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Eilfter Band.
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Die Literatur Frankreichs.

<le Henri lll", aus dem gründlichsten Quellenstudium hervorgegangen und mit wahr-haft geschichtlichem Sinne ausgearbeitet, gaben ein überaus vollständiges, corrcct ge-zeichnetes und wohlbcleuchtcies Bild von den Zeiten der Ligue. Während Guizotauf die ersten Ansähe der neuern Bildung zurückging und den Entwickelungsgangdes menschlichen Geistes seit dem Sturze des Römerreichs darstellte, erforschte Au-gustin Thicrry die Ursprünge der städtischen Freiheiten und die ersten Regungen desdemokratischen Strcbens in dem alten Frankreich, und schrieb sein jüngerer Bruder,Amedee Thicrry, die „Ilii-toirv ckv!, O.'inlois", in der die zerstreuten Ansprüche undAktenstücke der gallischen Race zusammengestellt sind. Michaud erzählte in seiner„liistoire <Ies Oroisackog" die Fahrten und Abenteuer der alten französischen Ritter-schaft, während Thiers und Mignet die Geschichte der jüngsten Vergangenheit Frank-reichs bearbeiteten und die Schilderung der revolutionären Wirren zur Würde histo-rischer Darstellung erbeben. Sie theilten sich brüderlich in die Aufgabe, die Ur-sache» und Folgen jener außerordentlichen Weltbegcbenheit darzulegen: der Eine ent-warf seine Gemälde in großen Umrissen und hielt sich mehr an die Geschichte derIdeen und Principien als an die Geschichte der Facta; der Andere zeigte umständ-lich-»: und ausführlicher, wie Ideen und Menschen gegenseitig aufeinander eingewirkt,und skizzirte mir lebendigen und schnellen Zügen den Verlauf einer leidenschaftlichbewegten und noch in allen Gemüthern lebenden Zeit. Zugleich bildeten sich zahl-reiche Vereine, um nicht blos zur Erforschung der französischen Geschichte beizutra-gen, sondern auch um Alles, was den theuern Vorfahren angehört hatte, aus deinSchoose der Erde herauszuwühlen und von» Schütte der Vergangenheit zu säubern-

v) Die Polemik in kritischen Zeitschriften.

Mit ebenso großem Eifer wurde» die literarischen Angelegenheiten des Tages inZeitungen und Flugblättern verhandelt. Die Anhänger der neue» Richtung zeigtensich ursprünglich in politischen Fragen dem Noyalismus ebenso zugethan, als sie inpoetischen Dingen dem Klassicismus, der mit dem Liberalismus zusammenstand, ab-hold waren; sie verfochten die Orthodoxie in der Religion und Politik ebenso eifrig-als sie Das, was bisher für Orthodoxie in der Kunst und Poesie gegolten hatte, be-stellten. Während sie aber gegen die literarischen und ästhetischen Grundsätze derLiberalen eiferten, wurden sie nach dein Abfall Chätcaubriand's, der den größte»Theil der mehr poetisch als royalistisch gesinnten Jugend, namentlich Victor Hugo-mit fortzog, in eine Opposition gegen die religiöse und politische Dogmatik des streng'gläubigen Royalismus verwickelt und dadurch gezwungen, den Literaten aus der xevo'lutionärcn und doktrinären Schule die Hand zu reichen, und deren freigcistigen »nfreisinnigen Ansichten Eingang verschaffen zu helfen — ein unbesonnener Sche's'sder in Frankreich zu verderblichen Folgen führen mußte, weil die gleichzeitig sichdende schottische und eklektische Philosophie eben keine Möglichkeit eröffnete, dergion und Politik durch ihre Verbindung mit der Philosophie eine neue Stützt,igeben. Die verschiedenen Richtungen erhielten ihre Organe in politischen und lürarischcn Zeitschriften. Der im Jahre 1824 gegründete „Olnbs", der durchtrefflichen Mitarbeiter zu großem Ansehen gelangte, suchte anfänglich zwischen »Klassicismus und Romanticismus wie zwischen dem Liberalismus und Royaü^h-eine eklektische, doctrinäre Mitte festzuhalten, sah sich aber bei seinen literarischen ^Hoden bald in ein Extrem hineingetrieben: er wurde in dieser Beziehung das §des Jungen Frankreich, und die von ihm angeschlagenen Töne hallten noch gr-atis dem Gebiete der französischen Kritik nach. Die Kritiker dieses Journals, „o-nchmlich Ste.-Beuve, unternahmen es, die Berechtigung der neue» P». .-^exerrisch und ästhetisch nachzuweisen, und erwarben sich durch Verbreitung 6n"?^?^ste,Kenntniß der einheimischen und ausländischen Literaturgcschichte bleibende Verv» ^freilich in bitterm Streit mit den Altgclehrten, den Klassikern von der ^^azaxgerservanz, die anfangs, wie das der alte Lauf der Welt ist, die Heger »n u„pmittelalterlicher Kunst und Poesie, die man Romantiker nannte, vexketzer ,