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Eilfter Band.
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Deutschland. 521

lilik gegen Deutschland gestiegen. Vielleicht daß auch solche Erfahrungen in Wienund Berlin zeigten, bis an welchen Abgrund eine befangene Tcndenzpolitik ge-drängt hatte.

Der negative Erfolg der Reisen des Zaren sprach sich in den Kundgebungenaus, die von Ostreich alsbald ausgingen. Man vertraue, äußerte Graf Buol, denErklärungen des Kaisers Nikolaus, daß er keine Eroberung wolle, und man hoffevon den,Westmächten, daß sie in Konstantinopel zum Frieden wirken würden. //DiePolitik Ostreichs sei die der stritten Neutralität und werde es bleiben." Zur Be-stätigung ward gleichzeitig der Bestand der Armee rcducirt. Ja Östreich suchte da-mals von Preußen eine gemeinsame Neutralitätserklärung zu erlangen, fand aber inBerlin damit kein Gehör, weil man dort „Bedenken trug, sich nach irgendeinerSeite festzubinden. So erklärte denn auch Östreich am 10. Nov. 1853 am Bun-destage, es werde sich an dem ausgcbrochencn Streite nicht bethciligen, solange nichtdie eigenen Interessen des Kaiserstaats dadurch bedroht würden. Es habe einenBeweis seiner Friedensliebe durch die Ncduction seiner Armee gegeben und vertrauedarauf, daß Rußland nichts gegen die Integrität und Unabhängigkeit der Pforteunternehmen werde. Preußen erklärte, „es werde auch ferner fortfahren, die Frei-heit der Entschließung, welche es sich bisher vorbehalten, zu benuhen, um im Ver-ein mit dc,^ Verbündeten des Königs alle seine Kräfte der Sicherung des Friedenszu widmen". Es widersprach den beiden Erklärungen nicht, wenn Östreich und1.reußen am 5. Der. im Einklang mit England und Frankreich All V>ien ein Pro-tokoll unterzeichneten, worin nach Petersburg wie nach Konstantinopel hin die Handdes Fricdcnsvermittlcrs ausgestreckt, jedoch auch „der Bestand der Türkei innerhalbder ihr von den Verträgen bezeichneten Grenzen" als eine „der nothwendigsten Be-dingungen des europäischen Gleichgewichts" bezeichnet ward. In Petersburg freilichmelt malt diese Solidarität Deutschlands mit den Westmächtcn für einen weiter»des Abfalls der Höfe von Wien und Berlin, zumal diese bald nachher, amJan. 1851, ein neues Protokoll mit den Westmächten unterzeichneten, worin dievon der Pforte gegebenen Vorschläge als befriedigend bezeichnet und dem petersbur-Cabinet zur Annahme empfohlen wurden.

Rußland versuchte einen neuen Schritt, die deutschen Mächte bei sich festzu-halten. Ausgang Januar 1854 erschien der Adjutant und*Vertraute des Kaisers,^rgf Orlow, zu Wien und Berlin und schlug einen Vertrag vor, der die den rus-mchcn Interessen unbequeme Neutralität, wie sie bisjctzt Östreich und Preußen inne»Ehalten, in eine andere umzugestalten suchte, die den russischen Zwecken mehr ent-fftechc,i mußte — eine Neutralität, in welcher man jeden Versuch der Westmächte,k»ie„ Druck auf die Entschlüsse Deutschlands auszuüben, mit den Waffen abwehrenloche. Das hieß, zumal nach den Erläuterungen, die ein Schreiben Neffelrode'sb"l>, uns der Stellung des freien Entschlusses heraustreten, sich an Rußland binden,den Rücken decken, möglicherweise die Last eines Kriegs gegen die Wcstmächte^ sich nehmen. Das Ansinnen ward abgelehnt, und die Stimmung, welche der^ gxgc„ die deutschen Höfe damals an den Tag legte, bewies, wie peinlich man'esi Ablehnung empfand.

^ Von Östreich ließ sich auch nicht leugnen, daß es begann, aus seiner Stellung„stricten Neutralität" leise herauszutreten. Das Manifest, das der Zar am^ Febr. 1851 an sein Volk erließ, appcllirtc an den Geist von 1812 und suchte/" orientalischen Conflict als einen Kamps der orthodoxen Kirche gegen die Feinde„ Christenthums zu bezeichnen. Diese politisch-religiöse Heuchelei erschien aber°ch bedenklicher, als man in Wien erfuhr, daß ohne Zweifel durch russische Amet-s "»gen ein Aufstand der Griechen im türkischen Thessalien im Ausbruch begriffensei, (Februar 1851) stellte Östreich ein Corps von 25000 Mann an

Lass um bei den Slatckcn in Serbien und den angrenzenden Gebieten die

Cab' ^ ähnliche» Erhebungen abzukühlen. In Petersburg remonstrirte das wiener>vet in entschiedenen Worten gegen die Unterstützung des griechischen Aufstandes