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Eilfter Band.
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Die Literatur Frankreichs.

geschrieben. In beiden Ecschichtswcrken erkennt man das volle Talent des als Diplo-mat und Historiker berühmten Mannes, die klare, geschmackvolle Darstellung, diekluge Sparsamkeit in der Auswahl einzelner Züge, die Gelassenheit und hohe Mäßi-gung, die er sich bei der Entwickelung der Ereignisse zum Gesetz gemacht, jedochohne sich so streng daran zu binden, daß er nicht gelegentlich in den rechten Tonder Ergriffenheit oder Entrüstung ausbucht, kurz die große Kunst des Erzählens,die den Verfasser der „Ilistoire clos «luos <Ie Lourgogne" unter den neuern fran-zösischen Geschichtschreibern auszeichnet. Auch ist Herr von Barante durch das kläg-liche Schauspiel der jüngsten politischen Wirren in seinen alten konstitutionell-monar-chischen Überzeugungen nicht irre und schwankend geworden wie sein ehemaligerCollege, der Marguis von Ste.» Aulaire, dessen Werk: „Iws lleruiers Volois, !esOuisos ot Heun IV", die traurige Zeit der französischen Geschichte von dem TodeHcinrich's II. bis zum Regierungsantritt Hcinrich's IV. beschreibt. Obgleich beideMänner in ihrer frühern politischen und diplomatischen Wirksamkeit eine ganz gleicheRichtung vertraten und verfolgten, so wurden sie doch in ihren letzten historischenSchriften, hinsichtlich der Tendenz sowol als der Ausführung, geradezu Antipoden.Während Barante blos den gegebenen Stoff in geschickter Verarbeitung wirken läßtund Anschauungen und Seitenblicke auf die neueste Zeit möglichst meidet, be-handelt Ste.-Aulaire seinen Gegenstand mit speciellster Rücksicht auf die Bedürf-nisse und Zerwürfnisse des Moments, und sucht in der Vergangenheit nach Er-läuterungen, Vergleichen, Lehren und Mahnungen für die Gegenwart und Zu-kunft. Die ,, Ilistoire cle In Lvnveutioii nationale" und die „Ilistoire clu vi-reetoire" sind Geschichtswerke im vollen Wortsinne, treue und unbefangene Schil-derungen historischer Vorgänge und Personen von einem charakterfesten Manne, derim Sturme und Dränge der Zeit seine Fassung behält und seinen ursprünglichenGrundsätzen eines gebildeten und gemäßigten Liberalismus trcublcibt; die Schrist„ 1.68 derniers Valois, les Cui'ses et Henri IV" hingegen ist weniger eine Geschichteals eine geschichtliche Analyse, weniger ein ergründendes Studium der Menschen und iD">ge als ei» pikantes Haschen nach Analogien und Bezügen, weniger ein Denk-mal der Vergangenheit als ein Nachczcichen der Gegenwart von Seiten eines wawkelmüthigcn Liberalen, der unter dem Druck und Anstoß der Tagesereignisse sc>^Gesinnung verändert und sich auf Unkosten des Ncpräsentativsystcms zum Despot^'mus bekehrt. An mehr als einer Stelle in dieser Schrift wird den Völkern als da°Heilsamste und Beste angcrathcn, ihre Rechte, ihre Ansprüche, ihre HoffnungenAlles, was Bildung, Freiheit und Intelligenz erstreben oder erringen können, fteuwillig oder unfreiwillig aufzugeben und abzudanken. Doch liest man das Ganzemehr Interesse als einen Roman oder sonst ein Werk der dichtenden Phantast^vielleicht weil die dichtende Phantasie dabei eine Rolle spielt und ihre» Antheil da^'hat: es ist viel Pikantes und Lebendiges bei der Schilderung der Barrikaden!^die so, wie Ste. - Aulaire sie beschreibt, eine ganz absonderliche Familienähnlichkeitden Juli- und Februarbarrikaden haben, bei der Beurtheilung der Ständedeball^der Flu^- und Spottschriften und bei der Skizzirung der MagistratSpcrsonen,Spießbürger, der Volksaufwicgler, kurz des ganzen damaligen Treibens,Ste.-Aulairc die epigrammatische Seite sehr gut aufgefaßt, wie Vitet in n' ,p„Sosuvs lusloriques " die dramatische und malerische Seite davon mit Meiste^ergriffen und wiedergegeben hatte.

Herr von Rsmusat, gleichfalls ein abgedankter Staatsmann, schilderte ^eit-und Wirken des heiligen Anselm von Canterhury in einem sehr gelunge»* . La-und Charakterbild-, in dem man auf höchst bedeutsame Züge stößt, ^schreib"Martine hat, seitdem er in der Politik zu Fall gekommen, aus seiner als

fertigen und beispiellos rüstigen Feder verschiedene Geschichtsbücher fließe» ^ diedie „Ilistoire cls la liest, inration", die „IIi8toiro dos Lonstituants ", d>e § der„Ilistoire des Cirondins " anreihen und mit dieser zusammen das großf „ ^,„d dieFranzösischen Revolution abschließen; ferner die „Ilistoire sie la pnr.iuw