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Deutschland.
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! einmal preisgegeben — was bedentcte den, gegenüber Bundestag oder Union, ge-meinsame oder getrennte Pacisication, offene oder geschlossene Etappenstraßc»? Eswar ein Schaden geschehen, den wol erst die Zukunft in seiner ganzen Größe offen-legen wird, der aber zu Olmütz nicht mehr gutzumachen war. Da war höch-stens für Eines oder das Andere eine anständigere Form zu finden und dem preußi-schen Selbstgefühle etwas mehr Rücksicht zu schenken: im Übrigen standen die Dingeschon heillos, ehe der preußische Minister nach Olmütz ging. Und konnte denn einebesonnene Erwägung anders als mit bangster Sorge dem Momente entgegensehen,wo die Personen und die Einflüsse Deutschlands Geschicke im Kriege zu leiten gehabthätten, die des großen Vaterlandes Geschicke im Frieden a» diesen Abgrund geführt?
Begründet blieb darum immer der bittere Unmuth, den der preußische Patrio-tismus über die Niederlage zu Olmütz empfand, nachdem man ihn eben noch zuden Waffen gerufen, ohne diese Waffen zu gebrauchen. Die Wunde brannte um soheftiger, als erst die Reihe der folgenden Vorgänge ganz zu enthüllen vermochte,welchen Stoß Preußen durch Östreich erlitten. Man legte dem Fürsten Schwar-jenberg das Wort über Preußen in den Mund: „II Wut l'aviiir st g,,rss Is ris-molw." Die Haltung dieses Ministers „wenigstens scheint zu der Äußerung zu stim-men. Es klang damals ein Ton des Übermuths, des verhaltenen Grolls, ja selbsturalter unvergessener Nancune gegen Preußen aus der östreichischen Politik heraus,der unklug war, weil er von, Volke in Preußen bitterer empfunden ward als vonden Diplomaten. Ein Rundschreiben Schwarzcnberg's von, 7. Dec., das mit ge-flissentlicher Eile an die Öffentlichkeit gebracht wurde, gab dem Siege von Olmüßdie herbste, übermüthigste Deutung. Die Rolle, die man bei der nun vollzogenenErecution in Hessen dem preußischen Commissar Peucker spiele» ließ, schien wie be-§ tech„xt, alle Wunden der Zwietracht wiederaufzureißen. Es waren freilich geradeauf diesem Schauplatze noch viel mehr drastische Eindrücke vorhanden, um dieKränkungen übersehen zu lasse», die der preußische Commissar erdulden mußte. DieÜberschwemmung eines ruhigen Landes mit Truppenmassen, die Maßregeln der Ge-malt, die Art, wie man die Septembcrverordnungen durchführte und die Steuern ein-m>eb, die Zwangseinquartierunge» und Maßregeln gegen die widerstrebenden Richter,°>e unglückliche Lage der theils entlassenen, theils in Ungewißheit schwebenden Offe-nere, die Verarmung des Landes — dies Alles machte einen noch viel tiefern Ein-blick in der deutschen Nation als die Kämpfe östreichischer und preußischer Rivalität.
Es fehlte auch in diesem Augenblicke nicht a» Öprimisten, die da hoffte», dasSchicksal Schleswig-Holsteins werde milder ausfallen als das Kurheffens. BeiEurheffen, so schien es ihnen, mochte der wieder zur Oberhand gelangte Absolutis-mus die leidenschaftliche Behandlung schärfen; in den Herzogthümer» dagegen standnationale Ehre auf dem Spiele, und es war darum eine unbefangenere Wür-,'tzung der Sache möglich. Von Östreich namentlich, dem jetzt siegreichen und mäch-I 'sen, versprachen sich Manche, es werde seinen Sieg dadurch krönen, daß es die! putsch«!,, Interessen, deren Verfechtung Preußen aufgegeben, mit Macht und Erfolg^ ^ leine Pflege nähme. Diese Gutmüthigen, die nie den Dingen auf den Grund, sollten bald erfahren, daß dies nicht in der Natur und der Absicht der vstrei-eu Politik liegen konnte.
Mit seiner Herstellung schon hatte der Engere Rath des Deutschen Bundes inNote (von Ende October 1850) erklärt, daß die Bundesversammlung den?'edensschluß Preußens und Dänemarks vom 2. Juli in Ausführung bringen undbbald ein Commissar folgen würde, der für den Vollzug zu sorgen hätte. DieH ^sshalterschaft der Herzogthümer lehnte noch am 5. Nov. die Einmischung des re-,^wirken Bundestags ab und sprach den Wunsch aus, man solle Schleswig-Holsteini»!>' Kampf mit Dänemark allein ausfechten lassen. Der olmützer Vertrag brachtehassen auch hier die Entscheidung. Zwei Kommissare der beiden deutschen Mächtez^be» »ach Holstein abgesandt, und ein östreichisches Corps unter Legeditsck nebst einerHeilung Preußen sollten die Occupation vornehmen. Preußiscbe Pionniers schlugen