Die Literatur Frankreichs.
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ohne sich um ihren sympathetischen Zusammenhang mit dem menschlichen Gemüthund dem göttlichen Gedanken zu kümmern. An diesem Gebrechen leidet freilich dieganze Schule; doch ist ihr Anführer Delille, bei allen Mangeln, ein Dichter vonachtbarem Talent und Verdienst. Der Misbrauch der Antithese und Periphrase ver-unziert nicht immer seine zahlreichen Werke, und viele geistreiche Züge entschädigenfür das Übermaß seines beschreibenden Luxus. Die schönsten Stellen in seinen,, iardins" und in den „Hais rs^nss 6s !u »Mure" lassen sich noch lesen, Undanfangs vielleicht zu sehr gepriesen, nachher aber zu sehr verschrien, bleibt er immereiner von. den Schriftstellern, die alle gelehrten Kunstgriffe der alten französischenMetrik am glücklichsten angewandt haben.
Die Tragödie hatte sich früher mit Ducis und Eherner glänzender hervorge-than. Arnault ruhte auf den Lorbern, die ihm sein „Karius s Mnturnss" undfeine „Vsniliens" eingetragen. Legouve hielt in „lls woet 6s Henri IV" nichtswas er in „bs murt 6'Xdsl" versprochen hatte. Der Verfasser des „.^gamemnon",^emcrcier, scheiterte auf seiner Entdeckungsreise nach einer dramatischen Welt. Sein„(lln istoplie Lnlomd" litt Schiffbruch; denn dem Romanticismus seiner Zeit fehl-ten, um Glück zu machen, zwei Elemente, die einander nothwendig find: ein Dichterund ei» Publicum. Die classische Tradition war daher vorherrschend und herzlichfroh, daß sie in Naynvuard's „Vsmplierij" ein Stück von Corneille's männlicherSpräche, IN Baour Lormian's „o,m>8i8" einen Nachhall von Racine's klangreicherStimme, und in Brisant s „dl>»u8 II" einen Abglanz von Boltairc's schimmernderEinbildungskraft wiederfand. Im Allgemeinen hatte die Tragödie des Kaiserreichs,ungeachtet schätzbarer Leistungen, doch etwas zu Monotones in der Auffassung undetwas zu Steifes in der Haltung, und trieb die Vorsicht bis zur Blödigkeit.
Die Komödie, die mit Beaumarchais so ausgelassen keck gewesen, konnte sichwcht wol weiter voranwagcn. Um einige revolutionäre Sünden, die sie auf demGewissen hatte, abzubüßen, unterwarf sie sich wieder der ästhetischen Regel und Con-^fnicnz, und da sie keine Lust und noch weniger Erlaubniß dazu besaß politisch zuwm, so gab sie sich blos damit ab, das stets ergiebige Feld der menschlichen Albern-veiten und Lächerlichkeiten zu bearbeiten. Ganz besonderes Glück machten Duval""d Ricard. Beide, zumal der Erstere, lieferten in ihren einactigcn Stücken Meister-werke der Gattung: die „?rofs>8 6s inuriaM" und die „ilerilisrs" werden noch ge-rben. Etienne schrieb seine „vsux Minli-ss", die ihm beide Flügelthüren des Jn-stituts aufmachten. Andere Werke gefielen durch ihr eigenes Verdienst und nichtAusschließlich durch die Virtuosität der Schauspieler. Diese größern Komödien, be-Aritet von allerliebsten kleinen Stücken, wie die „8>nts 6'un da! masqus" von derGräfin Bawr, bildeten mit den ältern und neuern Tragödien ein mannichsaltiges7"pertoire, welches mit dem Beistande vorzüglicher Schauspieler auf dem Vbsstrsder eigentlichen französischen Nationalbühne, die dramatischen Traditionenbr beiden letzten Jahrhunderte in wirksamer Weise aufrechterhielt. Aus den Büh-zweiten Ranges traf man weniger Correctheit, aber mehr Erfindung. Das..wlodrama verband starke Situationen und gewaltige Effecte; ein Bastard der Tra-nce, stellte es sich seiner Mutter als Nebenbuhler gegenüber, und Guilbert de Pixe-fcourt hieß mit Recht der „Corneille von den Boulevards". Rougemont, Bra-fwr, Mcrlc, Dumersan und Andere arbeiteten für die kleinen Vaudevillethcater Pos-^ und Liederspicle, die, obschon meist blos für ihren Tag berechnet, doch vonLaune und Urbanität schimmerten. Die Chanson, die während der Rcvolu-
war bes muntern Volksliedes in den groben Gassenhauer gefallen
feilen m wieder mit Dcsaugiers, und gleichzeitig trällerte Beranger ganz leite
Ncfrain mit einer Stimme, die bald so laut und so frei erschallen sollte,fach immer nicht sehr beliebtes, aber damals ganz nützliches Litcrakur-
in Versen, trug dazu bei, den Sinn für gediegene Studien wie-^iekrt»^ M ^ stärke«. Nach der gewaltsamen Unterbrechung der frühern
en Bildung durfte man sich schon darüber freuen, daß die griechischen und la-