt anzunehmen pflegen, so ist es ganz natürlich, daß das Papiergeld im Gro-?en und Allgemeinen auf die Cirkulation in dem Lande allein angewiesen ist, inwelchem es ausgegeben wird. Daher das wichtige Ergebniß: erstens, daß beieinem über das vorhandene Maß der Nachfrage nach Circulationsmitteln in einem^.ande hinausgehenden Angebot von Geld der Überschuß sich nicht durch eine Aus-fuhr von Geld überhaupt, sondern durch eine Ausfuhr von nur Metallgeld auszu-gleichen sucht, um die locale Abweichung von dem allgemeinen Niveau der Preisver-hältnisse zwischen Geld und andern Waaren auf dem Weltmärkte zu beseitigen; undZweitens, daß sich im Jnlande, wo die Papiergeldausgabe erfolgte, jeder auf dem Wegeder Ausfuhr nickt zu beseitigende Überschuß an Circulationsmitteln über den Bedarfder Nachfrage ebenso wieder nur auf das Papiergeld werfen, und damit also eineDifferenz zwischen Metallgeld und Papiergeld, das sogenannte Agio des erster«, zu-wege bringen wird. Das Maß, in dem alle diese Erscheinungen hervortreten werden,dangt vornehmlich von dem Grade ab, in welchem Diejenigen, welche Papiergeld aus-üben, über das wirkliche Bedürfniß deS Verkehrs nach Circulationsmitteln hinaus-^he«. Eine Ausfuhr von Metallgeld nach dem Auslande muß aber wol als ganzWwernieidlich bei dem Beginn einer jeden Papiergeldausgabe eintreten, selbst wennsich nur auf jenes wirkliche Bedürfniß des Verkehrs nach Circulationsmitteln stel-^ will, und zwar aus folgendem Grunde: In dem Momente, in welchem Papier-ausgegeben wird, ist nicht nur der Bedarf eines Landes an Circulationsmitteln. " bestimmt umgrenzter, sondern es hat sich auch auf alle Fälle unter dem Einflußauch den Handel mit Gold und Silber umfassenden internationalen Verkehrs" mit den Verhältnissen des Weltmarkts harmonirendes Niveau der Preisbestim-fwgen von Geld und andern Waaren eingerichtet. Tritt dann an dem einen PunkteG?. Ausgabe von Papiergeld nach Millionen hervor, so ist die locale Störung desaussch^wichtes der Preise gegenüber den Preisen des Weltmarktes nur durch Geld-H — und wie wir sahen nur durch Metallgeldausfuhr — auszugleichen. Das° überhaupt wird wohlfeiler, als es im Auslande ist, das Metallgeld allein wan-