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Eilfter Band.
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Das heutige Credit- und Bankwesen.

kein Grund vorhanden zu der Meinung, daß eine Notenbank keine Darlehne her-geben solle, welche sich, wie die zu Bodenmeliorationen, Gebäuden u. dergl., nurlangsam wieder flüssig machen lassen — aber sie muß dann den Geschäftsbetrieb mitdem für diese Veranlagungen bestimmten Capital vollständig und streng absondern.Ebenso ist die Beschaffenheit und der Erfolg auch aller gewerblich industriellen Un-ternehmungen und Geschäftsbetriebe, welche die Bank mit Darlehne» unterstützen will,einer umsichtigen Prüfung zu unterziehen. Nicht nur weil sich die Bank selbst vorverderblichen Verlusten schützen muß, sonder» weil auch eine Unterstützung von Unter-nehmungen oder eine Ausdehnung vorhandener Geschäftsbetriebe durch Zetteldarlehneüber das vorhandene Maß des Capitals und Absatzes hinaus die betreffende Prv-duction mit einem künstlichen Reize stimulirt, der keine gesunden Früchte tragen kann.Diese Gefahr für die Bank wie für das Publikum ist in dem Falle, daß eine ein-zige große Bank in einem Lande besteht, weit seltener nahegelegt, weil diese regel-mäßig eine große Fülle von Gelegenheiten findet, ihre Darlehne in sicherer Weise an-zulegen. Ist dagegen ein bedeutender Wettbewerb mehrer Banken um die Ausgabevon Noten vorhanden, wie das z. B. in England und in den - »ordanierikanischenFreistaaten der Fall war, so wird leichter auch das geringste Maß der Vorsicht über-schritten. Nehmen die Geschäftsbetriebe aus irgendeinem Grunde einen Anlauf zumAufschwung, so verleitet das Umherschweifen der für Jeden paraten Noten eine Zeit-lang zu der Meinung, daß die zu productiver Verwendung fähigen Capitalwcrthemächtig zugenommen hätten. Aber bald beginnen die Zeichen der herannahendenNückflut durch das Steigen aller Warenpreise infolge des Übermaßes der Circula-tionsmittel sich einzustellen. Das Agio des Metallgeldes, die Entwerthung der Notenfolgt, und der Bankrott der Zettelfabrikation ist weder Trost noch Entschädigung fürdie Verluste Derer, welche nur Bankactionäre in dem Sinne sind, daß sie Noten anMetallgeldes statt entgegennahmen. Aber auch jenen großen mit Privilegien vonmancherlei Art für ihren Geschäftsbetrieb ausgerüsteten Haupt- oder Centralbankeneines Landes liegt eine eigenthümliche Gefahr für die unmäßige Ausgabe der Notennahe genug: das ist eben jene Foderungsbercitschaft der Regierung, welche die Privi-legien gewährt hat. Weil die Staatsgewalt der Bank sehr bedeutsame Privilegienfür den Geschäftsbetrieb ertheilt hat, und ebendeshalb sich gleichsam als die O.ucmaller Gewinne der Bank ansieht, findet sie es durchaus ordnungsmäßig, daß auchumgekehrt die Bank die Mittel gegen die Verlegenheiten und Nöthen des Staat 'finanzhaushalts darbiete. Ist diese Verguickung der Interessen des Staats und bsBank von Anfang an ein Übel — und man darf sagen in der Regel ein Übel f"die Staatsregierung, für die Bankvcrwaltung und für das Publicuni —, so niw^die verderbliche Macht desselben auch regelmäßig in dem Grade zu, als die NothVerbindung enger macht. Gewöhnlich hat das Verhältniß niit dem Ruin dergeendigt, trotz der für die Staatsangehörigen so empfindlichen Privilegien und ^nopole derselben; die gegenwärtige Krisis in Östreich dagegen ist, wie schon bews^bis zur Stunde wenigstens, ein merkwürdiger Beweis, daß auch einmal der ^von der Bankverwaltung ausgebeutet werden kann.

Wie sehr man indessen diese Übelstände infolge der Verbindung derund Bankintcressen rügen mag, wird man sich doch nicht dahin aussprechen ^ Ke-daß die Befugniß zur Ausgabe von Norm den Charakter eines durchaus fr^^"„,,e.werbes erhalte, welchem Jeder auf sein und des Publikums Risico nachgehen ^Man kann freilich sag?,,: in diesem Falle wird schon Jedermann zusehe», ^ -,i<Credit durch Annahme von Noten verleiht; wer solchen Credit verdient wird >hden, wer nicht nicht. Allein wenn man überhaupt wirkliche Dienstleistung? ^Banknoten, welche ihres Credits halber den Paristand mit Metallgeld behauptin Aussicht stellt, wird man auch in die Consequenz eintreten müssen, artig

sie allgemein ersprießlich gemacht werde» können. Man muß sich nur geg Ab-halten, daß Banknoten in viel weiten» Kreise und in weit energischerer Weist ^lationsmitteldienste zu leisten berufen sind als z. B. Wechsel, deren Credit