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Deutschland.
glcichungsversuchen, womit die Zeit zwischen dem russischen Einmarsch in die Donau-fürstcnthümer und der türkischen Kriegserklärung ausgefüllt war. Östreich undPreußen standen damals mit England und Frankreich noch insofern im Einklänge,als man die Pforte zu irgendeinem friedlichen Abkommen drangen zu müssenglaubte, das Nußland befriedige. Die Konferenzen, die darüber seit Juli zu Wienstattfanden, gingen bis an die äußerste Grenze der Nachgiebigkeit. Aber die Pfortewar diesmal scharfsichtiger als die abendländische Diplomatie, und sie wies Vor-schläge zurück, deren Fassung und Ausdruck ihr als eine russische Schlinge galten— wie bald nachher auch durch eine Note Nessclrode's zugestanden ward. DieVerbesserungen, welche die Pforte in den Punkten der Vereinbarung vorschlug, er-schienen denn auch den Vermittlern so unverfänglich, dass sie dieselben ohne Beden-ken adopkirten, und Östreich und Preußen nahmen es auf sich, die Vorschläge derPforte aufs dringendste in Petersburg zu befürworten (Ende August). Beide sahenindessen ihre Bemühungen ebenso wenig mir Erfolg gekrönt als vorher, wo alle vierMächte die von Rußland inspirirtcn Foderungen in Konstantinopel mundgerecht zumachen gesucht hatten. Auch der wunderliche Versuch, den schon verworfenen An-trag den Türken noch einmal dringend einzureden, blieb ein vergeblicher, und in derzweiten Hälfte des Monats September war die Vermittelungsarbcit der Wiener Con-ferenz zu Ende. Wenige Wochen nachher traf die Nachricht ein, daß die Pforte,der Unterhandlungen müde, den Krieg erklärt habe.
Der Zar hatte offenbar auf die beiden deutschen Mächte fester gerechnet, alser es durfte: selbst ihre vermittelnde Thätigkeit an der Seite von Frankreich undEngland mochte ihm als ein Act von Selbständigkeit erscheinen, auf die er, wie ereben,.Deutschland beurtheilte, nicht gefaßt war. Er beschloß, persönlich die Bande,die Östreich und Preußen zu Rußland fesselten, fester zu knüpfen. In den, letztenTagen des September trafen die beiden stnistr in Olmütz zusammen, und Östreichentwarf ein neues Ausglcichungsprojcct, das freilich zu spät kam, um den schon "»Ausbruch begriffenen Krieg zu beschwören. Der,, olnu'itzer Zusammenkunft folg"unmittelbar ein Besuch, den die Monarchen von Östreich und Preußen dem Zars"in Warschau abstatteten, und wenige Tage nachher erschien Kaiser NikolausSanssouci, um Preußen in die Wege seiner Politik hineinzudrängen. Es wollte abtthier so wenig als in Warschau und Ölmütz gelingen.
Man kann nicht sagen, daß die beiden Höfe zu Wien und Berlin im E'""Verständniß handelten; vielmehr deutet Vieles darauf hin, daß der eine dem ai'de"nicht vollkommen traute, jeder vom andern ein engeres Anschließen an Rußlandwartete. Gleichwol waren weder in Östreich noch in Preußen, trotz „der Dankb^keil" gegen den Zaren, trotz der russischen Sympathien am Hofe und in der ^stokratie, die leitenden Personen ganz ohne Sorge über Rußlands Vorgehe»die neue völkerrechtliche Praxis, die es aufbrachte. Man schien in jedem Falle iVorsicht entschlossen, und dies galt, so wie die Dinge bisher lagen, schon alsAct der Emancipation in den Augen des Zaren und als erster Abfall von ,
Weder zu Olmütz noch zu Warschau wollte es ihm gelingen, den Kaiser os ssJoseph zu sich herüberzuziehen, und man legte dem Zaren bittere Worte gege" xx-Buvl, ja gegen den Kaiser selbst in den Mund, als er diese erste Enttäusch"^,ga-fuhr. Aber auch Preußen war zurückhaltender als man erwartete. D" . ^aldüng nach Olmütz hatte der König abgelehnt; die nach Warschau mußteaufs dringendste wiederholt werden, ehe er sich plötzlich entschloß, dahin ^'",-choNDaß diele Reise gleichwol den russischen Hoffnungen nicht entsprach, bewies 1die Einkehr des Zaren i„ Sanssouci, welches er freilich nicht befriedigterOlmütz und Warschau. Wäre es wahr, wie man berichtete, daß der rusfnwsandte Baron Budberg bei den ersten Zeichen einer Misbilligung der M-"tsch>kow'Foderungen dem preußischen Minister erklärt: „Nehmen Sie sich >" Acht, . ^zu thun, was den Kaiser verletzt; er versteht keinen Scherz darin..-",.'?. Po-dies nur eben beweisen, bis z» welchem Grade des Übermuths die russtlw