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Eilfter Band.
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Deutschland.

und Preußen über manche kleine Differenzen, die sich aus der Deutung des April-vertrags ergeben, hinwegzuhelfen. Am 8. Juni trafen Kaiser Franz Joseph undFriedrich Wilhelm IV. in Tetschcn zusammen und verständigten sich über eine ge-meinsame Haltung gegen die Bambcrgcr. Man hatte nichts gegen die Berathungselbst, und behielt sich, im Fall der Bund ablehnend verfahre, Verständigung mitden einzelnen Regierungen vor. Die Einstellung der Feindseligkeiten fand man wün-schenswert!), doch hänge weder dies noch die Theilnahme des Bundes an den fer-nern Verhandlungen von Ostreich und Preußen allein ab. Mit der Sorge für dieAufrcchihaltung Griechenlands erklärten sich beide Großmächte einverstanden. DerAprilvertrag ward dann dem Bunde vorgelegt und mit allen Stimmen, außer dermecklenburgischen, am 24. Juli angenommen.

Bis hierher waren beide Großmächte wieder einig gewesen; aber für Preußenerschien freilich der Aprilvcrtrag schon als das Äußerste, während Östreich, das mitder Pforte in ein enges Bündniß getreten (14. Juni), einen thatkräftigen Rückhaltan den deutschen Mächten wünschte und, wen» es mit Unterhandlungen nicht aus-zuführen, mit Gewalt die Russen aus der Moldau und Walachei hinausdrängenwollte. Schon im Mai hatte die östreichische Regierung eine neue Aushebung von95000 Mann angeordnet. Sodann stellte Östreich bedeutende Streitkräfte an seinerOstgrenze auf, und General Heß wurde zum Obcrfeldhcrrn ernannt, auch im An-fang Juli ein freiwilliges Anlehcn bis znm Betrage von 500 Millionen ausgeschrie-ben. Bei den widerstrebenden Einflüssen in Preußen war vorauszusehen, daß sichüber dieses Vorschreiten Östreichs bald eine neue Differenz entspinnen würde. Diein dem Aprilvertrage beschlossene „Sommation" an Rußland war zwar von Östreich(5. Juni) abgesandt und von Preußen, wie verabredet, unterstützt worden; aber dieAufnahme, die beide der russischen Antwort zntheil werden ließen, war sehr ver-schieden. Rußland bezeichnete die Stellung in den Fürstcnthiimcrn als eine mili-tärische Position, für deren Räumung es Garantien anderer Art haben müsse. Zu-gleich besprach Rußland die Federungen des Protokolls vom !). April, bezeichnetedie dort entwickelten Grundsätze über die Integrität der Türkei, den Schutz der Chri-sten u. s. w. in absichtlich oberflächlichem Tone als seine eigenen, schwieg dagegenaber von den dort verlangten Garantien. Während Östreich die russischen Erklärun-gen den Westmächten zur Berücksichtigung empfahl und ihrer Entscheidung überließ,ob man darauf Friedensvcrhandlungen bauen könne, übrigens die Räumung derDonaufürstcnthümer als den Vorläufer jeder Verständigung bezeichnete, nahm PreU'ßcn die Sache ganz anders auf. Es fand die russische Erklärung gemäßigt »ndversöhnlich, und erblickte darin den aufrichtigen Wunsch des Kaisers Nikolaus, so^als möglich den Interessen Deutschlands gerecht zu werden. Öhne die VorgangsRäumung der Donauländcr zur Bedingung zu machen, wollte Preußen die russis^,Eröffnungen als Grundlagen von Vcrmittclungsversuchen in London und Paris ^brauchen, und darum zog es sich auch von den wieder eröffneten Conferenzc"Wien zurück. Die preußische Politik sollte sehr rasch ins Klare darüber ko»»u^welcher Erfolg von diesem Versuch zu erwarten. Eine Depesche des französiA,,Ministers dcS Auswärtigen (25. Juli) zerlegte scharf das Unzulängliche der rusß>^Anerbictungen, und bezeichnete zugleich als das Minimum französischer Foder'" g,(unter Vorbehalt je nach dem Fortgange des Kriegs weitere hinzuzufügen): D ^päischc Garantie für die Rechte der Donaufürstcnthümer; 2) Sicherung des 'Schiffahrt an der Donaumnndung; Z) Revision des Vertrags von 1841teresse des europäischen Gleichgewichts und im Sinne einer Beschränkung der ruisil ^Macht aus dem Schwarzen Meere; 4) gemeinsame Förderung der Emancip^o' stKChristen in der Türkei, aber nur in einer mit den Svuveränetätsrcchten desvereinbaren Weise. Es war dies die erst, Formulirung der vielbesprochenen vier 4 ^

die nachher den wiener Fricdensverhandlungcn als Grundlage dienten. Englandsich dieser Aufstellung im Wesentlichen an. Die Empfehlung, womit Preußen r,^.Juli) die russischen Eröffnungen bei den Wcstinachtcn vorlegte, blieb daher ganz ss