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Eilfter Band.
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Deutschland. 525

Die ^Differenz zwischen Preußen und Ostreich war somit nicht mehr zu ver-hehlen. Ostreich feierte zwar den Sieg, Rußland Anstalten zum Rückzüge von derDonau treffen zu sehen, aber es hatte keine Sicherheit, daß die Sache damit fried-lieh zu Ende sei. Darum suchte es (28. Juli) die Unterstützung der deutschen Staa-ten nach für einen Antrag auf Mobilmachung der Bundcscontingcnte, den es dem-nächst in Frankfurt einbringen werde, während Preußen mit der Erklärung nichtsäumte, daß es von dem Abkommen über einen solchen Antrag nichts wisse. Zwarschloß sich Preußen zugleich den in Wien von den Westmächten und Östreich in mil-derer Form adoptirtcn vier Punkte» an, und empfahl nun wieder diese in Peters-burg, ohne auch dort etwas Anderes als eine abschlägige Antwort zu erhalten. Aberes erklärte zugleich, durchs die Räumung der Donaufürstcnthümer von den Russenund den Einmarsch der Östreicher sei der Zusatzartikel des Aprilverirags über dieactive Mitwirkung erledigt, und rs müsse, wenn andere gefährdete deutsche Interessengeschützt werden sollten, darüber eine neue Verständigung stattfinden. Denn die vierPunkte entsprächen nur bedingt dem deutschen Interesse, und da dieselben zudem vonRußland abgelehnt seien, könne Preußen sie nicht zu bindender Annahme der deut-schen Staate» empfehlen. Es entspann sich darüber im September und October 1854eine weitläufige diplomatische Corrcspondenz zwischen Wien und Berlin, während dieW^'"^chw,den Krieg nunmehr mit Ernst begannen und den Kern ihrer Armeenach der Südküste der Krim warfen. Die Debatte zwischen Östreich und Preußendrehte sich um die Frage von der Besetzung der Donaufürstenthümer und UNI dieAnnahme der vier Punkte, und endigte damit, daß Preußen einlenkte und sich bercit-zeigte, einen neuen Zusatzartikcl zum Aprilvcrtrage zu unterzeichnen, zumal seit Öst-reich erklärte, daß es mit unzweideutiger Annahme der vier Punkte durch Rußlandzufrieden sein, diese Punkte bei den Seemächten befürworten und weitergehende Fe-derungen abwehren wolle. Rußland hatte aber, freilich nur in allgemeiner Weise,am 6. Nov. erklärt, an Friedensvcrhandlungen thcilnehmen zu wollen, denen dievier Punkte — Garantie der Rechte der Christen, Protectorat der fünf Mächte überdie Donaufürstcnthümer, Revision des Vertrags von 1841 und Freiheit der Donau-^ünffahrt — als Unterlage dienen würden. Einige Zeit vorher, 26. Aug-, hatte^essclrode die Erklärung gegeben, diese Bedingungen nicht einmal der Prüfung unter-werfen zu können.

Am 26. Nov. ward nun zwischen Östreich und Preußen ein Zusatzartikcl un-terzeichnet, wonach zuvörderst Östreich und Preußen die vier Punkte als geeigneteGrundlagen für Fricdensunterhandlungen ansahen, für deren Anerkennung sie sicheifrig bemühen wollten, dann Preuße» seine Hülfe zusagte^ falls die Östreicher inden Donaufürstcnthümer» angegriffen würden. Es schien Alles zum Frieden zu nei-3en, da auch Rußland in denselben Tagen zu Wien ofsiciell erklären ließ: es nehmedie vier Punkte als „Ausgang der Friedensunrerhandlungen" an. Auch der DeutscheBund schloß sich (9. Dec.) dem Zusatzartikel vom 26. Nov. an: nur die beidenMecklenburg enthielten sich der Abstimmung und empfingen dafür ein besonderes Bc-ivbungsschreibcn des russischen Staatskanzlers.

Indessen hatte Östreich, sobald die neue Verständigung mit Preußen erfolgtWar, am 2. Dec., eine Allianz mit den Westmächten abgeschlossen. Östreich ver-nichtete sich darin, die Donaufürstenthümer gegen jede Rückkehr der Russen zu be-nutzen. Würde Krieg zwischen Rußland und Östreich ausbrechen, so sollte einEsUtz. Schutzbündnis; mit den Westmächten die Folge davon sein. Wenn derFriede nicht bis Ende des Jahres 1854 gesichert, so sollten die Contrahcnten übertc rechten Mittel zur Erreichung des Zwecks ihrer Allianz in Berathung kieken,^eußen sollte zum Beitritt aufgefodert werden. Preußen verweigerte jedoch den^Eitritt, ohne einem besondern Bündnisse mit den W'estmächtcn abgeneigt zu sein.uch die Auffvderung Östreichs, die in der Militärconvcnkion vom April vorgc-dencn Truppenaufstellungen vorzunehmen, lehnte Preußen ab: es sehe dazu j» der"Sememen Lage noch keine Auffvderung und habe sich im April wie im November