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Eilfter Band.
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Deutschland. 485

Berwaltungsralh schien einen Augenblick geneigt, daraus eine Klage beim Schieds-gericht des Bundesstaats zu gründen, stand aber vorerst davon ab, da der Schrittdoch wahrscheinlich ganz erfolglos geblieben wäre. Dagegen berief Preußen seinenGesandten aus Hannover ab. Viel bitterer noch gestalteten sich die Beziehungen zuden ursprünglichen Gegnern des Bundes. Der König von Würtemberg gab, alsss am 15. März die Ständeversammlung eröffnete, dem Widerwillen gegen denMaibund einen feindselig heraussodernden Ausdruck. „Die unparteiische Geschichte",Märte der König vom Throne, „werde es einst nicht verschweigen, welche Zweckewelche Leidenschaften das Bündniß vom 20. Mai gestiftet haben. Die GrößeUnd die Einigkeit der Nation habe» nichts mit ihm gemein, auf die Volkssympa-thien kann es keinen Anspruch machen; es ist ein künstlicher Sonderbundsversuch,^>f den politischen Selbstmord dcr Gesammtheit berechnet, und ebendeshalb ohne-l»ssicht auf Bestand in den Tagen der Gefahr." Preußen konnte diese herben An-lagen nicht ruhig hinnehmen; auch mit Würtembcrg wurden die diplomatischen Be-dungen abgebrochen.

Doch ließ sich nicht verkennen, daß mit diesen, Groll dcr Cabinere die Stim-mungen im Volke nichts gemein hatten. Als die Vorbereitungen zu den Wahlen^Sannen und die Aussicht auf eine neue parlamentarische Vertretung eines Theilsks Nation sich aufthat, wuchs doch das Interesse, und es ließ sich eine Theilnahme'bürcn, die nicht dcr preußischen Politik, sondern den Erinnerungen an FrankfurtU»d dem ersten deutschen Reichstage zu verdanken war. In Würtembcrg regte sichiu„, erste,. Male eine bundcsstaatlichc Partei und begann mit frischem Eifer zu agi-len, fühlte sich. aber freilich wieder rasch abgekühlt, als in Preußen das kaum.ollendeie preußische Vcrfassungswcrk durch die königliche Januarbotschaft abermalsM Frage gestellt und den Kammern eine Reihe von Veränderungen drohend vorge-ht wurde, welche den von der Krone selbst einst gegebenen Entwurf in wesent-chen Dingen völlig umgestalteten. Der bundesstaatlichen Politik kam dieser Vor-^"3 ungelegen; denn er gab allen Antipathien und allem Mistrauen gegen diei„ r ,I"^'^?uünircnden Tendenzen neue Nahrung, und selbst der Eid, der auf diesolcher Weise umgestaltete Verfassung geleistet ward, so widerwärtig er den Abso-unstcn und Reackionärcn sein mochte, konnte diesen Eindruck doch nicht ganz ver-aschen.

^ Auf dcr andern Seite ließ sich nicht verkennen, daß es unter den ehrlichenZementen der „großdeutschen Politik", d. h. unter denen, die nicht schon jetztdes" entgegenstehenden Betheucrungen zum Protz nur die Rückkehr zum alten Bun-H eage anstrebten, unruhig zu werden begann. Diese Männer verlangten von ihrenen>» ze„, daß stx der negativen Haltung heraustreten und eigene positivege bringen sollten. In bairischcn Blättern, die bisjctzt die Politik vom

dj,' Mai eifrig bekämpft, wurde z. B. offen die Sorge geäußert, es werde, wenn

sist ^ostdeutschen Cabinetc in ihrem Schweigen verharrten, am Ende immer noch> besser angesehen werden, dem preußischen Bunde beizutretcn, als zu den alten^en zurückzukehren.

Diesem Drängen verdankte nun ein abermaliger Versassungscntwurf für Deutsch-er» Entstehung, der am 27. Fcbr. 1850 von Baicr», Sachsen, Würtem--,P' "verzeichnet ward und an dessen Berathungen Hannover theilnahm. Dieseri>„,,!^Ev»igeentwurf" stellte der bundesstaatlichen Ordnung vom 26. Mai eine staatcn-"He Revision der alten Bundesverfassung entgegen. Es war darin eine Bundes-von sieb,en Mitgliedern aufgestellt, natürlich nur bestellend aus den vier Kö-^ ll > ' "eben Östreich und Preußen; von den übrigen Bundesgliedern fanden nur^Nke Hoffen, von denen bekannt war,- daß ihre Treue für den Maibund zusteril" begann, als siebentes Mitglied der Bundesregierung Berücksichtigung. Badenbaeh '.?"'e zur Strafe, ausgeschlossen. Diese Bundesregierung faßte dem Entwürfe«v Beschlüsse in der Regel nach Stimmenmehrheit, ihre Mitglieder blieben^'uructionen gebunden. Das Gesandtschastsrecht der einzelnen Staaten ward