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Deutschland.
Die Konferenzen wurden noch an demselben Lage für geschlossen erklärt und dieFortsetzung der begonnenen Arbeiten anf Frankfurt verschoben. Dorthin wurdenauch die dresdener Vorarbeiten als „schätzbares Material" überwiesen.
Während die deutsche Politik Preußens die Umkehr vollzog, mußte indessendie preußische Regierung im Lande selbst noch Kämpfe mit den Ideen der Unions-politik bestehen. In den, Augenblicke, als Mantcuffel von Olmüh zurückkehrte,drohte in der Kammer eine heftige Adreßdebatte, vor der aller Wahrscheinlichkeitnach das Ministerium seinen Platz nicht hätte behaupten können. Nur durch dieam 4. Dec. 1850 ausgesprochene Vertagung der Kammer war diese Gefahr ab-zuwenden. Ladenbcrg, der im Ministerium allein noch die Tendenzen der Rado-witz'schen Politik vertrat, erhielt nun die mehrfach erbetene Entlassung, und Man-teuffel selbst übernahm den Vorsitz im Ministerium. Zwei Repräsentanten der neustRichtung, die Herren von Weflphalcn und von Räumer, traten als Minister desInnern und des Cultus in das Cabinel ein. Die im Januar 1851 wieder zusam-mentretenden Kammern schienen diese neue Politik, ohne sie zu billigen, doch alsvollendete Thatsache hinzunehmen. Wenigstens waren Bvdelschwingh und seineFreunde cntmuthigt, weitere Opposition zu machen. Die Adresse ward am 7. Jan-durch eine Tagesordnung beseitigt; Interpellationen und Anträge der constitutionellc»Partei, welche die Vorgänge in Knrhcssen und Holstein zum Ausgangspunkt ihrerAngriffe nahmen, hatten das gleiche Schicksal. Je greller der Umfprung, dcsteschroffer klangen die Worte vom Ministertische. „Der Starke weiche zurück", hstes nach dem olmützcr Tage; „eine Verfassung wie die kurhessische sei kein Glückst/ein Land", wurde jetzt erklärt. In den Ersten Kammer wurde vom Minister d>rkurhessische Tragödie als eine Bcamtcnrevolutio» gekennzeichnet, die gerade darum festgefährlich sei, „weil man sich dabei in Schlafrock und Pantoffeln bcthciligcn könnt,während der Barrikadenkämpfer wenigstens den Muth haben müsse, seine Person i'exponiren". Außer dem Schreckbilde von Mazzini brachte man abermals das M>stchen von Nuge und Klapka hervor, um auf die schleswig-holsteinische Sache eins''Flecken zu werfe». „Ja, meine Herren", fügte der Minister hinzu, „es ist st"Wendepunkt in unserer Politik; es soll entschieden mit der Revolution gebrochen wcrd«M
Das Brechen mit der Revolution gab sich nicht nur in der äußern Polst'sondern auch in der innern charakteristisch kund. Die Behandlung der Presse,
Art wie man die Verfassung selbst zu rcformircn suchte, die Unterstützung, wcs.die riiterschaftliche Agitation gegen die Gemeinde- und Krcisordnung bei demstcrium fand, gaben die ersten Beweise, wie die äußerste Partei jenen Bruch deustDie Optimisten mochten das als das Ende ansehen; es war aber nur der A>st.einer jahrelang fortgesetzten, mit zäher Rührigkeit betriebenen Taktik, die Verfasstim Sinne der feudal-Pietistischen Partei umzugestalten.
Der rcstaurirtc Bundestag; der Septenibcrvcrtraa und die Zollkrisis bis zumpreußischcn Vertrag vom IS. Febr. 1853; die Zustande und Vorgänge in Hessen,
Holstein und Hannover bis in die Mitte des Jahres 1855. ^
Im Mai und Juni 1851 erschien der Engere Rath des Bundes wieder ü'^hrtVollständigkeit, nachdem Preußen und seine Verbündeten allmälig dahin zurü^siih'waren. Daß das „schätzbare Material" von Dresden keine allzu raschenmg zu Frankfurt finden werde, ließ sich erwarten, zumal die preußisch sist stimmer mehr dazu hinneigte, die stritte Herstellung der alten Bundcsvcrhäst^Mgterstreben. So ward vor allem eine gcwichtvolle Frage, die 'zu Dresden stss de"schien, in Frankfurt beseitigt: der Gcsammteintritt der östreichischen Mona/cst „ st' >Bund. Die Einsprachen zwar, die Frankreich und England erhoben, Ski»'' !
rück. Allein es hatte sich doch auch unter den Bundesglicdern die "ochstemung geändert, die zu Dresden das Gelingen des Planes in ziemlich a»/h
ficht stellte. Vielmehr trat Preußen im September mit dem Antrage narch^'
die im Jahre 18-18 in den Bund aufgenommenen Theile der preußische"