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Eilfter Band.
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Die Literatur Frankreichs.

Punkte und Meilenzeiger auf dieser langen Heerstraße eines Volkslebens dienten dieNegierungsepochen, wo mit der Umänderung der Standcsverhältnisse auch die allge-meine Bildung und Gesittung eine andere Gestaltung erhielt und verhältnißmäßigimmer ein paar Schritte weiter voranging: die Zeiten Karl's des Großen, Ludwig'sdes Heiligen, Philipp's des Schönen, Ludwig's XII., Franz' I., Heinrich's iv.,Ludwig's XIU. und Ludwig's XIV. Hier wollte und konnte Thicrry seine Forschungund Darstellung mit gutem Fug einhalten. Die historische Entwickelung ist ver-folgt von der Zeit an, wo der kaum auftauchende Bürgcrstand noch in der Classeder Hörigen und Leibeigenen verloren und versteckt war, bis zu den Tagen, wo er,als Ticrs-Etat bestehend, für die königlichen Kanzleien, Kollegien und Rathe so vieltüchtige Männer lieferte, im Klerus, in der Magistraten:, in den Akademien so vielwichtige Mitglieder zählte, zur Land- und Seemacht, zum Gclehrtenstande, zu allenKünsten des Geistes und der Hand ein so beträchtliches Contingent von berühmtenNamen stellte, und wo, vermöge dieses Einflusses und Antheils bei der Regierungund Verwaltung, sein künftiger Vorrang so fest begründet und so klar entschiedenwar, daß, nach der Meinung des Historikers, eine weitere Ausführung für das Ver-ständniß nicht mehr nöthig ist.

Mignet lieferte zwei gehaltvolle Beiträge zur historischen Literatur: „Ilwloireü« Illarie 8luart" und „ Lli-wles-Ouinl, 5oi> alnIiLntion , sein säjour et sa inorl

'"i „lonastoro <Io Vu-tts", kräftig und fest umrissene Geschichte-gemälde von anzic-hender Neuheit und achtbarer Gelehrsamkeit, die ein eigenthümlich reizendes, über-raschendes und gesetztes Wesen an fleh hat. Vortrefflicher Schriftsteller und meister-hafter Vcrarbeitcr von historischen Documcnten, die ihm seine Missionen oder Stu-dien abwechselnd in die Hände brachten, entwickelt Mignet in der That eine selteneStärke und wahre Bravour in solchen gedrängten Darstellungen, die von einemGegenstände den ganzen Inhalt nehmen, ihn in wichtige Grenzen einschließen, «zu-Zicich seinen Horizont hinaufrückcn und seinen Umfang feststellen, und dadurch inder Klarheit der Überblicke, der klugen Anordnung des Ganzen, der Fülle des Tons,er Schönheit des Stils, in der eigenthümlich bündigen Art und Weise der An-gaocn und Schlüsse etwas Erschöpfendes und Entscheidendes darbieten — so etwasWie die kurzen Vortrüge, womit die Präsidenten der französischen Assisengerichtc, nachden Reden des öffentlichen Anklägers und des Vertheidigers, die Verhandlungenschließen und die Entscheidung des Processes im voraus andeuten. Mignet besitztdas höchste Verdienst eines feinen Weltmanns von ernster und gediegener Bildung,der seinen Lesern nicht blos etwas beibringen, sondern auch auf honnete Art beikom-"wu und sie dadurch gewinnen will, daß er sie belehrt. Alle seine Werke, lind zu->>>al die letzten, verrathen bei ihm das wachsame Auge auf Inhalt und Form, dieselige Beobachtung der Wahrheit und gesitteten Feinheit, die Gewissenhaftigkeit beiFälschungen, das Streben nach gutem Ausdruck, die ungekünstelte und sorgsame"Zurichtung, kurz die Achtung, die der Verfasser vor seinem Publikum hat, und dieE'u so günstiges Zeichen ist, weil sie fast immer Dem wieder zutheil wird, der so^scht davon durchdrungen ist. Wenn Mignet zuerst als parteiischer oder systema-Ucher Geschichtschreiber der Revolution oder vielmehr der revolutionären MetaphysikAufgetreten und sein bedeutendes Talent für Verdichtung des historische» und philo-sophischen Stoffes an die Vertheidigung von Ereignissen und Personen gewendet, die^durch, daß sie in Ideen aufgehen, allerdings geadelt und gehoben, aber nicht ge-rechtfertigt und unschuldig gemacht werden; wenn er spater, in seinen „blotioos'^oriquss", die Veteranen und Invaliden jener unseligen Zeit ausdauernd belobt'd beschönigt hat, so ist in seinen letzten Schriften von seiner frühern Versahrungs-^ nur die Sicherheit der Production und Analyse hervorstechend, von seiner altentz»"'"osweise hingegen keine Spur erkenntlich geblieben, aber auch keine veränderte^ohauungsweise zu merken. Jene Schriften sind weniger Zeitgem^de als Cha-r^erbilder, überaus gelungene Werke und wahre Muster ihrer Art. Doch, solange"gnet sei„c seit 25 Jahren versprochene Arbeit über die Reform, die Ligue und