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öffnete. Darin wurde erklärt, Preußen halte an dem Gedanken, welcher der Unionden Ursprung gegeben, auch für die Zukunft fest und werde ihn aufs neue wieder- ^aufnehmen, wenn über die künftige Gestaltung des gcsaminten Bundes entschiedensein werde. „Wir federn eine Einrichtung des Gesammtvaterlandes, die unserergegenwärtigen Stellung in Deutschland und in Europa angemessen ist und derSumme der Rechte entspricht, welche Gott in unsere Hand gelegt hat. Wir habenein gutes Recht, das wollen wir vertheidigen, und so lange in kräftiger Rüstungunter den Waffen bleiben, bis wir der Geltung desselben gewiß sind." Nahm manhinzu, daß um dieselbe Zeit Radowitz nach England abreiste, angeblich zu technischemilitärischen Zwecken, wie man aber allgemein glaubte, um wegen eines britischenBündnisses zu sondircn, so wird die Bcsorgniß begreiflich, die man in Wie» hegte,es werde in Berlin nur mit dem Frieden gespielt, um desto nachdrücklicher denKrieg führen zu können.
Am 2,5. Nov. erhielt der östreichische Gesandte Prokesch von Osten den Anf-trag, die Öffnung der Etappenstraßen und die Räumung Kurhessens binnen 24Stunden zu verlangen. Noch schwankte einen Augenblick die Entscheidung zwischenKrieg und Frieden; doch setzte der Minister Mantcuffcl es durch, daß man ihn zueiner persönlichen Zusammenkunft mit dem Fürsten Schwarzcnberg entsendete. Eswurde nach Wien telcgraphirt (26. Nov.), daß der preußische Minister eine Zusam-menkunft in Olnlütz wünsche, und als die Antwort ausblieb, die Einladung wie-derholt. Kurz vor der Abreise Manteuffel's langte der bejahende Bescheid an. Ersolle, so lautete seine Jnstruction, die sofortige Eröffnung der Confcrenzcn an einemneutralen Orte, die Suspcndirung des Bundestags während der Confercnzen, dasfreie Unionsrccht der Einzclstaatcn, die gemeinsame Occupation Hessens durch Preu-ßen und Östreich und die Erledigung der schleswig-holsteinischen Sache auf den freienConferenzen als unerläßliche Bedingungen Preußens durchsetzen. Nach Dem, wasvorausgegangen war, ließ sich freilich kaum erwarten, daß Östreich, im Vortheile sei-ner Stellung, jetzt noch solche Bedingungen eingehen werde. In der That enthieltdenn auch die am 29. Nov. zu Olniütz unterzeichnete Punktation den Sieg deröstreichische», nicht der preußischen Bedingungen. Die definitive Erledigung derhessischen und holsteinischen Verwickelung sollte durch die gemeinsame Entscheidungaller deutschen Regierungen herbeigeführt, und zu diesem Zwecke im Namen Östreichsund Preußens und ihrer Verbündeten je ein Commissarius ernannt werden. 3"Kurhessen versprach Preußen der Action der von dem Kurfürsten herbeigerufene"Truppen kein Hinderniß entgegenzustellen und die Etappcnstraße zu öffnen; dagegc"sollte der Kurfürst von Hessen seine Zustimmung dazu geben, daß ein Bataillonvon der kurfürstlichen Regierung requirirten Truppcnmacht und ein preußisches B""taillon in Kassel verbleiben möchten, um Ruhe und Ordnung zu erhalte».
Holstein sollten Östreich und Preußen sobald als möglich gemeinsame Commiss"^schicken, welche im Namen des Bundes von der Statthalterschaft die EinstellungFeindseligkeiten, die Zurückziehung der Truppen hinter die Eider und die Reducki^der Armee auf ei» Drittheil verlangen sollten, unter Androhung gemeinschaftlicher^cution im Weigerungsfälle. Die Ministcrialconferenzcn sollten um Mitte DeceM^in DreSden stattfinden und die Einladungen von Östreich und Preußen gemeinst"sich ausgehe».
Die preußische Politik war der besiegte Theil: darüber war kein Zweifel-war dies die Frucht nicht der letzten Nachgiebigkeiten, sondern einer Reihe vo» plitischen Fehlern und Jnconsequenzen, die seit anderthalb Jahren begangen wor"waren. Um dieser vorangegangenen Dinge willen konnte auch in der letzten Sru»nicht mehr gutgemacht werden, was man seit lange versehen. Am wenigste» ko»"dies geschehen durch einen Bürgerkrieg, der etwa im Namen der in Wien undlin dominirenden Tendenzen angefacht wurde, dessen Anstoß die Öffnung oder Seyßung der Etappenstraßen war, dessen Standarten die Namen Schwarzenberg "Manteuffel trugen. Kurhessen und die Herzogthümer Schleswig -Hsii^m