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Eilfter Band.
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Die Literatur Frankreichs.

misfallen kann. Die französischen Leser sind wie die Gefährten des Odysseus. WasCirce's Zaubcrstab aus diesen gemacht hatte, das hat der moderne Roman ausjenen gemacht. Nur suhlen sie sich in ihrer Verwandlung schmählich gedrückt, undwerden aus Wölfen und andern reißenden Thieren, die sie waren, mit Wonncbc-Hagen Schäfer und Leser von Schaferromanen. Die Franzosen sind seit einiger Zeitaus dem Wege, der nach Amor's Königreich oder, wie ihre galanten Nitterroman-dichtcr des 17. Jahrhunderts sich auszudrücken beliebten, nach dem „Flusse der zar-ten Gefühle" hinführt; wenn die Mode hinzutritt, so gehen sie, um die Spracheder damaligen pedantisch.poetischen Galanterie beizubehalten, allenfalls bis ins „Dorfder liebevollen Aufmerksamkeit", und lagern sich ins „Wäldchen der süßen Liebes-briefe". Die neueste Literatur Frankreichs scheint immer mehr in hohe Galanterieumzuschlagen. In dieser Hinsicht besteht gleichsam ein Ehrenpunkt, ein ritterlicherWetteifer zwischen den akademischen Federn. Cousin ist zuerst als Paladin für zweiberühmte französische Hofdame» des 17. Jahrhunderts in die Schranken geritten-Unlängst hat Guizot eine Lobrede auf eine vornehme englische Dame derselben Zeitgeschrieben. Villemain verwendet, in dem letzten Bande seiner „ 8ouvoiür8 contvw"porsins", alle Geheimnisse seines Stils und den ganzen Zauber seiner Darstcllungs-gäbe an die Schilderung einer berühmte» adeligen Dame unsers Jahrhundcrts-Mignct hat der Marie Stuart gehuldigt und ihr Leben ins schönste Licht ge-stellt. Ein anderes Mitglied der Akademie, Empis, läßt in einem glänzenden histv'rischen Bilde die sechs Frauen Heinrich'- VIll. von England wieder aufleben,

St.-Marc Girardin, in seinen Vorlesungen über dramatische Literatur, sucht betMademoiselle dc Scudery und ihren wohlgemeinten, aber unendlich breiten und ba-rocken Romanen wieder zu dem Ansehen zu verhelfen, das sie vor Zeiten bei de>feingebildetcn Lcsewelt genossen und solange behielten, bis Boileau die Schale feinetSpottes darüber ausgofi und sie in Verruf und Vergessenheit brachte. Die Frawzvscn sind wirklich galante Leute, und ihr Herr und Meister in Sachen der Liter-'' >tur und Philosophie ist Marivaux.

2) Die Geschichtschreibung.

In der Geschichtschreibung haben die Franzosen in den letzten Jahren nicht bl^den alten Ruhm der geistvollen Darstellung, sondern auch das neue Verdienst gr"".licher Gelehrsamkeit behauptet. Selten ist eine Zeit an historischen ForschungenUntersuchungen so ergiebig gewesen als die gegenwärtige. Es scheint als ob die >"derne Gesellschaft in einem kritischen Moment, wo man nicht recht weiß, wasvor sich hat, hinter sich blickt, und in Ermangelung anderer brauchbarer und »a^Gewißheit wenigstens aus der Vergangenheit etwas Wahres und Bestimmtes °sammeln sucht. ^

Augusiin Thierry vollendete und veröffentlichte seinen „ üssa! sur l'Instock"^^Irr kormalion el ckos progres du tiors-ut.it on ?ronoo". Dieses Werk istmühsame Resultat einer unermeßlichen Forschung und einer »och länger» Überlest „der originelle Abriß einer Unzahl von Thatsachen und einer Auswahl von A»'^rin einem denkenden Kopfe, der sich für die Wissenschaft blind gearbeitet und "cinzige Lebensüberrest von dem muthigen Manne erhalten hat. Thierry hat ö Docks-legung und Schilderung des wichtigsten Factums der französischen Staats- .""gher ^geschichtc, die Entstehung und Ausbildung des Bürgerstandcs, der allmäüst grün-beiden andern Stände, dc» Adel und Klerus, hinausgewachsen und zuletzt ^ alsder, Träger und Beweger Dessen geworden ist, was heutzutage in . wird/

Centralisation gepriesen und als Gewähr nationaler Macht und Größe 6^' xsischt"in einem Bande zusanrmengedrangt und damit für 14 Jahrhunderte.desVolksthums, in der Stufenfolge der innern Entwickelung, etwas Ahnlicht ^ dckwiesen wie Das, was ein römischer Geschichtschreiber, in der Aiifeina,'deN° »äußer» Vergrößerungen und Eroberungen, den „ungestümen Drang und ^„hglte-vorwärtseilenden Reichs" (proourrenlis imperü i,n,>etus) nannte- ^