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Eilfter Band.
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484 Deutschland.

staats nur wachsen. Nicht ohne Geschick wurde die Schwache der innern und äußernPolitik Preußens ausgebeutet, die zögernde Haltung der Höfe zu Dresden und Han-nover zur offenen Opposition crmuthigt, der matten Thätigkeit Preußens gegenüberrührig und angreifend operirt. Schon tauchte als erstes positives Lebenszeichen derGedanke einer östreichisch-deutschen Zolleinigung auf, womit man das öffentliche In-teresse von den Verfassungsdebattcn abzulenken strebte. Die Haltung der bairischenKammern, die im Herbst zusammentraten, zeigte, daß die Pfordtcn'sche Politik vielentschiedener als zuvor auf die Unterstützung des Landes rechnen konnte, und daßdie specifisch-bairischen und katholischen Antipathien gegen die Politik vorn 26. Maisich durch den unbefriedigenden Verlauf dieser Politik ermuchigt und gehoben fühlten-

Es war allmälig aus den verschiedenen Elementen der Opposition gegen diebundcsstaatliche Politik in ganz Deutschland eine compacte Phalanx zusammenge-wachsen. In ihr bildeten die ehrlichen „großdcutschen" Schwärmer und Ideologen,die eine Reform der deutschen Verfassung, aber mit Ostreich, niit einer festem Ein-heit, mit Nationalvertretung verlangt hatten, schon den schwächsten Bestandtheil, unddie Zeit sollte nicht fern sein, wo diese Männer zur großdeutschcn Politik ähnlichstehen mußten, wie die Männer von Gokha zu der des berliner Ministeriums. Siehatten- ihre Schuldigkeit gethan; man konnte sie entbehren! Im Ernste dachte Nie-mand von den Eingeweihten mehr an die nationale Reform, an die parlamentari-sche Vertretung und an die Betheuerungen, zum Alten nun und nimmer zurückkeh-ren zu wollen. In Wien verstand man unter Reform höchstens die straffere Her-stellung des östreichischen Übergewichts, ohne die eigene Einheitsverfassung aufzugeben-Jn München hatte man die Gedanken der Trias und die Hoffnung einer „vermit-telnden" Stellung Baicrns zwischen Östreich und Preußen noch nicht aufgegeb"'-Abcr im übrigen rekrutirte sich die nunmehrige grofideutsche Phalanx charakteristischgenug aus den entschiedenen Absolutistc» aller Lander, denen an der Maiverfassungdie Verfassung und das Parlament ebenso verhaßt war wie das preußische Übergewicht,und aus den Particularisten aller Nuancen, die noch immer verschämt, aber doch scho»hörbar die Restauration des alten Bundestags als das letzte Ziel ihrer Wünsche ein-gestanden.

Man durfte sich so gewiß nicht wundern, wenn die östreichische Politik,mal nach dem Erfolge, der in dem Vertrage vom 30. Scpt. lag, allmälig einen h^'Hern Ton anschlug. Sie nahm eine Äußerung Bodelschwingh's im Verwaltung"'rathe, daß mit der Aufhebung des Bundestags, als des wesentlichsten Organs dralten Bundesverfassung, auch diese selbst alkerirt sei, zum Anlaß einer schabstErklärung (vom 12. Nov), worin die Rechtsbeständigkeit der Bundesverfassung 'einem Umfange behauptet war, welcher es nicht schwer machte, bald alle bundesst^liehen Versuche als Verletzungen des bestehenden Bundesrcchts zu bezeichnen. ^preußische Regierung schwieg darauf nicht; sie wies namentlich — und das warschlagendstes Argument — darauf hin, wie sich Östreich selbst zum alten B>"' hrechte gestellt, als es die östreichische Einheitsverfassung vom März geschaffen ^damit seine deutschen Lande der Einwirkung der deutschen Bundesverfassunggen habe. Die Antwort Östreichs (vom 28. Nov.) erhob dann förmlichen Ps" esgegen die Berufung des angekündigten Reichstags, und fügte die Drohung '

werde einem Rechtsbruche mit all seines Macht zu begegnen wissen.

Der „Bierkönigsentwurf"? das Unionsparlament zu Erfurt und der Fürstentag in ^

Der östreichische Protest ycrmochte den Fortgang der Vorbereitungen k"wgekündigten Reichstage „ich? mehr zu hindern. Die Wahlen begannen scho" "g hieersten Wochen des Jahres 1850, und am 13. Febr. berief der Verwaltungsrü d ^Ncichsversammlung auf den 2s». März nach Erfurt ein. Auf beiden Seiten ^der Ton leidenschaftlicher und gereizter. Hannover erklärte am 25.durch den jüngsten Beschluß des Verwaltungsraihs sein Verhältniß zum ^ -Her jals gelöst und „auf die Grundlage des Deutschen Bundes zurückgeführt' an. ^