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Eilfter Band.
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Die Literatur Frankreichs.

teinischen Musen, die sich vor den Eumeniden vor 1793 geflüchtet hatten, zurückge-rufen wurden und wieder zu Ehren gelangten. Es war für das heidnische Alter-thum eine Art Nachblüte der ersten Renaissance, die wie alle Nachblütc» nicht langedauerte und keine besonders schmackhaften Früchte zur Reife brachte. Aignan über-setzte die „Jliade", St.-Victor die Oden Anakreon's, Delille die „Äncide",Tissot die „Bucolica" des Virgil, Molle'vaut den Tibull, Plc'chin den Juvcnal.St.-Ange und Daru besorgten verbesserte Ausgaben von ihren Übersetzungen deS Ovidund Horaz. Auch die englische Muse erklang von französischen Leiern; Boisjolieverpflanzte Pope's „Wald von Windsor" auf Frankreichs poetischen Boden; Delilleübertrug in zierlichen Versen Milton's „Verlorenes Paradies", und Baour-Lormia»in seinen „Voillöos poötiquos" schilderte mit Aoung's düstern Farbenkönen, währendParseval-Grandniaison in seinen „ä,mours Lpicjuos" den Homer, Virgil, Milton,Camocns, Tasso und Ariost zu Vorbildern wählte.

Beim Lärm dieser poetischen Arbeiten, die trotz ihres ephemeren Lebens undEinflusses immerhin achtungswerth sind, wuchs eine neue Generation heran, die sichnicht einzig und allein aufs Übersehen oder Nachahmen verlegte, sondern ihre eigene»Stimmungen in Verse zu bringen suchte, anstatt fremde Gefühle und Gedanken z»verarbeiten. Das untergehende Kaisergcstirn sah jedoch vom Morgenroth der neue»Poesie nur den ersten matten Schimmer, der aus einigen Gedichten von Emile Des-champs, aus einer Ode an die große Armee von Pierre Lebrun, und aus Casim>eDelavigne's Dithyrambe auf die Geburt des Königs von Rom hervorleuchtete.

Kann man aber auch dem Kaiserreiche bei den poetischen Siegen der nächst'genden Zeit den ersten Anstoß nicht füglich in Anrechnung bringen, so darf man ihn'doch bei dem Ruhme der ausgezeichneten Prosaiker der Restauration die Initiative nurvollem Recht zuerlhcilen. Wenn der Übergang aus der absoluten Staatsgewalt zu einerfreiern parlamentarischen Regiernngsform die Jdcenrichcung dieser Prosaiker auch ver-änderte, so behielten sie doch bei aller Theilnahme an der neuen Bewegung die E>»'drücke, die sie in den Schulen oder gebildeten Kreisen der vorhergehenden Periodeangenommen, wo die Prosa als das nothwendige Organ so vieler gewichtigen Interesse''bei weitem mehr Leben, Bewegung und Neuerung als die Poesie entwickelt hatte.militärische und politische Genie spielte bei dieser verjüngenden Arbeit die Hauptro»^und in dieser Beziehung steht Napoleon an der Spitze der großen Schriftsteller, d>der Sprache den stärksten Anstoß gegeben, weil er zu Denen gehört, welche die »^'°sten Ideen angeregt. Ausgerüstet mit einer Denkkrast, die Alles im Ganze» >"!.Einzelnen übersah, hat er ebenso sehr mit der Gewalt seiner Rede und Feder ^mit der Macht seines Schwertes und Scepters geherrscht. Man fühlt, daß die Atur ihn zum Blenden und Befehlen geschaffen, so poetisch bilderreich und so m»"matisch bestimmt ist seine Sprache, und seine Reden und Schriften haben unst""einen bedeutenden Einfluß auf die französische Literatur geübt.

Nach Napoleon ist Chateaubriand der gewaltigste Neuerer, der die franzöw.^Prosa verjüngt hat: ohne ihr das Geringste von ihrer Klarheit und Gedanke»^qu»nz zu nehmen, gab er ihr mehr Farbe und Feuer. Drei Werke vollobgleich nicht in Versen geschrieben, „l.o göiüo iln Lliristniinsm«", ,, l.'iti»K-'und „Uos msrt^rs", trugen dazu bei, in den Formen der Sprache eine Neve diezu bewirken, welche die mistrauische Reizbarkeit der alten Puristen in Unr'^^sii^arglose Stimmung des Jungen Frankreich aber in Entzücken versetzte, 2l»^ .^I»wurde durch die Frau von Stael, wenn auch ihr Buch über Deutschland ' M-erstcn Fluge auf hemmende und störende Einflüsse stieß, den Franzosen die deusschsratur etwas besser und rühmlicher bekannt als durch Herrn von Kotzcbue,

,, Lormno", so sehr sie auch, wie ihre „ voiplnno", durch einigen Schwulst ^ .^lei»>st, zeigte, wie man die Leidenschaft in glühendere Farben und keckere b-,„er^den könne. Die Wirkung des Umschwungs machte sich aber nicht tsetz<w

lich. Das 17. und 18. Jahrhundert hatten zu Anfang des 19. »och Red»""und Vertreter. Regnault de St.-Jean - d'Angely, Portalis, Fontäne ,