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Deutschland. 503
Der drohende Bruch; der Vertrag von Olmütz; die Erecution in Kurhcssen und Holstein;Dresdener Confercnzen; völlige Restauration des Bundestags (Oktober 1850 bis Mai 1851).
Es folgte eine Katastrophe, die unter Allem, was die Geschichte unsers VolksM vierzig Jahren Schmerzliches und Erschütterndes bietet, die unvergeßlichste StelleZunimmt: das Schiedsgericht des russischen Zaren in den deutschen Wirren, eine Ei-chung der deutschen Machte, deren Preis das Aufgeben Kurhcssens und Schleswig-Holsteins war. Verfolgen wir hier. nur die Hauptmomente dieser sich Deutschland^aurigen Entwickelung seiner innern Verhältnisse.
Den drohenden Truppenbewegungen, die sich vorn Bodensee ankündigten, denMärschen der Barern nach dem Main, den Truppenanhäufungen in Böhmen gegen-Uber war Preußen nur unzulänglich gerüstet, sein Heer zersplittert und nicht auf^>>e„ Feldzug versehen und vorbereitet. Ja es fanden am 1. Sept. die gewöhnlichen^ourlaubungen statt. Die Unenkschlossenheit der Einen, der Widerstand der Andernootke in gleichem Maße dazu beigetragen, allen Rathschlägen entgegen den Sommer^850 unbenutzt verstreichen zu lassen. Während eine bairisch-östreichische Heeres-oule sich der kurhessischen Grenze näherte, sammelten sich auf der westfälischen undhüringischen Seite zwei preußische Truppenabtheilungen, die in jedem Falle unzu-reichend waren, den Stoß aufzunehmen, der sich gegen sie richtete. Am 1. Nov.jog die bairisch-östreichische Colonne unter dem Fürsten von Thurn und Taxis inHanau ein, während jetzt die Preußen Kassel und Fulda besetzten. Ein gewaltsamer«ousammenstoß schien nun unvermeidlich.
Inzwischen ward zu Warschau unter russischer Vermittelung über die deutschen An-^legenheiten verhandelt. Im Sommer schon hatte Preußen in Bezug auf den russi-'chen Rückhalt in den deutschen Dingen zu Warschau sondircn lassen, obschon die Inter-nen wie die Grundsätze des Zaren keinen Zweifel darüber zuließen, daß er Schles-/"S'Holstein an Dänemark überliefern, Kurhessen dem Ministerium Hassenpflug «n-oeiinstellcn und einen deutschen Bundcsstaat ebenso wenig wie eine Vergrößerung^ußjscher Macht ruhig zulassen werde. Jetzt ging in den letzten Tagen des Orte-er von Seilen der preußische» Regierung Graf Brandenburg nach Warschau, woM der östreichische Premier Fürst Schwarzenberg eingetroffen war, um wegen der,, constituirung des Deutschen Bundes und der Anerkennung, des Princips der freien"ürung innerhalb desselben zu verhandeln. Das Begehren Ostreichs, die Union ohnefiteres aufzugeben und den restaurirten Bundestag anzuerkennen, fand natürlichRußland eifrige Unterstützung, und es scheint, als sei dies noch nicht die bittersteWahrung gewesen, welche der Vertreter Preußens an der russischen Politik dorrObacht. Wenigstens deutet darauf die patriotische Verzweiflung hin, die bei dem^ofe» von Brandenburg nach seiner Rückkehr hervorbrach und zu seinem schnellen
beigetragen haben mag.
Das kurhessische Ministerium hatte unterdessen das bewaffnete Einschreiten des^bdes förmlich angerufen, und der Engere Rath in Frankfurt hatte am 16. Oct.?! Anwendung der Bundeshülse beschlossen. Graf Rechbcrg ward zum Civilcom->'lsar ernannt, um das zur Execution bestimmte Corps des Fürsten Thurn und§Ms begleiten. Gegen ein Einrücken preußischer Truppen in Kurhcssen hatte der,''lfürst protestirt. Die Union lag zu dieser Zeit schon in den letzten Zügen. Sie^'bde „ach einem Beschlusse des Fürstencollcgiums am 8. Oct. auf Preußens Anli,^ ^"s bin Schutz- und Trutzbündniß reducirt, und außerdem ward gemeinscbaft.^s Handeln bei der Neugestaltung des alten Bundes verabredet. Unter diesen>>,, omdon war es freilich natürlich, daß die Neigung, die Union zu verlassen, im-don- "Hgemeiner und immer mehr berechtigt wurde. Doch mußte etwas geschehe»:'3cr Rückzug — oder Angriff!
raffte sich denn Nadowih auf und schlug am 2. Nov. im Ministerrathe
Programm vor, wonach Preußen nur die gemeinsame Lösung der kurhessischensr??be» zuließ, dem Einrücken der Baiern den Einmarsch seiner Truppen erttgegen-b' und im Falle ihres Vorrückens gegen Kassel dem commandirendcn General