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Die Literatur Frankreichs. ü-1i)
kreu geschildert sind. Victor Hugo blieb lange der Poesie vorzugsweise treu, ließ»ich aber in den letzten Jahren der Juliregierung zum Pair von Frankreich, ja so-l>ar znm Akademiker machen, und als solcher lebte er von der Literatur und Po-etik ziemlich zurückgezogen, bis die Februarrevolution von 1848 ihn in ihren Strudelh'neinriß.
Hauptsächlichen Anlaß und Anstoß dazu gab wol das Beispiel Lamartine'-,der von allen vor 1830 gefeierten Dichtern sich vielleicht am meisten geändert. La»Martine hatte wie Victor Hugo mit gut königlich und christlich gesinnten Poesien^"gefangen, nur daß Victor Hugo mehr speciell royalistisch und katholisch, Lamar-"'e mehr allgemein monarchisch und religiös moralisch war. Die Julirevolutionüberraschte ihn mitten in seinem Ruhme, den er nach der Herausgabe der „Il-ir-^o„jtz8 postiquss st religieuses" eingeerntet hatte. Im ersten Augenblicke schien^Martine über die Ereignisse bestürzt und verlegen; die Ideen, womit er es hielt,^vden sich gewaltsam abgewiesen, und die Personen, die seine Liebe und Hochachtung^saßen, waren gestürzt und vertrieben. Er wollte sich in den Kampf einlassen undkwarb sich um einen Sitz in der Kammer, fiel aber durch und reiste nach dem Orient,v'er brachte ihn der Anblick der Wiegenstätte unserer Bildung, oder auch Zeit undachdenken auf andere Gedanken; denn bei der Rückkehr von seiner Reise war La-martine """euer Mensch. „1c>oel)»ti" bezeichnete den ersten Schritt auf dem Wege,en der Dichter einschlagen sollte. In seinen „Melitationg" und „Osrmonios"^atte Lamartine bisher die Gefühle seines freudig oder wehmüthig bewegten HcrzenS"ssungen; Gott und Natur waren der Gegenstand seiner himmelan fliegenden Poesie^hresen. In „loeelzm" läßt er sich zur Erde und zu den Menschen herab, undAgt das menschliche Gemüth, wie es gegen Verhältnisse und Naturtriebe ringt,asten seinen Werken ist „looolxri" das lebendigste und ergreifendste. „I.suto ei'un sngs" („Der Sturz eines Engels") fand bei weitem weniger Anklangwar gewissermaßen der Sturz des Dichters. Die Charaktere sind flau gezeich-^ und verschwommen; eS ist Einem zu, Muthe wie im Traume, wenn man das, sbicht liest, wo mehr schwärmerische Überspannung als schöpferische Kraft hervor-
Lamartine war damals in die Kammer gewählt worden und ließ allmälig denAchter im Staatsmanne aufgehen, der jedoch noch viel Poetisches an sich behielt,b hoch und weit aussehenden Plane und Projekte fanden an ihm einen Fürsprecher,.'ssin poetischer Vertrag keinen praktischen, parlamentarischen Schnitt hatte und da-auch bei den Meisten keinen sonderlichen Eindruck machte. Dennoch wurde La-z bttine, bei der damaligen Zersplitterung der Parteien, Ansichten und Interessen,bjb Schildhalter eines kleinen Häufleins von Leuten in und außerhalb der Kammer,r,. sich le psrli sooisl oder auch I'eoolo liumanitaire nannten — wohlmeinende,^schdenkende Männer von mehr Herz als Kopf, die viel Verwandtschaft mit deni-Manthropcn des vorigen Jahrhunderts hatten , und auf nationalökonomische FragenH Hauptaugenmerk richteten, übrigens gewöhnlich mit der Majorität stimmten.
. etlichen beim Antritt einer Laufbahn natürlichen Schwankungen gewann La-z; btine in seiner politischen Rolle an Festigkeit und Wichtigkeit, und durchgreifendedg 'osManschläge hatten keinen eifrigern Apostel als ihn. Er studirte die Revolutionbei und schrieb die „Oisloire des Oironüins ", die ihm ein gewaltiges Ansehen^ °ex demokratischen Partei und am 24. Febr. 1848 einen bedeutenden Platz in der°b'svrischen Regierung verschaffte.
b°n romantische Bewegung der Restaurationsperiode hatte eine große Anzahl»,g . 'chtcrn hervorgerufen: die bedeutendsten darunter, nach Victor Hugo und La-djch."Ne, Ste.-Bcuve, Alfred de Vigny und Alfred de Muffet. Wir nennen
Ä). die vielen andern, die blos den allgemeinen Schulcharakter an sich tragen,^tisj ^ Leistungen der Letzter» sind allerdings in Gedanken und Ausdruck schön und^>"e ' ^r im Ganzen zeigen ihre Werke keinen hinreichend originellen Aufdruck,
^"vorragende Individualität, die sie von der Menge ausscheidet. Von den ge-"n drei Dichtern hat dagegen jeder seinen Stil und Gedankenkreis, worin er