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Deutschland.
preußischen Staatsmänner voraussetzten. Eine Note voni 12. Scpt. empfahl der kur-hessischcn Regierung gesetzliches Verfahren und sprach die zuversichtliche Hoffnungaus, daß dieselbe den friedlichen Weg des Rechts betreten werde. Wie dann ver-lautete, daß der Engere Rath in Frankfurt sich einzumischen Neigung zeige, so er-klärte sich Preußen in einer ganz unzweideutigen Weise (21. Sept.) dagegen. Auchdie halbamtliche und von oben beeinflußte Presse stimmte in diesen Ton ein. Wäh-rend der „Östreichische Korrespondent" Hassenpflug den einzigen Charakter nannte,„der entschlossen aufgerichtet stehe inmitten der Untreue und Zerrüttung", und dieHoffnung aussprach, daß durch Hasscnpflug's eiserne Faust der Union ein „neuesKainsmal" aufgedrückt werde, nahmen die preußischen Blätter in wortreichen Ver-sicherungen Partei für das Land, beschuldigten die Regierung, daß sie auf Revo-lution speculire und keine finde, und bezeichneten als Preußens Beruf die doppelteAufgabe: die Verfassung eines deutschen Staates gegen die Gefahr zu schützen, den>reactivirten Bundestage als Erstling anheimzufallen, und zugleich die Monarchie vorder Gefahr zu bewahren, ihr eigener schlimmster Feind zu werden. Konnte man auchnicht erwarten, daß wenige Monate später ein preußischer Minister das als loy-üund verfassungstreu gepriesene Volk als „Revolutionärs in Schlafrock und Pantvsifein" bezeichnen würde, die nur feiger seien als die Barrikadcnmänner, so war dockdas Vertrauen auf preußische Thatkraft schon zu tief herabgestimmt, als daß nn»'sich von jenen Versicherungen zu Gunsten der hessischen Sache viel versprochen hatte-Doch waren die letzten Vorgänge auch in Berlin nicht ohne Eindruck geblieben, u>^es drang die Einsicht durch, man müsse wählen zwischen Ja und Nein, man müsseentweder mit der Junker- und Pietistcnpartei gehen, die Hassenpflug zu dem Ihrigezählte, oder aus der Unionspolitik Ernst machen. Am 26. Sept. verkündete der,,Staats°Anzeiger" die Berufung des Generals Nadowitz an die Spitze des auswarwgen Ministeriums. Freiherr von Schlcinitz hakte schon längere Zeit vorher seine E»s'laffung nachgesucht, und es war zweifelhaft, ob ein gleichgesinnter Mann oder c>»offener Gegner der Union ihm folgen werde. Die Ernennung von Nadowitz sollt'aus eine Politik des Widerstandes gegen den reactivirten Bundestag hindeuten.der That eröffnete der Minister seine Thätigkeit mit einer Note (26. Sept) ^das kurhcssische Ministerium in Wilhclmsbad, worin die Erklärung wiederholt w^'daß man die in Frankfurt tagende Versammlung als „ein irgendwie berechtigt'Organ" des Deutschen Bundes nicht anzuerkennen vermöge. Wenn sich diesigweitere Anordnungen in Betreff des Kurstaats vorbehalte, so behalte sich auchpreußische Regierung ihrerseits „alle weiter« durch ihr Recht und ihre Pflicht,tenen Entschließungen" vor. Die preußische Regierung müsse „eine von der H"^keit des Rechts umgebene volle Autorität der Regierung in dem Kurstaat wie ,allen deutschen Landen auf das dringendste wünschen, und sie beklage die neuerlich^Vorgänge auch deshalb, weil sie das Gefühl der Unsicherheit des Rechtszusto"gesteigert und Verwirrung selbst in die Gewissen treuer Unterthanen gebrachtZugleich hörte man von Truppenbewegungen in Westfalen und den ernstendes neuen Ministeriums, dem Einschreiten des Bundestags zuvorzukommen- ,vvAber die Gegner waren nicht unthätig. In dem nämlichen Augenbli^xxt'man in Berlin die Neigung zeigte, zu handeln, handelten sie schon. Am ^. ^ vo»kamen zu Bregenz, wo eine ansehnliche Truppenniassc vereinigt war, die Kowll ^,li-Baiern und Würtemberg mit dem Kaiser von Östreich zusammen, und ""^^„tio"tärischem Gepränge ward der Vertrag geschlossen, der die bewaffnetein Kurhessen feststellte. Was weiter zu Bregenz verhandelt wurde, wird woeinige Zeit Geheimniß bleiben. Daß Östreich, Baiern und Würtemberg sieh pjcWaffenrüstung von fast 200000 Mann vereinigten, die natürlich nicht gsg diekurhessischen Beamten, sondern gegen Preußen gerichtet waren, das Hot >allernächste Zukunft enthüllt.
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