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Eilfter Band.
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Die Literatur Frankreichs.

lich gemeint mit dem Prospcctus der Zcitnngsblä'ttcr, die umfassende encyklopädische IPrätensionen affichirten gerade in dem Augenblick, wo sie aus ihren Spalten Allesentfernten, was sich nicht in den schmalen Nahmen von Geschichten und Geschieht-chen hineinbringen ließ. Die Bücher wurden darum aufgegeben, und man beschäf-tigte sich in der Lese- und Abonncntenwell nur noch niit den glorreichen Thaten 'und Fahrten der Feuillctonhelden. Des unnützen Anklopfens bei der großen undkleinen Bourgeoisie müde, sann inzwischen der Verleger auf Mittel sich ein neuesPublicum zu schaffen. Die Salons, die Kaufläden und kleinbürgerlichen Wohnzim-mer hatten die Zeitungsblälter so an sich gerissen, daß sie ein Monopol darüberausübten und nicht leicht einen fremde» Verlagsartikcl daselbst aufkomme» ließen;aber die Werkstätten und Arbeiterstuben gehörten ihnen noch nicht. Der Verlegersuchte daher seine Kunden und Subscribenten bei der niedern Volksclasse. Die wohl-feilen Ausgaben von Büchern in Heften und Lieferungen zu zwei und fünf Sonsverbreiteten sich mit steigender Zunahme in den Fabriken, und überschwemmten dieMiethstubcn und Dachkammern. Hier war man lcrnlustig und wißbegierig, aberohne allen festen Anhaltepunkt und daher widerstandslos dem Einflüsse jedes Sophis-mus preisgegeben. Man wurde die Beute von gewissenlosen Leuten, welche, diesesungeheure Propagandamittel zu antisocialen Zwecken miSbrauchcnd, die unsinnigstenTheorien in Umlauf setzten und den abscheulichen Krätzer des Cominnnismus in derRunde ausschenkten. Die Bourgeoisie merkte nichts von dem geheimen Wühlen, dasdicht neben ihr vorging. Der Maulwurf des Socialismus grub immer weiter, wäh-rend die 300000 Wähler der Julimonarchie Maricnblümchcns leidige Lebensschick-sale verfolgten, und der Minister des Innern in der Dcputirtenkammer die Majo-rität der Dreihundert organisirte. Als diese compacte und eingeschulte Majoritätwie Ein Mann auf die Stimmurne zustürzte und die von dem rothhaarigen Frau-lein Cardoville noch ganz entzückte Bourgeoisie wie ein rechter Gaffer dem Gaukel-künstler Bälsamo und seinen tollen Streichen nachlief, erhob sich plötzlich eine andereMajorität, zerriß die feinen ministerielle» Gewebe und vertrieb die herrschende undregierende Mittelklasse, die sich mit Ammenmärchen hatte einschläfern und übertöl-peln lassen. Die Journale der Vierzigfrancspressc waren somit, ohne daß sie woll-ten, die thätigsten Anstifter, Träger und Beförderer des Socialismus , in Frankreich,und die „l'ra-üca", das „8isolv", der „(lonslitutionuol " und das „Inurnal clesveimt»" thaten für das Durchdringcn socialistischer Ideen bei weitem mehr als LouisBlanc, Picrre Lcroux, Considcrant und Cabet. Wenn jene Blätter auch durch ihr"conservativen oder gemäßigt-liberalen Premier-Pari- im monarchischen Sinne wirk-ten, so gruben sie doch mit ihren socialistischen Feuilletons bewußt- und gedankenlosdas Grab der Orle'ans'schen Dynastie und beschleunigte» um 30 Jahre die Ereigniss"'die ganz unvermuthet im Februar 1848 ausbrachen. Wie die encyklopädische Lite-ratur des 18. Jahrhunderts die Revolution von 1789 hervorbringen half, so beför-derte die socialistische Feuillctonliteratur der Julimonarchie den Ausbruch der Revo-lution von 1818. Die große Revolution von 1789 hatte aber ihren Grund in de«"eigentlichen Wesen und Entwickelungsgänge deS französischen Volksgeistes, und dah""auch entscheidende, dauernde Wirkungen, wogegen die Revolution von 1848 nur""'Literaturgrillen, von Gelüsten, die ihrer Blöße den Mantel der Doctrin umhin^svon der gehässigen Art, wie der Feuilletonroman die gesellschaftlichen Zustände lAxderte, veranlaßt wurde, und darum auch schnell und wirkungslos vorüberging, ..gFebruarrevolution war in der Geschichte des französischen Volkslebens ein ^ohne tiefere Ursache und dauernde Wirkung, eine Art Nomancapitel, eine See»"den „Geheimnissen von PariS".

V. Der revolutionäre Zustand von 1848.

Nach der Revolution von 1848 bot Frankreich ein wunderlichesLucian erzählt, daß unter der Regierung des LysimachuS alle Einwohner Avver«i» hitziges Fieber befiel, wobei sie, wenn der ParoxiSmuS eintrat, von dra