Die Literatur Frankreichs.
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rimö ,-ioIis) angestrebt und darüber oft den Gedanken preisgegeben. Alfred deMuffet ließ sich die Freiheit, die man ihm einräumte, gern gefallen, wollte sich aberkeine neue Fesseln anlegen lassen. Seine nachlässige Ungezwungenheit wählte keck undfrischweg einen leichten, fließenden und lebendige» Vers, wo der Gedanke frei auf-tritt, ohne sich viel um sein Gewand zu kümmern. Es lag ihm wenig am Reime,auf den Victor Hugo so sorgsam achtete. Seine Verse klappen und reimen zusam-men, wie es sich eben trifft, und oft trifft es sich sehr gut. Wenn Victor HugoManchmal des wirklichen Wohllauts wegen die Cäsur des Alexandriners wechselteund den Gedanken da, wo es nöthig war, ohne Scheu über zwei Verse ausdehnte,so ließ Alfred de Muffet in einigen Gedichten den Einschnitt durchgängig sich ver-ändern und den Sinn regelmäßig in zwei Verse übergreifen. Er wollte sich durch-aus nicht an Schulgesetze binden, und schaltete mit der Form ganz nach eigenemGutdünken. Von allen neuern französischen Schriftstellern ist er sicherlich der un-gekünsteltste und originellste. Man hat von ihm Gedichte, Komödien, Novellen undeuren Roman. Diese Werke verschiedener Literaturgattungen haben einen und den-selben scharf gezeichneten Charakter. Kein neuerer Schriftsteller hat sich so sehr aufdas Capriccio und die lustige Laune verlassen, und abgesehen von der steigendenDurchbildung der Form und des Inhalts, ist Alfred de Musset's Manier sich im-gleichgeblieben. Seinen Versen ist keine Feile anzumerken. Der DichterWurdet snh spielend durch alle Stricke und Bande der Metrik hindurch und ver-laugt sich nicht ein einziges mal in ihren Schlingen. Hindernisse und Schwie-rigkeiten sind für ihn nicht da. Seine Strophen fließen und entstehen auseinanderohne alle Mühseligkeit und peinliche Anstrengung. Die Gedanken sind bestimmtMisgedrückt. Man spürt, daß der Verfasser nicht nöthig gehabt hat lange nachzu-mmcn, wie er seine Idee einkleiden solle, um sie dem Rhythmus anzupassen undL l>rn Vers hineinzubringen. Die Muse Alfred de Musset's hat etwas Feines undspöttisches, das eine lieblich lächelnde und eigenthümlich anziehende Wehmuth oft-erschleiert. Diese Wchmuth rührt und erfreut zugleich, hält sich in richtiger Schwebend versteigt sich nie bis zu trostloser Betrübniß; wenn sich ihr eine Thräne ins Auge^»gt, so merkt man, daß ein Schalkslächeln dahintersteckt, und man läßt sich gernihr fortziehen, weil man nicht zu fürchten hat, daß man in einen Jammer-bilde! hineingeräth. Alfred de Müsset haßt nichts so sehr als Leute, die sich inDränen baden, die Mondscheinschwärmer und Seeanbeter. Bei seinem ersten Auf-löten hatte er in seinem Stile etwas Schroffes und Cavaliermäßigcs, das seitdem^Ekschwunden ist. Die „ Llousquolalros" waren damals noch nicht an der Tages-?d>iung, sonst hätte man glauben können, die „Lcxilos cj'Lspagne st ck'lwlis"unter ihrem Einflüsse entstanden. Jenes Ungenirte und Anstößige erklärte sichllcht daraus, daß der Verfasser sehr jung war. In dem Werke steckte mehr Phan-»ge, Laune und Stil, als ein Dichter bei seinem ersten Versuche auszuweisen pflegt.
Buch erregte bei Einigen Beifall, bei Andern Lachen, bei Allen Neugierde;o wurde hitzig gerühmt und gerügt, angegriffen und vertheidigt. Ein glücklicher^lfchuß zu der ersten Sammlung war „vu Zpsewols äan8 un kaute»»!". DerErfasser zeigte eben noch keine sehr große Ehrerbietigkeit gegen den Leser, aber mans ^ sich „icht weiter daran, „dlswouns" hatte entschiedene Vorzüge vor „ülar-! Der Vers war lebendiger, der Scherz munterer, der Witz schärfer. Der
Ix'^ler hatte inzwischen geliebt und gelitten. Er gelangte zur Reife seines Ta°>si Sr schrieb die „dluit8 6s birst" und die andern nachfolgenden Elegien. Hierei,» ^ Muffet abgebrochen, rasch, zerrissen, lebhaft, hurtig und behende, d. h-Mann. Die meisten der melancholischen Gedichte sind so geradehin ausUnd ^rzen übergetreten, wie die Thräne, wenn die Augen übergehen, ausbrichti Yend"^^^: sie si„d ein Schluchzen oft aus innerster Brust hervor, das der Wei-' dx„ ^lieber zurückhalten möchte. An den aufbrausenden Klängen erkennt manssiue tiu' e'E gequälten Seele, den Wcheruf eines tiefverletzten Gemüths, dasbunden nur mit Mühe verschmerzt, während man dem schnellen, hüpfenden