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Eilfter Band.
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481
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Deutschland. 461

Der nassauische Gesandte, Präsident von Nollpracht, nahm in der Berathungvom 5. Oct. zuerst das Wort, um seinen Antrag genauer zu begründen und dahinzu präcisiren: daß als äußerster Termin für die Wahlen zum nächsten Reichstageder 15. Jan. 1850 festgestellt und publicirt werde. In seiner Molivirung rühmteer es als den Erfolg des Drcikönigsbündnisscs, daß die Spannung in den Gemü-thern nachgelassen, der intelligentere Theil der Nation sich beruhigt habe, daß dieHoffnung auf eine nahe bessere Zukunft für das tief erschütterte Vaterland wiederzurückgekehrt, und man mit edelm Vertrauen in die Bahn eingelenkt habe, auf derdie Regierungen der drei Königreiche gelobt hätten, das deutsche Verfaffungswerkzum Abschluß zu bringen. Dieser ganze Gewinn sei aber wieder in Frage gestellt,wenn jenen ersten Garantien jetzt nicht alsbald eine „neue manifeste Garantie da-für zugefügt werde", daß die Regierungen des redlichen Willens seien, auf der be-tretenen Bahn bis zur Constituirung des deutschen Bundesstaates fest und entschlos-sen fortzugehen, und eine solche nothwendige neue Bürgschaft werde eben in derFeststellung und Veröffentlichung des beantragten Termins für die Wahlen znmNächsten Reichstage allein gegeben. In gleichem Sinne äußerten sich die Vertretervon Hamburg, Braunschweig, Oldenburg, den beiden Hessen, Baden. Der Hessen-darinstädlische Bevollmächtigte erinnerte warnend an das Jahr 1848, und daß mannbex dem Scheitern der Nationalversammlung die wirklichen Bedürfnisse nicht verstsfseu solle, aus denen die Bewegung jenes Jahres entsprungen. Zögere man »oeblanger, so werde das in der Nation ohnehin schwankende Vertrauen in den Ernst^r ihr gewordenen Zusagen mit vollem Rechte in entschiedenes Mißtrauen umschla-8e», und eine neue Umwälzung, ein nochmaliger Umsturz des Bestehenden nichtAusbleiben, da den gährendcn und unreinen Elementen dann auch alle bessern kaum"whr Widerstand entgegensetzen würden. Darum thue es Noth, sich inniger undsuger im Bunde aneinanderzuschließen, lusamnienzustehcn in-der Gefahr, aber auchder Treue das Fürstenwort zu lösen. Gegen die Bcsorgniß, daß die Ausschließungübrigen Staaten eine dauernde sein werde, ward geltend gemacht, wie der schonorhandcnc Bundesstaat die Fülle des Lebens in sich trage. Er umfasse einigezwanzig Millionen Seelen, schließe die mächtigsten deutschen Seestädte ein, beherrscheund Nordsee, werde von den größten schiffbaren Strömen durchschnittenund dehne seine Grenzen im Osten bis nach Rußland, im Westen bis nach Frankreich,

v ?)wser eifrigen und entschiedenen Majorität gegenüber, der sich auch der Be-

vollmächtigte Preußens anschloß, bestellten die Vertreter Sachsens und Hannovers'E Nothwendigkeit einer baldigen Berufung des Reichstags. Ihre Gründe waren>ß der Stellung geschöpft, welche beide Staaten von Anfang an zum Drcikönigs-r eingenommen. Sachsen und Hannover, hieß es, hätten nie die Absicht ver-M, daß der zu gründende Bundesstaat, wenn ihm Ostreich vorerst noch nickt au-fboren >olle, doch die sämmtlichen übrigen deutschen Staaten umfassen müsse. Wennwie es leider der Fall sei, die große Mehrzahl des deutschen Südens dem pro-Bundesstaate den Beitritt verweigere, so fänden sich die Regierungen vonAchsen und Hannover außer Stande, ihrer Pflichten gegen die gesammte NationZ^'öedenk zu sein und, solange über die Gestaltung des ganzen Deutschland solche

egg kl cxistirten, einem Antrage auf rücksichtloses Vorschreiten zur Bildung eines

Bundesstaats j„ Deutschland beizutreten. Noch fehlten die Bcitrittsurkundenivr m Regierungen, mit welchen unterhandelt worden, oder es würden Bevollmächtigte^vhandlung erwartet. Auch wisse man nicht genau, durch welche Umständesei .'Nodalitäten der Beitritt Baicrns und Würtembergs verhindert worden, und es"sso wenig klar hervorgetreten, welches das Verhältniß der Staaten -um BundeI>lh d die ihren Beitritt versagten. Das Verhältniß zu Östreich aber müsseEs" zu rasches Vorschreiten unabsehbar verwickeln. Aus diesen Gründenichen »/s ö'b beiden Bevollmächtigten zur Zeit noch für unzulässig, dem nassaui-Zutrage-beizustimmen.

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